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Schleimbildung

Kategorie: Frauenheilkunde » Expertenrat Wechseljahre | Expertenfrage

06.06.2007 | 01:24 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Dossler!

Grund meines Mails sind die Beschwerden meiner Mutter; sie wird 55 Jahre und leidet seit ein paar Jahren stark an Hitzewallungen.
Die wären jedoch nicht das größte Problem, seit ca. einem halben Jahr hat sie eine übermäßige Schleimproduktion im Hals; diesen Schleim muss sie ständig schlucken, er rinnt nach ihren Aussagen die ganze Zeit den Hals hinunter - morgens ist es am schlimmsten.
Laut HNO ist alles okay, er und auch der Frauenarzt meinten, das könne vom Wechsel her kommen, nur Alternativen bzw. Mittel, mit denen sie diesen Schleim in den Griff bekommt, haben sie ihr nicht gegeben.
Des weiteren hat sie seit ca. ein paar Wochen Beklemmungserscheinungen, vor allem im Brustkorb, ein paar Mal am Tag, diese machen mir eigentlich am meisten Angst.
Nun meine Frage, ob Sei eventuell einen Rat gegen den vermehrten Schleim haben bzw. ob diese Beklemmungsgefühle tatsächlich auch hormonell bedingt sein können?
Ich wäre Ihnen für eine Antwort von Herzen dankbar und sende liebe Grüße aus Wien
Petra

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06.06.2007, 01:59 Uhr
Antwort

Hallo Petra,
bitte sagen Sie mir als erstes, ob Ihre Frau Mama irgendwelche Medikamente nimmt.
Hat sie in letzter Zeit Amalgam-Füllungen in die Zähne bekommen?
Wurde eine Reflux-Erkrankung des Magens (die nicht immer mit Sodbrennen einhergehen muss, aber sehr häufig mit Beklemmungen) ausgeschlossen?
Hat sie hohen oder niedrigen Blutdruck?
Ist sie Raucherin?
Trinkt sie regelmäßig Alkohol, wenn ja, mäßig oder viel?
Ich antworte Ihnen gerne wieder.
Ihr
TomDoc

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06.06.2007, 02:27 Uhr
Antwort

Lieber TomDoc!

Das geht ja flott bei Ihnen mit dem Antworten - vielen Dank!!
Also:
Meine Mutter nimmt derzeit keine Medikamente, nur Isoflavon 90mg Tabletten (schon längere Zeit);
bezüglich der Reflux erkrankung weiß ich nichts definitives, aber ihr Internist hat Ihr das letzte Mal Tabletten wegen Ihres Sodbrennens (hängt ja auch it Reflux zusammen, denke ich) verschrieben, die sie eine zeitlang genommen hat; nun bräuchte sie ein neues Rezept...
Beim Zahnarzt war sie in letzter Zeit nicht.
Sie hat einen niedrigen Blutdruck; das letzte Mal beim Internisten jedoch war Ihr Puls beim EKG relativ hoch (109), was der Arzt auch (recht forsch) angemerkt hat mit den Worten Was haben sie denn für einen hohen Puls, den haben sie ja sonst auch nicht? - nu ja...
Meine Mutter hat mit meinem Steifvater im Alter von ca. 40 Jahren zu rauchen begonnen (ja, sowas soll es geben) und dann ca. 8 Jahre ca. eine Packung am Tag geraucht; sie hat dann von einem auf den anderen Tag aufgehört - vor einem Monat war sie beim Lungenfacharzt, auch alles bestens.
Alkohol trinkt sier fast keinen, ab und zu ein Achterl Weiß - oder Rotwein.
Liebe Grüße nochmal
Petra

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06.06.2007, 02:56 Uhr
Antwort

Hallo Petra,
vielen Dank für das Feedback.
Fangen wir an mit:
*Zahnarzt*
es ist bekannt, dass Amalgam(Quecksilber) genau diese Beschwerden macht, sollte Ihre Mama also alte Amalgam-Füllungen haben, dann raus damit.
*Reflux*:
auch das ist eine häufige Ursache für vermehrten Speichelfluss. Aber: auch manche Medikamente gegen alle möglichen Magen und Darmerkrankungen selbst können als Nebenwirkung vermehrten Speichelfluss auslösen. Gleiches gilt von Beruhigungsmitteln. Sie sollten also unbedingt in Erfahrung bringen, wie die Tabletten heißen, die sie nimmt.
Vermehrter Speichelfluss ist nicht immer vermehrt, sondern manchmal dadurch bedingt, dass der Schluckreflex, unter Umständen nur zeitweise, gestört ist. Das kann ein Zeichen einer Erkrankung des Zentralnervensystems sein und erfordert unbedingt fachärztliche Betreuung durch einen Neurologen.
Könnte man, soviel ich weiß, mit BOTOX-Injektionen behandeln. das ist aber überhaupt nicht mein Gebiet, sondern das des Neurologen.
Kommen wir zurück zu den Fragen aus Ihrem ersten Brief:
Wenn ein Hormonmangel die Ursache sind, und mit 55 Jahren ist ihre Mama ja wahrscheinlich in der Postmenopause, also schon in der Zeit nach dem Aufhören der Menstruationsblutung und da hat sie ziemlich sicher einen Hormonmangel, dann würde ich auch eine HET vorübergehend ausprobieren. Eine Besserung müßte sich in etwa 2 Wochen zeigen.
Bitte denken Sie aber daran, alles ernst zu nehmen und abklären zu lassen und bitte informieren Sie mich nochmal genau über die Medikamente, die Ihre Mutter nimmt - ALLE!
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
TomDoc

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08.06.2007, 10:16 Uhr
Antwort

Hallo TomDoc!

Zu diesem Thema hätte auch ich eine Frage. Ich bin 50 Jahre alt und mache seit 5 Jahren eine HET (derzeit Estradot 100, Utrogest). Mich nervt die übermäßige Schleimbildung sehr. War vor zwei Jahren beim HNO und Lungenfacharzt. Es wurde nichts festgestellt. Die Schleimbildung ist in der Früh vermehrt, muss dann immer ausspucken. Das Sekret ist durchsichtig klar und leicht zäh. Am meisten stört mich die Schleimbildung beim Jogging. Ich muss ununterbrochen ausspucken, besonders wenn ich schneller laufe, da ich sonst nicht richtig durchatmen kann aufgrund der Schleimbildung im Hals. Ich habe niemals geraucht. Mein Vater war starker Raucher sowie die Bürokollegen, ich war zum passiv rauchen verurteilt. Kann auch bei mir die von Ihnen erwähnte Schluckstörung vorliegen?

Liebe Grüße

Mary

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08.06.2007, 12:41 Uhr
Antwort

Hallo Mary,
auch Ihnen rate ich, falls Sie alte Amalgam-Füllungen haben, diese beim Zahnarzt ersetzen zu lassen. Amalgam setzt im Laufe der Zeit das darin enthaltene Quecksilber frei und genau das macht sehr häufig diese Probleme.
Übrigens nennt sich diese Störung mit vermehrtem Speichelfluß
*Sialorrhoe*
Die in meinem Brief an die fürsorgliche Tochter erwähnte Möglichkeit einer eventuellen Erkrankung des Zentralnervensystems ist sehr selten; aber daran denken muß man auch, wenn keine andere Ursache gefunden wird.
Die geschichte mit dem Amalgan ist meines Wissens die häufigste Ursache.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
TomDoc

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13.06.2007, 12:48 Uhr
Antwort

Lieber Herr TomDoc!

ich bins nochmal:
Meine Mutter nahm nur ein Medikament gegen den Reflux namens Agopton, sonst nichts.
Momentan geht es ihr ganz gut, ihr Frauenarzt hat ihr Agnukliman Tropfen verschrieben, die ihren Zustand sehr verbessern, bis eben auf diesen lästigen Schleim, der ist immer noch da.
Jetzt hat sie mir soeben telefonisch ihren Hormonstatus durchgesagt (laut Befund, auf dem leider keine Referenzwerte angeführt sind).
Ihr FSH Wert ist 64,5
der HPRL Wert 18,30 und der E2 Wert 91 - können Sie mir dies ein wenig ausdeutschen, sind die Werte in Ordnung oder erhöht /erniedrigt?

Vielen Dank!
Liebe Grüße
Petra

PS: Die letzte Amalgam Füllung bekommt meine Mutter nächste Woche gegen eine Porzellanplombe ersetzt - danke für den Hinweis!

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13.06.2007, 13:58 Uhr
Antwort

Hallo Petra,
AGOPTON ist kein Mittel gegen Reflux, sondern ein Mittel gegen die damit verbundene Schleimhautentzündung durch den besch........enen HELICOBACTER-PYLORI-Keim (der bei mir auch grad festgestellt worden ist und den ich ähnlich behandelt - und den ich hoffentlich gekillt habe).
Dieser Helicobacter-Keim ist gefährlich, weil unbehandelt ein direkter Zusammenhang mit dem späteren Entstehen eines Magenkrebses bekannt ist. Also: diese Therapie war sehr wichtig und sehr gut (auch wenn einem unter den Tabletten ganz schön schlecht werden kann).
Zu Ihrer Frage zu den Hormonen: es ist nur möglich, über einen Hormonstatus etwas zu sagen, wenn man die Vergleichs-Normalwerte dieses Untersucher-Labors kennt.
Lediglich zum FSH (Follikelstimulierendes Hormon) kann ich etwas sagen: es ist erhöht und somit ein Hinweis auf die WJ. Mit allem Vorbehalt hat sie aber noch einen guten Östrogenwert, sodass tatsächlich die Pflanzentherapie mit Mönchspfeffer zu empfehlen ist, da die Frühzeichen der WJ bei sehr vielen Frauen eine Gelbkörperhormonschwäche ist (läst sich am einfachsten durch das morgendliche Messen der Morgentemperatur beweisen).
Wenn die letzte Amalgam-Füllung draußen ist, wird es noch eine Weile dauern, bis das Quecksilber aus dem Körper ausgeschieden ist. Was hat eigentlich der Zahnarzt dazu gesagt?
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
TomDoc

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13.06.2007, 14:46 Uhr
Antwort

Lieber TomDoc!

Uije, hat sie dieser Helicobacter auch erwischt! Ist dieser eigentlich auch mittels eines Blutbefundes erkennbar? Meiner Mutter hat nämlich der HNO eben ein wenig von dem Schleim entnommen und diesen dann ins Labor gesandt...
Der Zahnarzt meinte, dass dies eine gute Idee sei - allerdings müsste das Amalgam dann doch auch aus dem Körper ausgeleitet werden, oder?

Nun habe ich auch noch eine kleine Frage an Sie (wo ich doch mal bei einem Spezialisten in Sachen Frauenfragen bin):
In meinem ganzen Bekannten - und Kolleginnenkreis erkranken immer mehr Frauen an Gebärmutterhalskrebs, gerade jetzt wieder eine Freundin von mir, sie ist allerdings schon 40.
Nun wollte ich bei Ihnen nachfragen, was sie denn von der Spritze gegen dieses Papilomavirus halten?
Mein Frauenarzt meinte, ich sei schon zu alt dafür (bin jetzt 30) - aber ein gewisser Schutz bestünde dann doch immer noch, besser als nichts allemal, oder?

Vielen dank und liebe Grüße
Petra

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14.06.2007, 09:59 Uhr
Antwort

Hallo Petra,
ich hatte Ihnen eine sehr ausführliche Antwort geschrieben und abgeschickt, dann ist offensichtlich der Server bei Lifeline abgesoffen, sodaß ich nicht kontrollieren kann, ob meine Antwort angekommen ist oder nicht.
Die HPV-Schutzimpfung schützt vor der Erkrankung mit den Stämmen des Humanen-Papilloma-Virus, von denen man sicher annimmt, dass sie Krebs verursachen. Die meisten HPV-Stämme sind mehr oder weniger harmlos.
Die Schutzimpfung wurde soeben von der Stiko (Ständigen Impfkommission) als Jugendschutzimpfung für Mädchen VOR dem ersten GV empfohlen und wird von den meisten Krankenkassen bis zu einem bestimmten Lebensalter (ich kenne die aktuelle Altersgrenze nicht, da sie neu festgesetzt wurde) bezahlt. Die Impfung ist in jedem Lebensalter sinnvoll, allerdings kostet sie ca 350Euro.
Um festzustellen, ob die Impfung für Sie in Frage kommt, müssten Sie vorher einen HPV-Test machen (eine Art Abstrichuntersuchung), um die sogenannten High-risk-Virusstämme auszuschließen.
Bitte informieren Sie sich doch noch bei: www.krebsinformationsdienst.de unter HPV-Impfung.
Das Medikament, das Ihre Mutter verordnet bekommen hat, ist nicht gegen Reflux, sondern gegen die durch den Reflux verursachte Entzündung durch Helicobacter pylori.
Die Diagnose Helicobacter kann man auf 2 Arten machen: durch die gezielte Abnahme und bakteriologische Untersuchung des Magenschleims bei einer Magenspülung, oder durch einen vergleichsweise sehr einfachen Atemtest ? die Bakterien bilden nämlich Ammoniak.
Zum Thema Amalgam und Ausleitung: ich weiß nicht, wie schnell Quecksilber ausgeschieden wird, das müßte der Zahnarzt vielleicht besser wissen; aber ich denke, dass vermehrtes Wassertrinken ebenfalls die Ausscheidung beschleunigt.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
TomDoc

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