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Gynakodin/Utrogest durchnehmen oder nicht

Kategorie: Frauenheilkunde » Expertenrat Wechseljahre | Expertenfrage

04.03.2021 | 10:01 Uhr

Guten Morgen Frau Dr. Grüne,

ich bin ein bisschen verunsichert. Ich hehme seit fst vier Wochen Gynakodin (knapp 1 1/2 Hub Gel) und 200 mg Utrogest. Meine Gyn hatte mir vorgeschlagen, beides "durch" zu nehmen, für den Fall, dass ich Probleme vor der Regelblutung bekäme. Ich haben bis vor kurzem die Hormonspirale genutzt, unter der ich zum Schluss alle 2 Wochen eine Blutung bekam (steigendes Hormondurcheinander bei mir, nachlassende Wirkung der Mirena nach 5 Jahren). Nun ist es derzeit so, dass ich quasi jede Woche eine Blutung bekomme und ich mich dann wirklich mies fühle. Der Versuch, die Therapie kont. einzunehmen hat daran nichts geändert. Nun sagte meine Gyn plötzlich, dass ich die beiden Mittel ja auch zyklisch nehmen soll. Das werde ich natürlich versuchen (sobald die Blutung kommt, lasse ich das Utrogest weg). Grundsätzlich ist es aber eigentlich so, dass ich auf die Regel gerne verzichten würde, da ich dann wirklich 2 Tage auf dem Sofa liege. Vor allem in der Häufigkeit und irgendwie so völlig unreguliert. Ich nehme an, dass durch das Entfernen der Mirena vorübergehend noch mehr durcheinander gekommen ist, als es eh schon war.

Ein Hormonstatus wurde nicht erstellt, bei der Untersuchung war erkennbar, dass die Eierstöcke noch (rest)aktiv sind. Derzeit bin ich das erste Mal seit über 4 Wochen KOMPLETT blutungsfrei (juchuu). 

Was würden Sie empfehlen? Überlege tatasächlich, mir die Mirena wieder legen zu lassen. Kann ich das nicht durch ein Gestagen-Präp. umgehen?

Alter:fast 50, 172 cn, 59 kg

Viele Grüße! 

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04.03.2021, 17:28 Uhr
Antwort

kleiner Nachtrag: nachdem ich am WOE auch wieder Wechseljahres-PMS-Symptome hatte, kam am So eine kaum erkennbare Blutung. Danach war ich wieder fit, nur eine (für mich neue) Übelkeit blieb noch etwas. Nun geht der Spaß von vorne los. Wohl eine gute Gelegender, das Utrogest ab heute wegzulassen. 

Expertin-Grüne
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04.03.2021, 20:24 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo,

in Ihrem Alter bei noch erhaltener Eierstockaktivität ist bei Anwendung naturidentischer Hormone eine zyklische zyklusadaptierte Behandlung besser geeignet oder man wählt doch eine Pille, die kontinuierlich eingenommen werden kann und das Gebärmutterschleimhautwachstum stärker hemmt.

viele Grüße
Dr. Grüne

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04.03.2021, 20:39 Uhr
Kommentar

Vielen lieben Dank für Ihre schnelle Antwort. Ich werde die zyklische Anwendung ausprobieren. Wie von mir geschrieben - diese kurzen Intervalle sind doch recht anstrengend (und schade - da ich ansonsten schon positive Entwicklungen spüre, die dann immer wieder über den Haufen geworfen werden). Wenn ich dann sehe - das haut immer noch nicht hin, kann ich mit meinem Gyn bzgl Pille (Sie meinen vermutlich die Kombipräp. für die WJ..?) sprechen. Schönen Abend für Sie! 

Expertin-Grüne
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05.03.2021, 06:54 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo,

ja, richtig, ein Kombipräparat für die zyklische Anwendung.

viele Grüße
Dr. Grüne

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08.03.2021, 07:47 Uhr
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Guten Morgen Frau Dr. Grüne,

jetzt muss ich Sie doch noch mal fragen. Wie von mir vermutet, kam am Do-Abend noch eine Blutung, so dass ich dann direkt das Utrogest abgesetzt habe. Die Blutung ist mittlerweile fast weg, aber ich werde dieses Dauer-PMS einfach nicht los. Neu ist wirklich diese ewige Übelkeit (heute morgen wieder ganz schlimm, eigentlich ein Anzeichen, dass die Hormone im Keller sind und eigentlich eine Blutung kommt (schon wieder??)). Kurzum: irgendwas ist da völlig aus den Fugen geraten. Macht es Sinn, tatsächlich beide Präparate mal 3-4 Tage abzusetzen? Soll ja helfen, eine richtige Blutung auszulösen und alles mal wieder ins Lot zu bringen.

Mittlerweile denke ich, dass diese Therapie aus Gyn.+Utrogest für mich persönlich nicht die Passende ist, habe in 2 1/2 Wochen auch einen Arzttermin. Aber frau will ja nichs unversucht lassen.

Viele Grüße!

Expertin-Grüne
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08.03.2021, 14:53 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo Sonnenblume,

bei zyklischer Behandlung würde hier das Östrogen durchgängig verwendet und nur das Progesteron pausiert. Es muss pro Zyklus mindestens 12 Tage angewendet werden, um einen ausreichenden Schutz an der Gebärmutterschleimhaut zu erzielen.

viele Grüße
Dr. Grüne

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08.03.2021, 15:18 Uhr
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Hallo - die zyklische Anwendung hatte ich soweit überblickt. Ich habe nur schon oft von einer 3-4 tägigen Pause gelesen, quasi als Neustart. Wenn alles scheinbar durcheinander ist. Aber ehrlich gesagt graust mir auch davor - 4 Tage ohne alles und ich bin total platt. 

Expertin-Grüne
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08.03.2021, 14:54 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Sorry,

"Sonnenblume" war natürlich nicht korrekt.

viele Grüße
Dr. Grüne

Expertin-Grüne
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09.03.2021, 21:00 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo

eine komplette Unterbrechung ist nicht erforderlich und sollte auch lieber nicht erfolgen, wenn das erwartungsgemäß zu stärkeren Beschwerden führt.

viele Grüße
Dr. Grüne

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10.03.2021, 08:01 Uhr
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Guten Morgen,

vielen lieben Dank für die Info. Ich werde da jetzt auch nichts mehr durcheinander bringen. Die Lage ist seit 3 Tagen etwas stabiler (nicht top, aber das kann man nach 4 Wochen auch nicht erwarten). In 2 Wochen habe ich wieder einen Gyn-Termin, dann können wir beratschlagen, was sinnvoll ist, um das mit den permanenten (Mini)-Blutungen (aber eben mit allen Symtomen) in den Griff zu bekommen. Sie haben mir da ja schon tolle Tipps gegeben.

Einen schönen Tag wünsche ich Ihnen. 

 

 

 

Expertin-Grüne
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10.03.2021, 22:06 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo

das freut mich - ich wünsche alles Gute - hoffentlich finden Sie einen Weg, der Sie bald beschwerdfrei werden lässt.

viele Grüße
Dr. Grüne

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18.03.2021, 14:38 Uhr
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%)

Hallo Frau Dr. Grüne, jetzt muss ich Sie leider nochmal behelligen. Wie ich Ihnen vor 2 Wochen schrieb, hatte ich das Utrogest bei Wiedereinsetzen einer kleinen Blutung abgesetzt (auch auf Anraten meiner Gyn, die ja zuerst gesagt hatte, ich können die Therapie auch kont nehmen). So richtig passierte erst nix, außer dass das Dauer-PMS-Gefühl verschwand (juchuu). An ZT 3 oder 4 setzte dann völlig ohne Symptome vorher die Mens ein, die auch als solche zu bezeichnen ist, keine Schmierblutung etc.). Am nächsten Tag wurde diese ziemlich heftig, mein Kreislauf war arg im Keller. Und seitdem blute ich HEFTIGST. Heute ist ZT 15. Habe an ZT 11 (also etwas früher) wieder mit Utro angefangen. Die Blutung ist nicht zu stoppen. Und so langsam schwindet wirklich die Energie (Hab zeitweise das Gefühl ich kippe um). Wenn man es genau nimmt bin ich seit dem 05.2. (ziehen der Mirena, StArt der HET) nie blutungsfrei gewesen (bis auf 2 - 3 Tage). Habe nun heute bei meiner Gyn angerufen und habe mich nicht per TEL abfertigen lassen. Soll nun morgen kommen. Wie bekommt Frau denn nun diesen Mist wieder in den Griff??? Bin mittlerweile der Meinung, dass das Gyn+ Utro nix für mich ist. Die Hormone dümpeln gefühlt im Keller (obwohl ich sie zuführe) und "geregelt" (im wahrsten Sinne des Wortes) wird aber mal so gar nichts. 

Schlappe Grüße 

Expertin-Grüne
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18.03.2021, 19:46 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo

vermutlich ist es nun an der Zeit für eine Ausschabung, damit die Blutungen ein Ende nehmen.
Der Blutverlust ist auf die Dauer erheblich. Von daher muss man rechtzeitig reagieren.

viele Grüße
Dr. Grüne

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19.03.2021, 12:11 Uhr
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Haha - so langsam wird lustig. Heute bei meiner Gyn gewesen. Die GBMS ist hauchdünn. Plötzlich habe ich Myome (nicht näher benannt) und eine Zyste (über 5 cm). Sie will an der Therapie nix ändern (eher noch weniger Utrogest, also 100 er zu 1 1/2 Hüben Gynokadin). Blut wurde genommen für Tumormaker. Soll in 4-6 Wochen wiederkommen. Ansonsten könne ich die Therapie auch absetzen. 

Na - das nenne ich mal eine Hilfe. 

Expertin-Grüne
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19.03.2021, 13:22 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo

wenn die Schleimhaut so dünn ist, wird die Blutung nun ja hoffentlich bald aufhören. Klingt also insoweit doch erst mal beruhigend.

viele Grüße
Dr. Grüne

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