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Hormonstatus - Stadium Wechseljahre

Kategorie: Frauenheilkunde » Expertenrat Wechseljahre | Expertenfrage

30.04.2010 | 12:30 Uhr

Hallo Herr Doktor,
Ich bin 44 Jahre alt und habe seit 1,5 Jahren Stimmungsschwankungen, Depressionen, Schweißausbrüche, Hitzewallungen, etc. - volles Programm. Habe jetzt von meinem Frauenarzt einen Hormonstatus (priv. bezahlt) machen lassen, das Ergebnis ist:
Östradiol 2,74 pg/ml
Östron 14,91 pg/ml
LH 50,28
FSH 158,34
Beurteilung: Es liegt ein klimakterisches Hormonprofil vor mit unter 40 pg/ml liegendem 17-ß-Estradiolspiegel vor ... kann mit der gabe eines Östrogen/Gestagen Präparates begonnen werden (habe ich abgelehnt).

Meine Frage, wie weit bin ich bei diesem Hormonstatus mit den Wechseljahren? Und hat die Mirena (habe ich seit 3 Jahren) Einfluss auf die Wj bzw. den dzt. Hormonstatus?
Besten Dank für Ihre Antwort. Moody

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30.04.2010, 12:54 Uhr
Antwort

Hallo Moody,
ich bin der festen Überzeugung, dass Sie die MIRENA selber in die Wechseljahre geknallt hat.
Es ist eine der (sicher nicht zu häufigen) auch im Beipackzettel erwähnten Wirkungen des in MIRENA enthaltenen Hormons LEVONORGESTREL, dass es die Eierstockfunktion komplett ausschalten kann. Hierzu finden Sie zahlreiche Beiträge in diesem Forum, wenn Sie den Suchbegriff Mirena eingeben.
Der teure Hormontest hat nur das bewiesen und beweist nichts anderes
Ob Ihre Eierstöcke sich wieder erholen, wenn Sie die Mirena entfernen, ist eine andere, leider nicht vorher zu beantwortende Frage.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
TomDoc

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30.04.2010, 13:21 Uhr
Antwort

Danke für die rasche Antwort. Mein Frauenarzt ist von der Mirena total begeistert und hat sie mir auch empfohlen (habe jahrelang die Pille genommen, sie aber dann nicht mehr vertragen - deshalb Mirena und weil ich sehr schmerzhafte Regelblutungen hatte). Mit der Mirena hatte ich von der 1.Minute an keine Blutungen mehr, von den Nebenwirkungen hatte ich vor dem Einsetzen keine Ahnung und Beipackzettel habe ich keinen bekommen. Erst vor 1,5 Jahren habe ich dann mal nachgelesen, welche Probleme andere Frauen damit haben.
Egal, jetzt bin ich also an einem Punkt, wo ich mir die Frage stellen soll, Mirena raus und schauen was kommt oder weiter voll im Wechsel bleiben.
Der einzige Vorteil der Mirena für mich war, dass ich keine Blutungen und damit keine Schmerzen mehr hatte (mein Uterus ist nach hinten abgeknickt und ich leide dann immer sehr). Die Stimmungsschwankungen hatte ich auch ohne Mirena. Kopfschmerzen, Brustspannen, PMS, etc. auch.

Meinen Sie ich bin schon am Ende der Wechseljahre?
Wenn ich die Mirena jetzt rausnehmen lasse und die Eierstöcke produzieren wieder, komme ich dann in 3 Jahren wieder in die Wechseljahre? (Tut mir mein Mann jetzt schon leid) ;o)
Werde mir am Wochenende mal die Beiträge dazu durchlesen.
Danke und schönes WE.

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30.04.2010, 13:27 Uhr
Antwort

Nochmal ich, habe mir jetzt die Nebenwirkungen durchgelesen, da steht aber nichts davon, dass die Eierstockfunktion ausgeschaltet werden kann.
bei Verwendung in Intrauterinpessaren (Spirale)
Sehr häufige Nebenwirkungen:
gutartige Eierstockzysten.

Häufige Nebenwirkungen:
verringerter Geschlechtstrieb, depressive Verstimmungen, Nervosität, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Akne, Rückenschmerzen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Stimmungsschwankungen, Migräne, Blähungen, Haarausfall, überschießende Behaarung, Juckreiz, Ekzeme, Eileiterschwangerschaft, Bauchhöhlenschwangerschaft.

Seltene Nebenwirkungen:
Hautausschlag, Nesselsucht, vermehrtes Schwitzen.

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
Brustkrebs.

Besonderheiten:
In vielen Fällen lassen Schmier- und Zwischenblutungen nach einigen Monaten der Anwendung (Minipille oder Spirale) nach.

Nach dem Einsetzen eines Intrauterinpessars) kommt es häufig zu krampfhaften Unterleibsschmerzen und Ausstoßung der Spirale. Selten kommt es zur Verletzung der Gebärmutter.

Nach der Einnahme einer hohen Dosis Levonorgestrel zur Schwangerschaftsverhütung nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr kann es zu Durchfall kommen. Die folgende Regelblutung kann um einige Tage verspätet einsetzen.

Während der Anwendung ist das Risiko für eine Eileiterschwangerschaft (Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter) leicht erhöht. Bei Ausbleiben der Regelblutung und bei Unterleibsschmerzen sollte daher eine ärztliche Untersuchung erfolgen. Auch die Möglichkeit eines Lebertumors ist in Betracht zu ziehen.

Bei ersten Anzeichen von Venenerkrankungen aufgrund einer Blutgerinnselbildung (Thrombose), bei plötzlich auftretenden migräneartigen oder ungewohnt starken Kopfschmerzen, akuten Sehstörungen jeder Art, schweren Depressionen oder deutlichen Störungen der Leberfunktion ist die Behandlung mit Levonorgestrel abzubrechen.

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30.04.2010, 13:55 Uhr
Antwort

Hallo,
dann wurde der Beipackzettel m.E. geändert.
Ich kenne Folgendes:
in einigen Fällen (es sind wohl bis zu 10 %) kommt es unter einer Monotherapie mit Gelbkörperhormonen zu einer Anovulation (=Ausbleiben des Eisprungs) und subnormalen=zu niedrigen Östrogenwerten.
Und dann treten Östrogen-Mangelprobleme auf, die tatsächlich den Wechseljahren ähneln.
Die zahlreichen Berichte auch von viel jüngeren Frauen zu diesem Thema bestätigen dies, auch wenn es sich insgesamt ganz sicher um eine eher seltene Komplikation handelt.
Ich bleibe also dabei, dass nur nach dem Entfernen der Mirena eine klare Aussage getroffen werden kann
Ihr
TomDoc

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30.04.2010, 14:03 Uhr
Antwort

...und noch ein Nachtrag:
wenn im Beipackzettel darauf hingewiesen wird, dass es unter MIRENA zu
verringertem Geschlechtstrieb, depressiven Verstimmungen, Kopfschmerzen, Akne und vermehrtem Schwitzen kommen kann, dann ist dies bereits ein klarer Hinweis auf eine zentrale Wirkung des Levonorgestrels an Hypothalamus und Zwischenhirn!
Selbst der Hinweis auf das Auftreten von Eierstockzysten vor allem in den ersten Monaten nach Einlage der Mirena ist ein unwiderlegbarer Beweis für eine über die Gebärmutter selbst hinausgehende hormonelle Wirkung!!!!
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
TomDoc

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30.04.2010, 14:38 Uhr
Antwort

Habe mein Schreiben von vorhin nochmal kopiert, weil ich nicht weiß, ob Sie das auch gelesen haben.
Das mit den Nebenwirkungen der Mirena ist eigentlich eine Frechheit, dass man da nicht genauer informiert wird. Noch dazu wird geschrieben: Im Unterschied zu anderen Verhütungsmethoden mit dem Gelbkörperhormon wird bei der Hormonspirale der Eisprung nicht unterdrückt und Sie behalten Ihren natürlichen Zyklus bei.

Nochmal reinkopiert:
Danke für die rasche Antwort. Mein Frauenarzt ist von der Mirena total begeistert und hat sie mir auch empfohlen (habe jahrelang die Pille genommen, sie aber dann nicht mehr vertragen - deshalb Mirena und weil ich sehr schmerzhafte Regelblutungen hatte). Mit der Mirena hatte ich von der 1.Minute an keine Blutungen mehr, von den Nebenwirkungen hatte ich vor dem Einsetzen keine Ahnung und Beipackzettel habe ich keinen bekommen. Erst vor 1,5 Jahren habe ich dann mal nachgelesen, welche Probleme andere Frauen damit haben.
Egal, jetzt bin ich also an einem Punkt, wo ich mir die Frage stellen soll, Mirena raus und schauen was kommt oder weiter voll im Wechsel bleiben.
Der einzige Vorteil der Mirena für mich war, dass ich keine Blutungen und damit keine Schmerzen mehr hatte (mein Uterus ist nach hinten abgeknickt und ich leide dann immer sehr). Die Stimmungsschwankungen hatte ich auch ohne Mirena. Kopfschmerzen, Brustspannen, PMS, etc. auch.

Meinen Sie ich bin schon am Ende der Wechseljahre?
Wenn ich die Mirena jetzt rausnehmen lasse und die Eierstöcke produzieren wieder, komme ich dann in 3 Jahren wieder in die Wechseljahre? (Tut mir mein Mann jetzt schon leid) ;o)
Werde mir am Wochenende mal die Beiträge dazu durchlesen.
Danke und schönes WE.

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30.04.2010, 18:19 Uhr
Antwort

Hallo Moody,
ich habe auch nicht gesagt, dass Mirena kompletter Unsinn ist.
Ganz im Gegenteil.
Sie wird sicher von den meisten Frauen gut vertragen und ist zum Beisoiel ein sehr gutes Mittel gegen Regelbeschwerden.
Aber wenn Sie die von mir zitierten Nebenwirkungen analysieren (und dazu sind Sie als Laie nicht unbedingt in der Lage), dann sehen Sie , dass Mirena systemische Wirkungen haben kann.
Und gerade die Frauen, die solche Nebenwirkungen haben, werden dann von den Ärzten nicht ernst genug genommen und mit Sätzen abgespeist:Das habe ich noch nie erlebt!
Mir sind hier im board Fälle bekannt geworden, die einen Marathonlauf durch gynäkologische, internistische und psychiatrische Praxen hinter sich hatten, bis dann die MIRENA gezogen wurde und als Ursache sich selbst entlarvte.
Wenn 99 von 100 Frauen mit der Methode gut klar kommen, dann git es besonders, den 100.Fall, der Probleme entwickelt, auch als solchen Fall zu erkennen und nicht aus möglicherweise falscher Scham, weil man der Patientin 500 Euro abgeknöpft hat, die Effekte einfach ad acta zu legen und zu behaupten, das das nicht von Mirena kommen kann.
Ich habe in meiner Praxiszeit die Mirena nicht gelegt, weil ich das Hormoin LEVONORGESTREL und seine möglichen (seltenen) Nebenwirkungen gut kannte. Abgesehen davon fand ich den Preis immer unverschämt teuer.
Und so kamen in meine Praxis auch nur die Mirena-Patientinen, die Probleme hatten und die von ihren Ärzten nicht ernst genommen wurden.
Insofern sind meine Meinungen zu MIRENA auch voreingenommen.
Ich hatte einige sogar sehr junge Patientinnen, bei denen es unter Mirena zum Komplettausfall der ovariellen Funktion kam - in meiner Praxis wurden sehr viele Hormonanalysen durchgeführt, anhand derer man diese Funktionsstörungen eben am besten beweisen kann. Und erst nach Entfernung normalisierte sich die Ovarialfunktion wieder, was man allerdings bei Frauen in der Prämenopause nicht vorhersagen kann.
Dass Sie jetzt hormonelle Probleme haben, ist unbestritten und durch die Analyse bewiesen.
Ob dies jetzt Mirena-Effekt ist oder tatsächlich die WJ, kann ich Ihnen auch leider nicht vorher sagen.
Dass Sie wider jede Vorschrift keinen Beipackzettel bekommen haben und möglicherweise auch das vom Hersteller ausdrücklich vorgeschriebene ausführliche Aufklärungsgespräch nicht geführt haben, finde ich sehr bedauerlich.
Jetzt bleibt Ihnen nur die Entscheidung: raus mit der Mirena und darauf hoffen, dass sich die Beschwerden bessern, oder den für Sie als relativ junge Frau bestehenden deutlichen Hormonmangel mittels natürlicher adjuvanter HT zu behandeln und die Mirena als Kontrazeptivum weiter zu behalten.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
TomDoc

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03.05.2010, 12:55 Uhr
Antwort

siehe Direktantwort im board
TD

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