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Unruhe und depressive Verstimmungen durch Estradiol

Kategorie: Frauenheilkunde » Expertenrat Wechseljahre | Expertenfrage

11.09.2019 | 18:22 Uhr

Liebes Expertenteam, 

ich hatte diesen Beitrag gerade schon einmal verfasst, kann ihn jedoch nicht finden und versuche es deshalb erneut.

Kurz zu mir: Ich bin 56 Jahre  seit 2 Jahren keine Perode mehr  leide an einer Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto. Meine Werte sind glaube ich nicht gut eingestellt, fT3 ist sehr niedrig. 

 

Nun zu meinem Anliegen. Seit einigen Wochen schlafe ich schlecht, werde oft durch Herzrasen nachts geweckt, bin müde und oft sogar traurig. Leide unter Haarausfall und nehme stetig zu. Bin bereits leicht übergewichtig und schaffe trotz guter Ernährung kein Gramm abzunehmen. Ich vertrage kein Gluten  keine Lactose und keinen Knoblauch.

 

Zur Abklärung die körperlichen Symptome war ich im Juni beim Kardiologen. EKG und Herzultraschall waren ohne Befund. Da ich aber dennoch die oben beschriebenen Probleme habe, checkte meine Ärztin Blutwerte und Sexualhirmone. Ergebnis: kaum messbare Östrogen, Progesteron hingegen gut. Eisen niedrig, Vitamin D3 niedrig. Ich Creme seit Jahren Progesteron. Die Ärztin empfahl mir Estradiol Creme und versprach, dass Herzrasen, Müdigkeit, Traurigkeit damit besser würden. Seit dem 30.08.2019 creme ich das Estradiol und habe das Gefühl, alles wird noch schlimmer. Mir ist zum Weinen, ich bin ängstlich, habe erhöhten Blutdruck und Puls, Kopfweh und seit gestern spannen meine Brüste. Das alles macht mir große Sorgen,  zumal ich derzeit fast 2000 km von zu Hause entfernt bin und hier nicht einmal einen Arzt kenne, den ich aufsuchen könnte. Deshalb meine Bitte um Ihren Rat  ob die beschriebenen Probleme in Zusammenhang mit der Estradiolcreme stehen können und wie ich jetzt weiter verfahren soll? 

Ich bin wirklich sorgenvoll u d freue mich deshalb über Ihre Antwort. 

Viele Grüße aus Spanien 

Marie

Ps: gerne kann ich die Blutwerte auch posten

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Bisherige Antworten
Expertin-Grüne
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11.09.2019, 19:01 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo Mariposa,

dass die Hormonwerte so niedrig sind, ist in Ihrem Alter ganz normal.
Behandelt würden nicht Hormonspiegel sondern Ihre Beschwerden. Da Sie Beschwerden haben, ist der Therapieansatz richtig, allerdings sollten Sie Progesteron zum Endometriumschutz in Kapselform zuführen. Ein Ausgleich von Vitamin D und die Zufuhr von Eisen sind ratsam.
Welche ÖstradiolCreme in welcher Dosierung verwenden Sie denn? Vielleicht ist die Dosis nicht ausreichend.

viele Grüße.
Dr. Grüne

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12.09.2019, 01:22 Uhr
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Liebe Frau Dr. Grüne,

 

vielen Dank für Ihr rasches Feedback. Habe es gerade erst gelesen, da ich hier nicht überall Internet habe.  Die Estradiolcreme wurde vom Apotheker hergestellt. Zutaten sind Estradiol 1,0 g, Ungt. Emulsificans 8,5 g, Propylenglycol 10,0 g, L-Tocopherolac. 1,5 g, Excipial Hydrocreme ad 100,0 g.

 

Das Progesterom wird ebenfalls vom Apotheker angemischt mit 5,00 g.

 

Heute war ein wirklich herausfordernder Tag und dazu hab ich mir meinen Fuß so geprellt dass ich kaum kann. Ich bin wirklich zerknirscht.

 

Liebe Grüße 

Marie 

Expertin-Grüne
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12.09.2019, 07:06 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo Mariposa,

ich halte standardisierte Präparate für besser geeignet, da mit dem Applikationssystem eine  definierte Hormondosis zugeführt werden kann.
Progesteron wird über die Haut nicht gut aufgenommen.
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt nochmal über die Verordnung.

viele Grüße.
Dr. Grüne

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12.09.2019, 09:09 Uhr
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Okay. Aber was kann ich jetzt tun? Bin noch gut 1 Woche hier. Bin ratlos. Unruhe wächst von Tag zu Tag....

Expertin-Grüne
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12.09.2019, 18:27 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo Mariposa,

da Sie sich damit nicht gut fühlen - setzen Sie vielleicht das Mittel erst mal ab, bis Sie wieder zu Hause sind und Kontakt zu Ihrem Arzt herstellen können?

viele Grüße
Dr. Grüne

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16.09.2019, 22:24 Uhr
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Liebe Frau Dr. Grüne,

ich hoffte mit dem Absetzen des Estradiols würden meine Beschwerden verschwinden. Nun, die Traurigkeit und das Pulsrasen sind auch weg. Dafür habe ich jetzt seit gestern eine leichte Blutung, und dass nachdem 2015 meine letzte Blutung war. Es ist verschwindend wenig aber definitiv eine leichte Blutung. Schmerzen habe ich keine. Noch vor 3 Wochen war ddie Vorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen ohne Befund. Kann das Estradiol dafür verantwortlich zeichnen. Meine Brust spannten während der Einnahme über ca. 14 Tage und ich hatte durchsichtigen Ausfluss wie früher während der Eisprungphase. Bin nach wie vor im Ausland und kann erst ab dem 27.09. zum Arzt. Deshalb würde ich mich sehr sehr über Ihre Einschätzung freuen.

 

Danke und herzliche Grüße aus der Provence

 

Marie

Expertin-Grüne
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16.09.2019, 22:32 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo Marie,

mit 56 Jahren sollten Sie nach bereits 4 jähriger Blutungspause nicht mehr bluten. Eine leichte Blutung ist aber kein Notfall, der unmittelbar abgeklärt werden müsste.
Wenden Sie sich nach Ihrer Rückkehr an Ihren Frauenarzt. Möglicherweise ist eine Ausschabung sinnvoll.
Herzliche Grüße in die Provence, genießen Sie die Zeit.

viele Grüße
Dr. Grüne

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16.09.2019, 23:03 Uhr
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Wow. Danke für Ihr rasches Feedback. Ich hatte seit 2015 jährlich zur gleichen Zeit (August-Sep) derartige leichte Blutungen die dann wieder versiegen. Bin immer sofort zum Gynäkologen und er fand regelmäßig nichts  Eine Ausschabung hatte ich vor vielen Jahren nach einer Fehlgeburt und habe deshalb keine Angst davor. Denken Sie dass ist unbedingt notwendig?

 

 

Expertin-Grüne
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20.09.2019, 16:54 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo Marie,

leider ja, so wollen es auch die Leitlinien, denn manchmal sind es Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs, die dahinter stecken. Durch eine Ultraschalluntersuchung lässt sich die Ursache nicht sicher klären. Eine sehr schmale Schleimhaut lässt allerdings nichts derartiges vermuten.

viele Grüße
Dr. Grüne

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28.09.2019, 12:25 Uhr
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Liebe Frau Dr. Grüne,

ich war gestern beim Gynakologen. Nach eingehender Untersuchung fand er keine organische Ursache. Keine Schleimhautverdickung, keine Zyste, nichts. Er geht davon aus, dass die Blutung durch das Estradiol ausgelöst wurde. Auch die Ärztin, die es mir verschrieben hatte, meint das. Mein Gyn bat mich in 3 Monaten nochmals zur Untersuchung zu kommen, so dass wir vorsorglich nochmals schauen. Sollte nochmals eine Blutung auftreten, würde er eine Ausschabung ambulant vornehmen wollen. Ich hoffe aber, dass dies nicht passiert.

Denken Sie ich kann aufgrund der Tatsache, dass offenbar gar keine Schleimhaut mehr aufgebaut war, auf die Ausschabung verzichten?

 

Liebe Grüße

Marie

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