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Bioidente HT und Übelkeit

Kategorie: Frauenheilkunde » Expertenrat Wechseljahre | Expertenfrage

30.06.2020 | 08:09 Uhr

Guten Morgen, 

Ich mache seit einigen Wochen eine bioidente Hormontherapie (von Fr. Dr. Scheuernstuhl) , d. h ich habe es vor ca. 5 Wochen langsam eingeschlichen und seit 2 Wochen kontinuierlich morgens und abends :

1 cm Creme : Progesteron 3% + 0,01% Estradiol

1/2 cm : Estriol 0,05%

zusätzlich morgens 1/2 - 1 cm DHEA Creme : 2% (das ist bei mir lt hormonspiegel völlig im Keller)

Die Indikation dafür waren massive Beschwerden, besonders Schlafstörungen sowie extreme psychische Verstimmungen.

Leider ist mir seitdem jeden Tag, insbesondere morgens total übel und ich stehe völlig neben mir, matschig, seltsames Gefühl im Kopf etc. Im Laufe des Tages bessert sich das ganze zum Glück meist - um am nächsten Tag wieder zu kehren.

Eine große Verbesserung meiner Symptome kann ich auch nicht feststellen (gut, ich behandle ja noch nicht lange...) nur dass mir jetzt zusätzlich eben noch übel ist.

Kann es sein, dass das mit den Cremes zusammenhängt und ich sie evtl schlicht nicht vertrage?

Über einen Experten-Ratschlag würde ich mich sehr freuen, da ich doch ziemlich verunsichert bin.

Mit besten Grüßen 

Uschi

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30.06.2020, 08:11 Uhr
Antwort

Ach so, ja, meine "Eckdaten", ich bin 57 und seit ca. 2+Jahren in der Menopause und meine Hormonwerte sind offenbar sehr niedrig... 

Expertin-Grüne
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30.06.2020, 20:21 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo Uschi,

Progesteron über die Haut aufgebracht erzielt keine verlässlichen ausreichenden Wirkspiegel. Auch das Östrogen scheint äußerst schwach dosiert.
Wenden Sie sich mal an Ihren Frauenarzt, der eine etablierte Therapie verordnet. Das wird dann hoffentlich besser wirken.

viele Grüße
Dr. Grüne

Expertin-Grüne
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30.06.2020, 20:23 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo Uschi,

das die Hormonwerte sehr niedrig sind, ist in Ihrem Alter - nachdem die Eierstöcke ihre Funktion eingestellt haben - ganz normal und an sich nicht behandlungsbedürftig.
Beschwerden im Zusammenhang mit dem Hormonausfall sollten natürlich schon behandelt werden, wenn es keine gesundheitlichen Kontraindikationen gibt.

viele Grüße
Dr. Grüne

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01.07.2020, 07:44 Uhr
Kommentar

Liebe Frau Dr. Grüne, 

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort!

Ich habe heute einen Termin bei einem endokriologisch spezialisiertem Gynäkologen, der auch neue Blutwerte incl Serotoninspiegel etc. von mir hat und werde mit ihm eine weitere Behandlung besprechen.

Aus Ihren Zeilen lese ich heraus, dass Sie die Form von HET, die mir empfohlen wurde, nicht für sehr "sinnvoll" halten.... sehe ich das richtig? Die Frage nur deshalb, weil ich mir selbst so unsicher bin, ob das, was ich gerade mache, für mich überhaupt einen Mehrwert hat... Es wird einem ja gerne "viel verkauft" und als medizinischer Laie ist man da schlicht überfragt...

Bzgl Progesteron, wird nur das transdermal schlecht aufgenommen? Das Estradiol ist bei der üblichen HET ja auch in Creme/Gel-Form, verhält es sich da anders?

Vielen Dank nochmals für Ihre Hilfe und LG

Uschi

Expertin-Grüne
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01.07.2020, 20:34 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo Uschi,

ja, das ist tatsächlich anders. Estradiol wird über die Haut gut resorbiert, Progesteron nicht.
Ich würde immer eine etablierte Therapiekombination vorziehen, wenn sie nötig ist - das kann gut ein Östrogenpräparat sein, das über die Haut verabreicht wird in Kombination mit Progesteronkapseln oral oder vaginal, wenn Sie es naturidentisch bevorzugen.
Was hat denn der Termin beim Endokrinologen heute ergeben?

viele Grüße
Dr. Grüne

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02.07.2020, 10:44 Uhr
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Hallo Frau Dr Grüne,

Vielen Dank für Ihre Antwort und Ihr engagiertes Interesse, das baut etwas auf ; )

Der Arzt gestern hat mir Tiloria 2,5 mg (Livoria glaube ich heisst das auch!?)

Ich soll das jetzt 2 Wochen nehmen und sehen, ob eine Besserung Eintritt. 

Was halten Sie davon?

Ich bin ein bisschen hin und her gerissen, da ich persönlich lieber auf der "natürlichen" Schiene geblieben wäre....

Denken Sie grundsätzlich, für mich wäre auch Gynokadin in Kombi mit Utrogest eine Möglichkeit?

Herzliche Grüße und einen schönen Tag 

Uschi 

Expertin-Grüne
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02.07.2020, 15:46 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo Uschi,

warum hat der Arzt Ihnen das denn nicht verschrieben?
Der Wirkstoff Tibolon kann die Beschwerden ebenfalls gut lindern, wäre bei mir aber nicht die erste Wahl, wenn Sie naturidentisch behandeln möchten.

viele Grüße
Dr. Grüne

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02.07.2020, 17:32 Uhr
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Hallo Frau Dr. Grüne, 

Tja, das wenn ich wüsste...!? Er bezeichnete es als "Mittel der Wahl".... 

Wo sehen Sie die Bedenken bei "Tiloria" als versierte Gynäkologin?

Ich persönlich bin einfach nur schlicht verunsichert, auch bzgl der Nebenwirkungen (Thrombose /Schlaganfall - Risiko)

VielenDank für ihre Unterstützung

Herzliche Grüße 

Uschi

Expertin-Grüne
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02.07.2020, 19:15 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo Uschi,

Ihr Arzt wird sich etwas dabei gedacht haben. Grundsätzliche Bedenken gibt es nicht und im Einzelfall können wir aus der Ferne dazu nichts sagen.

Allerdings sollte der Arzt die Wahl erklären und auf Ihre berechtigten Wünsche eingehen.

viele Grüße
Dr. Grüne

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07.07.2020, 06:12 Uhr
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Guten Morgen Frau Dr. Grüne, 

entschuldigen Sie bitte dass ich erst jetzt antworte aber ich wollte mich erst mit meinem Gynäkologen austauschen und er war erst gestern erreichbar. 

Seine Argumentation für die Medikation ist folgende:

Da ich bereits seit mehreren Jahren ohne Regel bin, hält er es für "zu spät" und wenig hilfreich, in eine klassische HET (Gynokadin und Utrogestan) ein zu steigen und hält Tibulon für angebrachter.

Sehen Sie das evtl ähnlich?

Ich bin selbst auch sehr sehr verunsichert, weshalb diese Beschwerden (Massive Schlafstörungen mit Schweissausbrüchen, psychische Verstimmungen, weinen, Schwindel etc.) "erst" jetzt so massiv ausgebrochen sind. Schweissausbrüche hatte ich z. B bis vor ca. 5 Monaten gar nicht..... Organisch bin ich komplett durchgecheckt und gesund.

Ich würde mich sehr freuen, ihre Meinung zu hören!

Vielen Dank und herzliche Grüße 

Uschi

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07.07.2020, 06:39 Uhr
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Noch ein kleiner Nachtrag zum besseren Verständnis ; )

Eigentlich wollte ich die WJ "so" durchstehen aber inzwischen ist meine Lebensqualität einfach gar keine mehr und ein normaler Alltag so gut wie unmöglich, daher bin ich so verzweifelt auf der Suche nach "Hilfe"...

Nochmals vielen Dank für ihre Unterstützung! 

Expertin-Grüne
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07.07.2020, 10:00 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo Uschi,

die Argumentation ist nicht unberechtigt, da sich tatsächlich die Frage stellt, warum derart ausgeprägte Beschwerden erst jetzt - 2 Jahre nach der letzten Blutung - beginnen. Möglich, dass sie mit der wechseljahrsbedingten Hormonumstellung nicht viel zu tun haben und man eher in andere Richtungen schauen muss.
Die Hormonlage ist ja nun schon länger auf einem Tiefpunkt angekommen.

viele Grüße
Dr. Grüne

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07.07.2020, 20:59 Uhr
Kommentar

Ja, Frau Dr. Grüne, das sehe ich selbst ähnlich und werde morgen in eine Privatklinik gehen, die so ziemlich alle Bereiche abdeckt und versuchen, so dem ganzen auf den Grund zu gehen. 

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Beste Grüße 

Uschi 

Expertin-Grüne
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08.07.2020, 06:52 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo Uschi,

dann wünsche ich Ihnen, dass man schnell eine Ursache findet, die gut zu behandeln ist, damit es Ihnen bald wieder besser geht,

viele Grüße
Dr. Grüne

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