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Dauer von Hormonabbau von HET

Kategorie: Frauenheilkunde » Expertenrat Wechseljahre | Expertenfrage

22.06.2009 | 01:36 Uhr

Hallo Herr Dr. Dossler,

gibt es Erfahrungswerte, wie lange es dauert, bis sich über HET zugeführte Hormone im Körper wieder abbauen? (Wochen, Monate?) Der Grund meiner Frage: von Feb-April war ich (wie in früheren postings geschrieben), durch Präsomen und Trisequens überdosiert und mehr krank als gesund.
Ersetzt habe ich das nun durch Estragest TTS Pflaster (seit 4 Wochen) , was ja wohl niedriger dosiert ist. Das ist okisch. Die Beschwerden kommen nun in leichterer Form wieder wie Gesichtsbrennen (eine Art Hitzewallung), aber vor allem Gereiztheit, Aggressivität.
Derzeit kann ich das aushalten und handhaben durch Ausgleich und Sport und will die HET-Dosis absolut nicht erhöhen. Meine Wunsch-FÄ, bei der ich nun endlich einen Termin hatte und m.E. kompetenter ist, empfahl, in der kurzen Zeit nicht das 4. Mittel wie Progesteronzugabe auszuprobieren, sondern zu sehen, ob/wie ich mit Estragest zurecht komme nach dem Motto never change a running system.. :-) Wir treffen uns in 4 Wochen wieder zum Austausch.
Kann es sein, dass sich das hohe Östrogen von den vorigen Mitteln nun wieder senkt und ich mich neu justieren muss? Ich hoffe, es wird nicht ärger.

Danke für Ihre Antwort.

Mit Gruß

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22.06.2009, 05:24 Uhr
Antwort

Hallo Hermana,
never change a winning system sollte es heißen, denn ein running system kann der totale Flop sein!
Und das glaube ich, bei Ihren Beschwerden, ist das ESTRAGEST-Pflaster, denn es enthält die gleichen Hormone wie TRISEQUENZ.
Ob der Östrogenwert unter den vorigen oralen Mitteln überhaupt höher war, stelle ich in Frage: denn vermittels des first-pass-effects werden Hormone beim Übergang über die Leber ins Blut zu einem nicht unerheblichen Teil ab- und umgebaut. Daher haben orale Östrogene auch einen nicht zu unterschätzenden positiven Effekt: das SHBG (Sexual-Hormon-Bindendes-Globulin) wird unter oralen Östrogenen in der Leber vermehrt gebildet. Und dieses SHBG fängt die freien Androgene ab, hier vor allem das Dihydrotestosteron=DHT.
Das Gelbkörperhormon in ESTRAGEST (und Trisequenz) ist ein synthetisches Gestagen, also kein Progesteron.
Es wäre wegen Ihrer Beschwerden zumindest interessant, den Östrogenwert jetzt zu bestimmen.
Mit freundlichen Grüßen
ihr
TomDoc

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22.06.2009, 07:51 Uhr
Antwort

Danke schön.
Ja, ich weiss schon, dass kein Progesteron in Estragest ist, sondern synth. Gestagen und dieses in höherer Dosierung als das Östrogen (wie ich es lese). Die FÄ wollte aus den benannten Gründen (noch) nicht das Progesteron-Experiment machen, mit dem Argument, dass es kein Garant ist, dass ich das besser vertrage.
Ich sprech sie das nächste Mal an, die Werte neu zu bestimmen.

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22.06.2009, 11:15 Uhr
Antwort

Hallo Hermana,
nicht die Menge des Gelbkörperhormons im Vergleich zum Östrogen ist das Entscheidende: das Östrogen ist das wesentlich potentere Hormon, bei dem bereits sehr viel weniger genügt. Gelbkörperhormone sind sämtlich hormonell schwach (vom natürlichen Progesteron z.B. im UTROGEST brauchen Sie 100 bis 200 mg pro Tag).
Die Aussage Ihrer FÄ verstehe ich nicht - war denn die Verordnung von Estragest ein Garant für Erfolg seitens der FÄ???
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
TomDoc

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