Conn-Syndrom

Kategorie: Frauenheilkunde » Expertenrat Wechseljahre | Expertenfrage

07.12.2009 | 02:11 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Dossler,

nachdem ich nun seit einigen Tagen dieses Forum mitlese,wohl bei einem falschen Thema schon geschrieben habe, bin ich nun endlich dort gelandet, wo ich hoffentlich Hilfe bekomme.
Mein Problem ist ein hormonaktives Adenom (ca. 2 cm) in der linken Nebenniere.
Die Aerzte raten mir zu OP, die ich eigentlich nicht moechte. Zum einen hatte ich im Jahr 2000 eine Gebaermutterentfernung (starke Blutungen,Myome,Zysten,Eierstoecke blieben erhalten) und vor der OP solche Panikattacken, dass ich am liebsten noch vom Bett gesprungen waere. Auch oder vielleicht deswegen ging es mir auch 2 Tage lang nach der OP sehr schlecht.Zum anderen denke ich, dass es eine Ursache fuer dieses Adenom geben muss.
Bis zur OP hatte ich sehr niedrigen Blutdruck, der sich dann schon 2001 in Bluthochdruck verwandelte. Trotz vieler verschiedener Medikamente keine optimale Einstellung. Erst 2006 wurde dann dieses Adenom mit CT und div. Blutuntersuchungen festgestellt. Schon 2002 wurde ein CT gemacht, der Arzt uebersah wohl den Beginn des A.

Da ich staendig auf der Suche bin, warum ich dies bekommen habe, bin ich im Buch von Dr. Lee auf nat. Progesteron als Gegenspieler zu Alosteron (was bei mir ja sehr hoch ist) gestossen. Auch in Ihren Beitragen habe ich davon gelesen.Nun interessiert mich, ob bei mir evt. ein Prog.mangel vorlag/vorliegt durch die Geb.mutterentfernung und ob ich durch Zugabe dieses Hormons Heilungschancen ohne OP haben koennte???

Damit Sie sich ein besseres Bild machen koennen einige meiner Zustaende: Zysten in der Brust, harmlose Knoten in der Schildruese,Probleme mit dem Kiefergelenk,Durchschlafstoerungen,immer groessere Aengste/staendiges Schwarzsehen, sehr starke Reiterhosen (Dellen),
Kopfschmerzen durch Nackenverspannung, keine Achselhaare, gerade nur sehr schwer ins Schwitzen- keine Hitzewallungen!
Uebrigens bin ich 52 Jahre alt.
Es ist schwer, alles so kurz wie moeglich zu beschreiben und hoffe, dass mein Bericht trotzdem nicht zu lang geworden ist. Bitte helfen Sie mir, denn bis jetzt bin ich nur auf taube Ohren gestossen.

Herzlichen Dank
Olive

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07.12.2009, 08:19 Uhr
Antwort

Hallo Olive,
das Nebennierenrindenadenom ist hormonell aktiv und verursacht Ihre Beschwerden. NNR-Adenome sind nicht schlagartig da undnicht sofort im Scintigramm oder MRT nachweisbar, sondern brauchen eine gewisse Größe, um gesichert werden zu können.
Ich weiß auch keinen anderen Rat, als ein bereits 2 cm großes hormonaktives Adenom entfernen zu lassen.
Alles andere fällt unter den Oberbegriff Experiment und das würde ich bei Ihnen nicht wagen zu unternehmen..
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
TomDoc

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08.12.2009, 06:22 Uhr
Antwort

Sehr geehrter Herr Doktor,
herzlichen Dank fuer Ihre Antwort. Leider bin ich etwas entaeuscht, dass ich wieder nur OP hoere...Ich vergass zu schreiben, dass ich 1 Tablette Aldactone - 50 mg und 6,5 bis 12mg Carvelol taeglich nehme.
Mein Blutdruck ist damit gut eingestellt.

Wenn man auf beiden NN ein Adenom hat, wird nicht operiert,nur Tabletten. Warum muss ich dann bei mir unbedingt operiert werden? Hab ich damit dann die Ursache oder nur das Uebel beseitigt? Und was ist, wenn ich nach einige Zeit dann nochmals ein Ad. auf der anderen NN bekomme?

Sehen Sie einen Zusammenhang zwischen der Geb. entfernung und dieser Erkrankung?Koennte es zu einem ploetzlichen Hormonungleichgewicht gekommen sein? Wuerde mir nat. Progesteron schaden, evt. die falschen Hormone noch ankurbeln oder wuerde mein Aldosteron damit vielleicht gesenkt?

Was wuerden Sie Ihrer Frau raten- Experiment oder Messer?
Ich denke immer, dass ich erst alles versuchen muss und falls nichts hilft, mich ja noch immer operieren lassen kann.

Laut Gyn habe ich schon lange keinen Eisprung mehr und bin somit schon einige Jahre in der Menopause.

Bitte verstehen Sie mich, wenn ich nochmals einen Rat von Ihnen
ersuche.

Herzlichen Dank
Olive

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09.12.2009, 11:35 Uhr
Antwort

Hallo,
ich bin kein Experte, was hochaktive NNR-Adenome anbelangt; aber in Anbetracht der Beschwerden sind Sie meines Erachtens ein Fall für einen Spezialisten.
Die Entfernung der Gebärmutter hat keine unmittelbaren hormonellen Folgen, da die Gebärmutter keine Hormone bildet.
Sicher könnten Sie natürliches Progesteron einnehmen; vielleicht wäre aber sogar das ANGELIQ sinnvoller, weil es das DROSPIRENON enthält, einen Spironolacton-Abkömmling, der die Aldactone-Wirkung verstärken würde.
Falls das bisher nicht im Sinne einer HT mit Ihnen erörtert wurde, sollten Sie das mit Ihrem FA und NNR-Spezialisten mal tun!
...
Hilft es Ihnen wirklich, wenn ich Ihnen sagen würde, zu was ich meiner Frau in gleicher Situation raten würde?
Ich glaube nicht; denn Sie würden nur die Antwort für gut befinden, die hieße: ich würde sie Medikamente nehmen lassen.
Ich weiß aber wirklich nicht, zu was ich meiner Frau raten würde; ganz sicher würde ich dann zu einer OP raten, wenn es keine medikamentös ausreichende Hilfe gäbe, die sie außerdem problemlos vertragen würde.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
TomDoc

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10.12.2009, 07:57 Uhr
Antwort

Sehr verehrter Herr Doktor,
vielen Dank fuer Ihre Antwort. Wollte nicht aufdringlich sein,nur finde ich wirklich keinen Spezialisten, der auch eine natuerliche Behandlung bei mir versuchen wuerde.

Habe mir die Nebenwirkungen von Angeliq durchgelesen und finde das Risiko dieser vielleicht zu hoch.Da ich nicht weiss, ob ich ueberhaupt auch Oestrogen brauche?

Meine Tabletten vertrage ich gut. Moechte nur wissen, ob ich durch Progesteron mein Adenom evt. weiter aktivieren kann, d.h. kann es mir schaden?

Die Frauen in m einer Familie waren alle weit in die 50 als sie die Menopause hatten, deshalb koennte doch ein Zusammenhang zwischen Geb.entfernung und Connsy. bestehen? Auch laut Statistik
sind mehr Frauen als Maenner davon betroffen und auch die Frauen um die 50.Leider ist diese Krankheit ja noch nicht sehr bekannt, vielleicht sieht man in 10 Jahre Zusammenhaenge und ist in der Forschung/Behandlung weier.Nur hilft mir das jetzt nichts.

Nochmals sorry wegen der vielen Fragen und dass ich nicht locker lasse, weiss aber wirklich nicht, wen ich fragen soll.
Danke- Olive

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10.12.2009, 15:50 Uhr
Antwort

Hallo Olive,
haben Sie sich denn den Beipackzettel und die Nebenwirkungen von Caverdol oder vom Aldactone durchgelesen?
Ganz sicher; aber die MÜSSEN Sie ja nehmen wegen des NNR-Adenoms, also müssen Sie Nebenwirkungen in Kauf nehmen (geht mir ja genauso mit den Medikamenten, die ich einnehmen muss, weil es keine naturgemäße Behandlung meiner Wehwehchen gibt).
Sie wissen aus den zahlreichen Briefen hier, dass ich ein glühender Verfechter natürlicher Hormontherapie bin (wenn eine HT erforderlich ist!!).
Sie können also meines Erachtens den Versuch mit natürlichem PG machen. Und da Sie sicher internistisch gut überwacht werden, würden sich positive Effekte auch bald bemerkbar machen - wünschen tue ich Ihnen das auf jeden Fall!
Dennoch sollten Sie die Behandlungsmöglichkeit mit dem Spironolacton-Derivat Drospirenon in ANGELIQ zumindest mit Ihrem behandelnden Arzt einmal durchdiskutieren.
Dass das seltene Conn-Syndrom etwas häufiger bei Frauen auftritt und dann zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr, ist kein wissenschaftlicher Beweis dafür, dass es mit den Wechseljahren zu tun hat; aber es gibt auch keinen Ausschluß dieser Möglichkeit.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr
TomDoc

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10.12.2009, 20:56 Uhr
Antwort

Sehr verehrter Herr Doktor,

Sie haben ja Recht, was die Beipackzettel und Nebenwirkungen von meinen Medikamenten betrifft...
Danke, dass Sie mir wieder geantwortet haben. Natuerlich werde ich endok. ueberwacht, jedes Jahr Ct, alle wichtigen Blutwerte bezug. Adenom und zweimal jaehrlich Ultraschall. Mein einziges Problem ist, dass ich nicht in D. wohne und vielleicht nicht immer auf dem neusten Behandlungsniveau Hilfe erwarten kann.

Bitte teilen Sie mir mit, in welcher Form ich Prog. nehmen soll und ob ich vorher noch andere Untersuchen machen lassen soll. Meine Schildruesenwerte werden demnaechst auch wieder ueberprueft. Soll ich dies zuerst machen? Was ANQELIQ betrifft, werde ich meinen
Arzt befragen. Wuerde ich dies dann zusammen mit Prog. nehmen?
Was ist, wenn ich einen Oestrogenueberschuss habe? Waeren diese Tabletten dann schaedlich?

Wie glauben Sie, wuerde sich eine Veraenderung bemerkbar machen? Sollte ich dann z.Bsp. die Blutwerte (Aldosteron etc.) oefter
ueberpruefen lassen?Dies meine ich bezueg. positiver oder neg. Veraenderungen?!

Nochmals vielen, vielen Dank fuer Ihre Hilfe
Olive

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10.12.2009, 21:31 Uhr
Antwort

Hallo Olive,
ich bin nicht Ihr behandelnder Arzt!
Meine Antworten sind Tipps und Ratschläge und Unterstützungshilfen für das individuelle Gespräch mit Ihrem Frauenarzt, der ausschließlich über die Therapie entscheidet.
Auf keinen Fall bin ich berechtigt, Therapieentscheidungen zu übernehmen oder Behandlungen zu übernehmen.
Im Treffpunkt können Sie sich sehr gut mit Anwenderinnen austauschen, da die Anwendung der PG-Creme wirklich sehr individuell gestaltet werden kann.
Auf Ihre was-ist-wenn-Fragen kann ich nicht antworten.
Sie müssen mit den Informationen, die Sie jetzt bekommen haben unbedingt zunächst mit Ihrem Endokrinologen sprechen, der Sie wegen des NNR-Adenoms betreut.
Dann können Sie mir gerne wieder schreiben.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
TomDoc

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