Postmenopausal nach Ovarektomie beidseits wegen BOT

Kategorie: Frauenheilkunde » Expertenrat Wechseljahre | Expertenfrage

17.12.2017 | 11:38 Uhr

Hallo Fr. Dr. Grüne

Aufgrund eines Borderline Tumor an den Eierstöcken mir beide Eierstöcke entfernt werden.

Diagnose der 1. OP 16.11.2017

Uterus myomatosus

Intraligamentäres Myom links

Saktosalpinx beidseits

Dermoidzyste rechts

VD Endometriosezyste links ( hat meine Gyn toal übersehen)

Netz-und Darmadhäsionen zur vorderen Bauchwand links

Peritubare und periovarielle Adhäsion links (was heißt das genau?)

 

Therapie

LSK Myomabtragung ( 1 Hinterwandmyom und das oben genannte)

LSK Adnexektomie links

Adhäsiolyse am Ovar einseitig

Komplette Netz- und Darmhäsiolyse

 

Diagnose 2. OP 04.12.2017

Borderline Tumor der Ovarien

 

Therapie

(sub)total Resektion des Omentum majus ( ist da noch was drinnen geblieben)

Komplette Netz- und Darmhäsiolyse

LSK Ovarektomie rechts

Ich habe keine Ahnung was den BOT ausgelöst hat, möglicherweise die Endozyste?

Die Gebärmutter ist erhalten geblieben.

Ich bin 51 Jahre alt, meine Periode ist dieses Jahr gerade mal 2x ausgeblieben, ich gehe davon aus, das ich noch relativ weit entfernt von der Menopause war, seit der OP bin ich postmenopausal, und komme mir vor wie ein Junkie auf Entzug, mir ist fast ständig schwindlig, ich leider unter Übelkeit, Kopfschmerzen und Herzrasen.

Jetzt habe ich hier in einem älteren Beitrag gelesen, dass man unter der Hormontherapie dann trotzdem wieder Blutungen bekommen kann, mir wurde in der Klinik gesagt, dass nach der OP keine Blutungen mehr kommen.

Und warum ist eine frühe erste Periode ein Risikofaktor für z. B. Endometriose?

 

 

 

 

 

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Bisherige Antworten
Expertin-Grüne
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17.12.2017, 14:26 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo MartyMcFly,

die Entfernung der Eierstöcke führt zu einer abrupten Menopause. Blutungen aus der Gebärmutter treten jetzt nicht mehr auf, wenn man nicht Hormone substituiert, die künstlich wieder einen Zyklus erzeugen.

Bei einer subtotalen Netzresektion bleibt der obere Anteil des großen Netzes am Dickdarm und Magen erhalten. Das dient der Vermeidung von Komplikationen, die bei einer totalen Netzentfernung auftreten können, wenn man dort eigentlich keine Tumorabsiedlungen vermutet.

Endometriose ist kein Risikofaktor für einen Borderlinetumor. Als möglichen Risikofaktor für die Entwicklung eines Borderline-Tumors diskutiert man das Rauchen. Sonst ist meines Wissens hier nichts bekannt. Auch eine gentische Veranlagung spielt dafür keine Rolle.

viele Grüße!

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17.12.2017, 17:54 Uhr
Kommentar

Hallo Fr. Dr. Grüne 

Danke für die schnelle Antwort.

Um die Hormonsubstituierung werde ich wohl nicht herum kommen, vor den beiden OP's  hatte ich mal kurze Phasen von Hitzewallungen, schon nach der ersten OP nahmen die Hitzewallungen ziemlich heftig zu, seit der 2. OP ist es fast unerträglich, es geht fast 24 Stunden , gepaart mit extremen Schweißausbrüchen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Verdauungsstörungen und fast permanentem Schwindel, mit regelrechten Attacken. Ich schlafe keine Nacht mehr als max 4 Stunden, aber ohne Erholung, weil ich ständig wach werde und mitunter Nachts aufstehe und duschen gehe, weil ich dermaßen nass geschwitzt bin. 

 

Ebenfalls sehr auffällig und vor allem belastend ist, das mein sexuelles Verlangen überhaupt nicht mehr vorhanden ist. Ich fühle mich derzeit wie ein Neutrum und das ist sehr belastend, ich bin erst 51 Jahre alt und hatte bisher ein ausgewogenes Sexualleben.

 

 

Viele Grüße

Expertin-Grüne
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17.12.2017, 20:27 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo MartyMcFly,

das ist eine klare Indikation zur Hormontherapie. Besprechen Sie das mit Ihrem Arzt. Dabei muss man den Nutzen gegen das Risiko abwägen vor dem Hintergrund  der persönlichen Situation und möglicher Vorerkrankungen.
Wenn Sie wieder ausgeruhter sind und besser schlafen, wird sich hoffentlich auch das Sexualleben wieder normalisieren.

viele Grüße!

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18.12.2017, 18:32 Uhr
Kommentar

Hallo Fr. Dr. Grüne

Heute hatte ich Termin zur Nachkontrolle nach OP, Untersuchung fand keine statt, fand ich jetzt etwas merkwürdig, aber gut.

 

Ansonsten macht sie jetzt einen Test zur Genbestimmung wegen der Hormontherapie, da meine Mutter Thrombose hatte, allerdings auch Osteoporose, muss also warten was dabei herauskommt. 

 

Ansonsten wurde mir ein Psychologe nahe gelegt, ob der nun allerdings irgendwas ändern kann wage ich zu bezweifeln.

 

Im Januar habe ich einen Termin bei dem Gynäkologen, der mich auch operiert hat, da ich ohnehin in Erwägung ziehe den Arzt zu wechseln, da mir einige Dinge bei meiner jetzigen Gynäkologin gar nicht gefallen.

Die Zyste am rechten Eierstock wurde zwar von ihr beobachtet, aber ohne mich über den aktuellen Stand in Kenntnis zu setzen, die Endometriosezyste am linken Eierstock hat sie übersehen, wie sie mir heute gesagt hat. Da weiß ich auch nicht was ich von halten soll, wer weiß was beim nächsten Mal übersehen wird. Mein Vertrauen ist jetzt doch ziemlich erschüttert und egal was bei der Genbestimmung raus kommt, werde ich vor dem Termin mit dem Operateur erstmal gar nichts an Therapie machen, da die Therapie sicher etwas länger andauern wird, die paar Tage bis Januar überstehe ich auch noch irgendwie.

 

Grüße

Expertin-Grüne
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18.12.2017, 20:59 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo MartyMcFly,

nicht immer sind die Schallbedingungen so gut, dass sich alle Organe vollständig und gut darstellen lassen. Ultraschall ist ein bildgebendes Verfahren, durch welches sich Schnittbilder des Gewebes erzeugen lassen, dabei wird der Ultraschall je nach Material eines Hindernisses an diesem reflektiert, absorbiert, gestreut wird oder tritt hindurch. Damit lassen sich also viele Strukturen gut beurteilen, dennoch hat das Verfahren Grenzen, wenn die erforderlich Eindringtiefe groß ist, Organe durch andere oder durch z.B. Luft (im Darm) überlagert werden.

viele Grüße!
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18.12.2017, 21:40 Uhr
Kommentar

Hallo Fr. Dr. Grüne

Die Zyste am linken Eierstock war schon gut zu sehen, der Arzt der mich operiert hat, hatte keine Probleme sie auf dem Ultraschall zu sehen.

Ich finde es nur nicht gut, wenn man eine Diagnose stellt, vor 4,5 Jahren und dann nichts mehr erwähnt u d der Patient davon aus geht das da auch nichts mehr ist, und dabei dann immer nur eine Seite beschallt und dann auch noch offen zu gibt, es übersehen zu haben, das stärkt jetzt unbedingt das Vertrauen in diese Ärztin.

Die Hormonbehandlung muss auch genau passen, und da werde ich mir auf jeden Fall eine Zweitmeinung von dem Operateur einholen, der sich damit auch wirklich gut auskennt, da das ein Spezialgebiet seiner Praxis ist.

 

Ihnen Danke ich recht herzlich und wünsche Ihnen ein schönes Weihnachtsfest 

Expertin-Grüne
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19.12.2017, 23:10 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo MartyMcFly,

Letzlich haben die Diagnose Ihrer Gynäkologin zu den notwendigen Eingriffen geführt und Sie sich korrekt behandelt worden.
Es ist jedoch eine wichtige Voraussetzung, Vertrauen in die Therapie und zum verordnenden Arzt zu haben.
Von daher ist in Ihrem Fall ein Wechsel wahrscheinlich sinnvoll, wenn Sie sich bei dem operierenden Arzt jetzt besser aufgehoben fühlen.

viele Grüße!

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