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Definition "starke Blutung"?

Kategorie: Frauenheilkunde » Expertenrat Wechseljahre | Expertenfrage

17.05.2014 | 11:11 Uhr

Hallo Frau Grüne,

ich habe mich schon oft gefragt, wie man eine "starke" Blutung eigentlich definiert, also nicht eine "langanhaltende".

Empfindet das nicht jede Frau individuell verschieden?

Ich meine, lässt sich eine "starke" Blutung z.B.anhand vom täglichen Tampon-Verbrauch etc. definieren? Oder wie ist das aus medizinischer Sicht?

LG, Cora

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Bisherige Antworten
Expertin-Grüne
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17.05.2014, 13:57 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo Cora,

die Blutungsstärke ist immer sehr subjektiv, daher ist eine genaue Beurteiung der Menge kaum möglich. Gelingen kann das unter Verwendung von sog. Menstruationstassen. Der normale Blutverlust pro Menstruation liegt bei 50-100 ml. Üblicherweise bezeichnet man aber eine Blutung, bei der 3 - 5 Binden oder Tampons pro Tag verbraucht werden, als Blutung normaler Stärke. Auch das ist aber subjekt, da Frauen ja die Hygieneartikel nach unterschiedlichem Befinden wechseln.

Wenn mehr als 3-5 Binden/Tampons pro Tag verbraucht werden oder ein Wechsel häufiger als alle 2 Stunden nötig ist, ist eine weitere Abklärung sinnvoll, dabei sollte z.B. ein Blutbild untersucht werden mit der Frage, ob sich bereits eine blutungsbedingte Anämie entwickelt hat. 

MfG Dr. Grüne

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17.05.2014, 14:24 Uhr
Antwort

Aha, da liege ich ja gerade noch im oberen Bereich der "Norm".

Dankeschön für Ihre Antwort.

Die Stärke und die Dauer sind bei mir - trotz sehr unregelmäßiger Zyklen seit 2 Jahren - eigentlich unverändert.

Ich fürchte mich nur immer, dass nach einem langen Zyklus dann doch mal eine Mega-Blutung einsetzt, weil zu viel Schleimhaut aufgebaut ist. Bislang zum Glück noch nicht passiert.

Es ist schon eine große Verunsicherung in diesen Wechseljahrszeiten, manchmal komme ich mir vor wie in der Pubertät - nur andersrum.

Schönes Wochenende Ihnen

Cora

 

Expertin-Grüne
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17.05.2014, 14:31 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo Cora,

ja, das trifft es ganz gut -  die Pubertät, nur anderes herum.

Meist verläuft das alles glimpflich, nur wenige Frauen haben echte Blutungsprobleme, meist auch nur dann, wenn vorher schon Auffälligkeiten im Blutungsverhalten bestanden.

Wenn die Blutungspause zu lang werden und die Schleimhaut hoch aufgebaut ist, ist die gelegentliche hormonelle Einleitung einer Blutung zu überlegen. Das würde zu starken, unkontrollierten Blutungen vorbeugen.

viele Grüße!

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17.05.2014, 14:52 Uhr
Antwort

Hallo Frau Dr. Grüne,

ja, ich hatte im Sommer während eines langen Zyklus von einem Frauenarzt mal ein Hormon bekommen (ein Gestagen oder wie das hieß), hab's mir aber nicht einverleibt, weil mir das mit den Hormonen so furchtbar unsympatisch ist und ich dann das Gefühl habe, die Kontrolle über meinen Körper zu verlieren. (Da ich nie verhütet habe, meine ich bislang noch immer, meinen Körper "eigentlich" zu kennen).

Die "von sich aus" dann endlich einsetzende Blutung war dann wie gewohnt.

Schade, dass man nicht in die Zukunft gucken kann.

Oder vielleicht ja auch besser so.

Schönen Gruß

Cora

 

Expertin-Grüne
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17.05.2014, 21:33 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo Cora,

wenn es nicht nötig ist, muss ja auch nicht zwingend etwas genommen werden und wenn doch, kann ein Präparat gewählt werden, das dem natürliche Progesteron entspricht oder möglichst ähnlich ist.

MfG Dr. Grüne

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17.05.2014, 22:03 Uhr
Antwort

Hallo nochmal,

was sich mir auch nie wirklich erschlossen hat: Hormonbeigabe und ein entsprechendes Risiko, wenn man z.B. raucht... also ich bin seit vielen Jahren "der Raucher vor dem Herrn", bin bislang auch nicht gewillt, daran etwas zu ändern.

Nur verstehe ich den Zusammenhang nicht - eine "Thrombosegefahr" hat man als Raucher ja sowieso, aber warum sollte ein zugeführtes Hormon das verstärken? Was haben Hormone diesbzgl. mit Thrombose zu tun?

Aber selbst wenn ich nicht (mehr) rauchen würde, sind mir diese Hormone (wegen meiner auch die natürlichen) nach wie vor suspekt.

Einen guten Abend

Cora

 

Expertin-Grüne
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18.05.2014, 10:12 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo Cora,

die Anwendung von insbesondere synthetischen Östrogenen beeinflusst das Gerinnungssystem und erhöht das Thromboemboierisiko. Dieses ist bei starken Rauchern ohnehin erhöht und würde durch eine Hormongabe zusätzlich erheblich gesteigert.

Auch zum Beispiel während einer Schwangerschaft steigt das Thromboserisiko deutlich an, bedingt durch die körpereigenen hohen Östrogenspiegel in dieser Zeit.

Gestagene spielen dafür ebenfalls eine Rolle, die aber eine wesentlich kleinere Bedeutung hat. Bei Verwendung sogenannter naturidentischer Hormone geht man von einem nicht so großen Risiko aus, vorhanden ist es trotzdem.

MfG Dr. Grüne

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18.05.2014, 11:23 Uhr
Antwort

Hallo Frau Dr. Grüne,

hab noch eine Frage -

Kann man eigentlich davon ausgehen, dass wenn der Wechsel vollzogen ist und die Menopause schon eine Weile zurückliegt, dass dann sämtliche Beschwerden nachlassen - oder wird es eher schlimmer oder nur anders schlecht?

Es müssten sich doch dann sämtliche Hormone wieder eingependelt haben und harmonischer sein, wenn auch auf niedrigem Level...

Schönen Gruß

Cora

Expertin-Grüne
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18.05.2014, 18:22 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo Cora,

ja, es ist zu erwarten, dass klimakterische Beschwerden wieder nachlassen oder auch ganz abklingen, wenn der hormonelle Umbruch überwunden ist. Wenige Frauen leider allerdings tatsächlich jahrelang darunter.

viele Grüße!

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