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Ausschabung wirklich nötig

Kategorie: Frauenheilkunde » Expertenrat Wechseljahre | Expertenfrage

08.12.2013 | 19:34 Uhr

Hallo,

ich wende mich an Sie, da ich sehr verunsichert bin, was die Notwendigkeit einer Abrasio bei mir betrifft.

Ich bin 55 Jahre und habe seit über einem Jahr keine Periode mehr. Vor 4 Monaten bekam ich starke Brustschmerzen und nahm Utrogest für 10 Tage, weil ich zuvor schon öfter Follikelpersistenzen hatte, dachte ich, dass dies wieder der Fall sei. Die Brustschmerzen verschwanden langsam und nach Absetzen trat eine starke Blutung ein, die noch zwei Wochen nachschmierte. Vor etwa 7 Wochen dasselbe. Ich nahm wieder Utrogest allerdings nur 7 Tage und nach Absetzenstellte sich sofort wieder eine Blutung ein, die 3 Woche nachschmierte. Ich ging doch zur Frauenärztin und sie sah im Ultrschall eine echodichte Struktur 4x6 mm und Flüssigkeit im Gebärmutterhals. Sie meint es könnte ein Koagel oder Polyp sein. Sie riet mir dringend zur Abrasio. Die Gebärmutterhatudicke war etwa 1-2 mm. Ich holte eine zweite Meinung ein und hier wurde mir gesagt, dass alles sehr harmlos wäre, die Struktur auf 1-2mm geschrumpft wäre, die Schleimhaut in Ordnung ist. Sie dehnte den Gebärmutterhals etwas auf und sah altes Blut. Ich habe jetzt schon einen Op.Termin und bei der Voruntersuchung im Krankenhaus, sagte man mir, dass ich trotz der 2. Meinung die Ausschabung sicherheitshalber machen lassen soll. Ich verstehe immer noch nicht, warum man das nicht einfach engmaschig kontrollieren kann.

Vielen Dank für Ihre Antwort

Ulrike

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Bisherige Antworten
Expertin-Grüne
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08.12.2013, 21:14 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo Ulrike,

das ist natürlich aus der Ferne - ohne den Befund zu sehen - nicht zu beurteilen.

Wenn in der Gebärmutter etwas dargestellt werden konnte/kann, was da "nicht hingehört", ist eine Ausschabung zur Entfernung und Abklärung ein übliches Vorgehen. Es handelt sich um einen kleinen meist sehr unkomplizierten Eingriff.

Trotzdem können Sie sich natürlich dagegen entscheiden und weitere Kontrollen vereinbaren, da ja offenbar die Veränderung rückläufig ist. Hat man das auch bei der Voruntersuchung im Krankenhaus bestätigt? Die Entscheidung liegt bei Ihnen. Besser wäre es allerdings, wenn der erstuntersuchende Arzt die Entwicklung im Vergleich zum Vorbefund beurteilen würde.

mit freundlichen Grüßen

Dr. Grüne

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08.12.2013, 23:38 Uhr
Kommentar

Hallo Frau Dr. Grüne,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Ihren Vorschlag, nochmals die erstuntersuchende Ärztin zu konsultieren finde ich sehr zielführend. Ich werde versuchen, sie zu einer Vergleichsuntersuchung zu bewegen. 

Ich weiß, dass der Eingriff als harmlos eingestuft wird, aber  einen ähnlich harmlosen gynäkologischen Eingriff  hätte ich in der Vergangenheit beinahe nicht überlebt, daher bin ich sehr zurückhaltend, was Operationen angeht.

Ich danke Ihnen ganz herzlich für Ihre fachkundige Auskunft und halte Sie über den weiteren Verlauf auf dem Laufendem.

Mit freundlichen Grüßen

Ulrike

Expertin-Grüne
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09.12.2013, 14:02 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo Ulrike,

 

da haben Sie ganz Recht. Ein operativer Eingriff - auch wenn nur ein kleiner - sollte nur durchgeführt werden, wenn die Indikation stimmt.

Wenn kein wirklicher Klärungsbedarf besteht, ist jede noch so kleine Operation ein zu großes Risiko.

viele Grüße!

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09.12.2013, 14:18 Uhr
Antwort

Hallo Frau Dr. Grüne,

danke für Ihre Antwort.

Ich will Ihnen berichten, wie es weiterging.                                             

Ich bin heute nochmals zu der erstbehandelnden Frauenärztin gegangen und habe ihr gesagt, dass sich die Struktur laut Auskunft der Frauenärztin, die ich zwecks Zweitmeinung aufgesucht habe, zurück-gebildet hat und sie gebeten, dies nochmals mit ihrem Ultraschallgerät zu prüfen. Sie tat es etwas widerwillig und sah, dass diese Struktur kaum mehr sichtbar war. Dennoch beharrte sie darauf, eine Abrasio machen zu lassen, obwohl die  Gebärmutterschleimhaut schmal und strichförmig verlief. Grund sind für sie die beiden postmenopausalen Blutungen. Die Utrogesteinnahme sieht sie als Möglichkeit der Blutungsauslösung aber natürlich nicht mit letzter Sicherheit.

Da ich im Moment keine Blutung habe, die Struktur stark rückläufig ist und die Gabärmutterschleimdicke schmal ist, habe ich mich entschieden, die Situation engmaschig kontrollieren zu lassen. Nächste Untersuchung ist am 16.1.2014

Meinen Sie das das Risiko, das ich damit eingehe, vertretbar ist?

Vielen Dank für Ihre Bemühungen

Ulrike

Expertin-Grüne
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09.12.2013, 18:51 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo Ulrike,

das ist eine Frage, die via Internet leider nicht beantwortet werden kann. Ohne eigene Untersuchung und Wahrnehmung kann ein Befund auf der Grundlage einer Schilderung nicht zutreffend bewertet werden. Zudem dürfen wir via Internet auch keine konkreten Behandlungsempfehlungen aussprechen.

Sie selbst müssen nun entscheiden, ob die ausgesprochene Empfehlung oder Ihre eigene Einschätzung der Situation jetzt handlungsentscheidend sein soll. - Das ist verständlicherweise nicht immer leicht -

 

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Grüne

 

 

 

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09.12.2013, 20:05 Uhr
Kommentar

Hallo Frau Dr. Grüne,

das verstehe ich natürlich, dass Sie da keine Behandlungsempfehlung abgeben.

Ich danke Ihnen nochmals sehr herzlich für Ihre hilfreichen Antworten

Herzliche Grüße

 

Ulrike

Expertin-Grüne
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09.12.2013, 22:27 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Liebe Ulrike,

 

melden Sie sich gern wieder, um zu berichten wie es weiter gegangen ist.

Sofern es allgemeinen Erklärungsbedarf gibt, ebenfalls.

Mit freundlichen Grüßen

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