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Alle Beschwerden noch viel schlimmer seit Progesteroncreme

Kategorie: Frauenheilkunde » Expertenrat Wechseljahre | Expertenfrage

20.07.2010 | 11:24 Uhr

Sehr geehrter Dr,Dossler, gehe jetzt seit zwei Jahren durch die Hölle.Habe alle medizinischen Untersuchungen hinter mir.Auch immer wieder alle Hormonwerte überprüfen lassen. . .Ergebnisse lt. Gyn. immer alles super,noch nicht in den Wechseljahren.Vor 1 1/2 Jahren wurde mir die Gebärmutter wegen eines riesigen Myoms entfernt. Danach wurden alle meine Beschwerden nur noch schlimmer.Irgendwann wurde dann eine Panik-und Angststörung diagnostiziert.War deswegen 8 wochen in einer Klinik. . .keine Besserung trotz verschiedener Antidepressiva und Beruhigungsmitteln. Habe dann irgendwann aus eigener Initiative einen Hormonttest aus dem Speichel machen lassen. Hierbei wurde dann eine Östogendominanz bzw.Progesteronmangel festgestellt. Benutz daher seit ca. 4 Wochen eine Progesteroncreme (3%), eine Dosis=1gr. einmal tgl. am Abend. Zusätzlich nehme ich am Tag noch Insidon Tropfen und ca. 2mal täglich 1/4 Lexotanil, da ich sonst den Tag nicht überstehen könnte.Hatte vor der Progesteronanwendung eine Phase in der ich diese Medikamente überhaupt nicht brauchte,aber wiegesagt seit Beginn der Progesteronbehandlung sind alle meine Beschwerden noch viel schlimmer geworden. . . extreme Scheissausbrüche,starkes Schwitzen(jedoch nicht in der Nacht),noch stärkere Angst bishin zu schlimmen Panikattacken(hatte ich seit einem halben Jahr nicht mehr),schlimmste schmerzhafte Muskelverspannungen,Schwindel, Kopfdruck,Übelkeit,starke Blutdruckschwankungen(habe eigentlich niedrigen Blutdruck,manchmal ist er bei (80-60 dann plötzlich bei 130-80),wahnsinnigen Rückenschmerzen mit Atemnot etc. Kann es also sein das sich das alles durch die PG -Creme verstärkt hat ?Hatte die große Hoffnung das alles besser wird und jetzt das.Ich weiss einfach nicht mehr weiter,vielleicht haben sie einen Rat für mich.Bin 51 Jahre, hatte bis zur GB.entfernung regelmässig meine Periode ,bin 1,68 gross,wiege 62 kg.Ach ja,nehme seit PG-creme Anwendung an Gewicht ab,aber mein Bauch wird immer dicker und wabbeliger? Alles eben ganz merkwürdig. Würde mich über eine Antwort von Ihnen sehr freuen (natürlich erst morgen).Vielen Dank

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21.07.2010, 08:44 Uhr
Antwort

Hallo,
die Speichelhormontests weisen u.a. das freie Progesteron im Blut nach. Und daher lassen sich mit Speichelhormontests sehr, sehr genaue Analysen der freien Hormone machen, die oft zu überraschenden Ergebnissen führen, die mich bis vor kurzem in meinen Antworten immer an einen Messfehler denken ließen.
Ich weiß auch erst seit wenigen Wochen, nämlich seit ich mich mit diesen Tests aufgrund solcher Meßwerte etwas mehr auseinandergesetzt habe, dass in manchen Fällen wirklich schon sehr geringe Mengen des PG ausreichen, um zu hohe freie PG-Werte zu erzielen.
Dadurch müssen diese Tests anfangs häufiger gemacht werden (was natürlich wieder ins Geld geht! Soweit ich weiß, sind Speichelhormontests nur mit der privaten KV abrechenbar) und erfordern auch einen sehr kompetenten Arzt, der mit den Ergebnissen umgehen kann und die Einstellungen dementsprechend korrigiert.
Zu Hormon-BLUT-Tests gehört, was ich hier seit Jahren betone, die Bestimmung des SHBG dazu (das ist das Sexual-Hormon-Bindende-Globulin). Alle freien Hormone werden relativ rasch an das SHBG gebunden; dementsprechend sind bei sehr niedrigen SHBG-Spiegeln zu hohe Werte an freien Hormonen zu befürchten. Auch das über die Haut zugeführte und sehr gut aufgenommene PG wird rasch gebunden. Bei niedrigen SHBG-Werten (das wird in der Leber gebildet) können daher zu hohe freie PG-Werte entstehen (in Bluttests werden keine freien PG-Werte gemessen!) und die können verrückterweise alle Zeichen einer Östrogendominanz zeigen, also das Gegenteilige bewirken, was man sich vom Progesteron ansonsten an Wirkung erhofft.
Diese Kenntnisse sind auch für mich noch relativ neu, erklären aber die hier immer wieder mitgeteilten Beobachtungen von Frauen, die unter PG eine Beschwerdenzunahme erleben.
Daher mein Rat: bitte wenden Sie sich an ein ENDOKRINOLOGICUM=Hormonzentrum in Ihrer Nähe (Adressen finden Sie im Internet).
Eine Frage habe ich zu den Rückenschmerzen: sind die erst nach der OP aufgetreten? Wurden Ihre Nieren deswegen schon mal untersucht?
Sicher werden Sie noch Nachfragen haben.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
TomDoc

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21.07.2010, 13:43 Uhr
Antwort

Sehr geehrter Dr. Dossler.vielen Dank für Ihre Antwort.Zunächst zu IhrenRückfragen: Rückenschmerzen seit meiner letzten Geburt(Sectio) vor 16 Jahren,trotz aller Behandlungen in den Jahren keine Besserung. Niere wurde lediglich per Ultaschall und Blutbild untersucht. Immer O.K. Allerdings bei Endokr. Blutuntersuchung vor ca.5 Wochen ACTH - Wert erniedrigt. Was bedeutet das? Was ich bei meiner gestrigen Anfrage vergessen habe ist meine Schilddrüse. Mit Hashimoto lebe ich seit über 20 Jahren, mit SD-Hormonen auch ganz gut.Nehme aber seit 2Jahren keine SD-Hormone mehr ein,da TSH im optimalen Bereich (immer zwischen 0,7 und 1,1) aber auch eine Basedowkomponente hinzukam. Bei der letzten Untersuchung im April TSH 0,76 ,FT3 und FT4 in der Norm, MAK un TRAK dezent erhöht,kein Anlass für medikamentöse Behandlung lt.Ärztin. Heute allerdings neue SD-Werte und TSH bei 0,00 , meine Hausärztin meinte sofort zur Spezialistin. Die anderen Werte stehen noch aus.Bin jetzt völlig fertig und weiss nicht ob das mit der Progesteronbehandlung zu tun hat. Überfunktionssymptome kenne ich aus der Vergangenheit und zu meinem jetzigen Befinden passt es ja auch.Schlafen konnt ich im Übrigen seit PG-Behandlung auch nicht mehr,trotz Schlafmittel. Kann Progesteron die Schilddrüse so beeinflussen? Freue mich über Ihre Antwort,danke.Habe gestern Niutzername verwechselt und unter fajqomic geschrieben

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21.07.2010, 17:55 Uhr
Antwort

Hallo Devin,
also TSH 0,00 - da ist wirklich ein Spezialist gefragt!
Einen Zusammenhang mit der PG-Therapie sehe ich eigentlich nicht, es ist wohl eher ein Problem mit der Hashimoto-Erkrankung, die ja nicht ausheilt.
Meinen Tipp mit dem Hormonzentrum kann ich nur wiederholen!
...
Meine Frage nach den Rückenschmerzen im Zusammenhang mit einer Unterleibs-OP hat damit zu tun, dass es manchmal während einer OP zu Niereninfarkten kommen kann. Sowas sieht man im Nieren-CT oder im MRT.
Ich würde dazu raten, auch diese Beschwerden wirklich genau abklären zu lassen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
TomDoc

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