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Gebärmutterkrebs?

Kategorie: Frauenheilkunde » Expertenrat Wechseljahre | Expertenfrage

04.08.2020 | 09:32 Uhr

Guten Morgen Frau Dr. Grüne,

ich habe im März (51 Jahre)  nach 15 Monaten wieder eine  Regelblutung bekommen. Ich nehme keine Hormone, mein BMI liegt bei 28. Beim US hatte ich eine Endometriumdicke von 15 mm und sollte zur Ausschabung mit der Anmerkung, vllt. haben Sie Krebs.. In der Kllinik (paar Tage später) waren es nur noch 6 mm, Gebärmuttschleimhaut glatt und unauffällig, normaler Krebsabstrich o.B. Aufgrund Corona, Alter, BMI könnte ich noch abwarten. Ist das normal, dass die Gebärmutterschleimhaut innerhalb von 3 Tagen sich um die Hälfte reduziert?

Ich bin also wieder zurück zu meinem Gyn, Kontrolltermin 8 Wochen später (Mai) und er maß jetzt auch diese 6 mm. Er bestätigte nun alles was im Arztbrief stand (BMI, noch grenzwertiges Alter, Schleimhaut unauffällig, glatt etc) und ja natürlich man kann noch abwarten. 

Ich bin jetzt in engmaschigen Kontrollen und muss nächsten Monat wieder hin. Meine Frage, auf was wird jetzt überhaupt gewartet? Ich bin sehr verunsichert, weil mein Gyn bei der ersten Untersuchung mir mehr oder weniger regelrecht an den Kopf schmiss, "Vllt. haben Sie Krebs" und jetzt nach dem Motto "och naja, wir warten mal ab". In meinem Kopf hämmert jetzt "Krebs, Krebs, Krebs"....Wie hoch ist das Risiko?

Liebe Grüße

Silja 1968

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Expertin-Grüne
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04.08.2020, 10:12 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo Silja,

ein Endometriumkarzinom tritt häufiger erst in höherem Alter oder bei einem schon länger bestehenden hormonellen Ungleichgewicht oder seltener genetischer Veranlagung auf.
Verantwortlich ist meist eine Östrogendominanz, die fortwährend  das Schleimhautwachstum stimuliert ohne dass Gestagene in ausreichender Wirkmenge die Schleimhaut wieder transformieren.
Um die Wirkungen einer Östrogendominanz auf das Endometrium auszuschließen bzw. abzuklären, wird eine Ausschabung empfohlen (die Schleimhautdicke im Ultraschall ist dabei nur ein zusätzliches Kriterium), wenn es mehr als 12 Monaten nach der Menopause noch einmal blutet.
Häufig findet man dann eine Endometriumhyperplasie, aber nicht gleich Krebs.
Es spricht nichts gegen die Einschätzung des Krankenhauses, alternativ können Sie jetzt eine Ausschabung durchführen lassen, um damit abzuschließen.

viele Grüße
Dr. Grüne

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04.08.2020, 13:05 Uhr
Kommentar

Hallo Frau Dr. Grüne,

erst einmal herzlichen Dank für Ihre prompte und ausführliche Antwort. Das hätte ich mir von meinem Gyn gewünscht.

Dennoch verstehe ich nicht, weshalb und worauf wir bzw. mein Gyn/KH warten wollen.  Der Eingriff hätte ja schon längst erfolgen können. Gerade nach Ihrer Eklärung, erschließt sich mir das nicht.

Können Sie mir nochmal behilflich sein und mir erklären, worauf gewartet wird?

Liebe Grüße

Silja 1968

Expertin-Grüne
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04.08.2020, 15:09 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo Silja,

die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um eine fortgeschrittene Veränderung handelt, ist sehr gering, da die 12 Monate nach letzter Blutung noch nicht lang überschritten sind.
Daher will man Ihnen den Eingriff in Anbetracht des jetzt unauffälligen Ultraschallbildes sicher "ersparen". Sie haben seitdem nicht wieder geblutet, auch das klingt gut.
Aber die letzte Sicherheit wäre nur durch eine Ausschabung zu erlangen.

viele Grüße
Dr. Grüne

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04.08.2020, 20:57 Uhr
Kommentar

Guten Abend Frau Dr. Grüne,

jetzt habe ich es verstanden.Es bedeutet eben nicht gleich Krebs, wie es mein Gyn mir anfangs ohne Umschweife mitteilte. Ich bin durch Ihre Ausführungen jetzt wesentlich beruhigter und kann diese ganze Vorgehensweise endlich nachvollziehen. 

Ein ganz großes Dankeschön!

Liebe Grüße

Silja 1968

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Expertin-Grüne
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05.08.2020, 10:11 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo Silja,

sehr gern - freut mich, wenn die Informationen hier Ihnen weiter helfen. Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute!

viele Grüße
Dr. Grüne

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