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Migräne

Kategorie: Frauenheilkunde » Expertenrat Wechseljahre | Expertenfrage

15.12.2005 | 09:19 Uhr

Lieber Dr. Dossler,

ich leide seit ca. 40 Jahren unter Migräne, seit ca. 25 Jahren deutlich im Zusammenhang mit der Menstuation. Ich habe 15 Jahre lang mit gutem Erfolg Ferrum-Quarz Kapseln von Weleda dagegen genommen, dann wirkten sie nicht mehr. Seit einigen Jahren bin ich in den Wechseljahren, habe meine Menstruation noch, und seit etwa 1 Jahr werden die Migräneanfälle immer häufiger. Bin mittlerweile arbeitsunfähig, da die Migräneattacken nicht nur vor, sondern auch während und noch tagelang nach der Mens auftreten. Vorher hatte ich ein, zwei Migräneanfälle pro Zyklus, jetzt bis zu zehn. Dazu starke Nackenverspannungen, anders als normale, eher würde ich sie als etreme Nackensteifigkeit (wie bei einer Hirnhautentzündung) beschreiben. Bin langsam ziemlich zermürbt bis verzweifelt.
Meine Fragen:
Ich nehme abends eine Magnesiumtablette - würde es etwas bringen, die Dosis zu erhöhen?

Mönchspfeffer werde ich ausprobieren - bin neu im Forum und habe es gerade gelesen. Hätten Sie noch einen Rat in meinem extremen Fall?

Letzte Frage: Kann ich darauf hoffen, dass diese Beschwerden ganz aufhören, wenn meine Regel endgültig aufgehört hat? (Ich habe in einem Vortrag gehört, dass die Wechseljahre damit noch nicht vorbei sind)

Vielen Dank im Voraus und
herzliche Grüße

Samona

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16.12.2005, 12:38 Uhr
Antwort

Hallo Samona,
was haben Sie denn bisher außer Ferrum-Quarz gegen die Schmerzen unternommen?
Sind Sie schon einmal in einer Schmerzklinik gewesen wegen der Migräne? Wurde Ihr Prolaktin-Hormon-Spiegel einmal während eines Anfalls bestimmt? CT oder MRT des Kopfes durchgeführt?
Magnesium, Mönchspfeffer etc, sind bei echter Migräne eigentlich wirkungslos.
Es ist durchaus wahrscheinlich, dass sich Ihre Kopfschmerzen, wenn ein hormoneller Zusammenhang besteht, mit den WJ nachlassen und sogar ganz aufhören.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
TomDoc

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16.12.2005, 21:44 Uhr
Antwort

Sehr geehrter Dr. Dossler,

Prolaktinspiegel und Kopfschmerzen in den WJ gibt es da einen Zusammenhang?
Muß der Wert nüchtern bestimmt werden,wann ist der richtige Zeitpunkt damit er aussagekräftig sein soll?
Herzlichen Dank für Ihre Antwort.
Auch ich wünsche Ihnen von Herzen ein ruhiges und besinnliches Weihnachtsfest und ein friedliches Jahr 2006.
Herzliche Grüße Rover

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18.12.2005, 10:28 Uhr
Antwort

Hallo Rover,
nicht nur in den WJ gibt es einen Zusammenhang.
Ein kleines Beispiel, wenn auch veraltet: es gab einmal ein Medikament zu Migräneprophylaxe, CUVALIT=Lysurid-hydrogen-maleat. Das wurde täglich eingenommen z.B. bei zyklisch wiederkehrender Migräne (zur Anfallstherapie war es ungeeignet). Da es aber sehr lange dauerte, bis die richtige Dosierung gefunden war, wurde das Medikament mangels Verkaufserfolg wieder aus dem Handel genommen. Ich behandele in meiner Praxis viele Patientinnen mit Prolaktin-bedingter Kinderlosigkeit, also Patientinnen mit erhöhten Prolkaktinwerten. Unter anderem mit dem Medikament DOPERGIN=Lysurid-hydrogen-maleat (!) – also der gleichen Substanz, bloß ist 1 Dopergin soviel wie 10 Cuvalit.
Im Allgemeinen nimmt man Prolaktin nüchtern in der zweiten Zyklushälfte ab (oder auch im Kopfschmerzanfall!). Interessant ist, dass das AGNUCASTON=Mönchspfeffer das Prolaktin senkt. Ein Grund weswegen ich oft in de WJ Mönchspfeffer ( der ja ansonsten die Gelbkörperbildung fördert) wegen Kopfschmerzen empfehle (mit oft überraschendem Erfolg).
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
TomDoc

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20.12.2005, 12:09 Uhr
Antwort

Sehr gehrter Dr. Dossler
vielen Dank für Ihre Aufklärung,aber die massiven Wechseljahrsprobleme sind manchmal nur sehr schwer zu händeln und nicht alle FA beraten so gut und geduldig wie Sie.
Kann man Mönchspfeffer gegen Kopfschmerzphasen in den WJ auch zusätzlich zu Dermestril 25mg Pflaster nehmen,durchgängig oder nur bei auftreten der Beschwerden?Welches Produkt?
Danke viele Grüße Rover

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20.12.2005, 19:11 Uhr
Antwort

hallo Rover,
ja, kann man, und mache ich sogar sehr häufig in meiner Praxis.
Ohne ein besonderes Produkt hervorheben zu wollen: die Dosierung ist wichtig (aber nicht nur die: viele Pflanzenpräparate sind zwar gleich dosiert, aber doch in der Galenik anders). Die längste Erfahrung habe ich mit AGNUCASTON und STROTAN.
Bei manchen Mönchspeffer-Präparaten tritt Hautjucken auf nach der Einnahme (kommt sehr selten vor). Das habe ich zwar auch bei AGNUCASTON gesehen, aber extrem selten.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
TomDoc

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