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Sport bei Fatique Syndrom aufgrund Autoimmunerkrankungen

Kategorie: Ernährung-Fitness » Expertenrat Sportmedizin | Expertenfrage

23.11.2019 | 11:10 Uhr

Sehr geehrter Dr. Eisen

seit 2015 habe ich nun schon Symptome des Fatique Syndroms (extreme Müdigkeit und Abgeschlagenheit, die nicht der vorangegangenen Situation entspricht, Leistungsabfall, Hitzunverträglichkeit und Herzrasen - vor allem morgens). 

Nach Aufsuchen sämtlicher Fachärzte (Rheumatologe, Nuklearmediziner, Endokrinologe, Nephrologe, HNO, Neurologe, Kardiologe, Dermatologe und Gastroenterologe) kamen folgende Ergebnisse heraus: 

Proteinurie bei 1,0 bis 1,35 g/24 h (V.a. Rezidiv membranöse Glomerulonephritis)

V.a. seronegative Autoimmunthyreoiditis

nicht-alkoholische Fettleber, chronische Urtikaria mit Angioödem, Gallensteine

Z. n. latenter Hypothyreose

Hypertonie, Sinustachykardie

Vitamin D und Vitamin B12-Mangel

Restless legs Syndrom

Medikamente bekomme ich derzeit: Dekristol, Vitamin B12, Metoprolol, Amlodipin, Spironolacton und nach Bedarf Fexofenadin. Keine L-Thyroxin aufgrund letzter Tsh-Messungen von Tsh 1,6 sowie 2,43.

Aufgrund o. beschriebener Symptomatik hatte ich ein Zentrum für seltene Erkrankungen angeschrieben, da kein Facharzt die Symptome erklären konnte. Das Ergebniss des Zentrums für Seltene Erkrankungen war, dass es sich bei meinen Symptomen um ein Fatique Syndrom handele aufgrund der Immunreaktion der Niere. 

Nun hat mir aber keiner gesagt, wie ich nun dieses Fatique Syndrom weg bekomme und habe nun viel selbst recherchiert und im Internet und TV Ratschläge gesehen, dass man den Körper wieder langsam an Belastungen gewöhnen soll ohne sich zu überfordern. Nun hatte ich schon probiert etwas Rad zu fahren und bin mit Nordic Walking eingestiegen. Probleme hatte ich anfangs stark beim langen gehen oder stehen. Ich hatte regelrechte Zusammenbrüche, fast wie eine Art Kreislaufkollaps. Nun geht es und ich schaffe 2x die Woche 4 km joggen, aber eher im Walking Tempo. Dafür schaffe ich allerdings z.b. nicht den Haushalt komplett und muss immer wieder Pausen machen. Das betrifft vor allem den Tag an dem ich Sport gemacht habe und den Tag danach. Als ob ich anstelle von 4 km einen Marathonlauf von 42 km hinter mir habe.

Wie könnte ich mich in meiner Situation richtig an Bewegung rantasten, so dass Sport möglich ist und aber ich noch im Haushalt/Arbeit funktionieren kann? Habe ich zuviel gemacht? Der Nierenarzt meinte leicht bis mäßig Sport. Darunter kann ich mir nicht so richtig einen Plan vorstellen?!! 

 

 

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Bisherige Antworten
Experte-Eisen
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24.11.2019, 17:13 Uhr
Antwort von Experte-Eisen

Hallo!

Bei jedem Fatique Syndrom liegt eine Störung der Mitochondrien vor. Diese sind für die Energieproduktion in unserem Körper verantwortlich. Liegt eine Mitochondropathie vor, sind anstrengende Tätigkeiten nicht sinnvoll. Unter der Belastung sollten Sie im rein aeroben Breich bleiben, d.h. sich noch locker unterhalten können. An Sporttagen sollten Sie weitere Belastungen anfangs komplett meiden. Es ist wie ein halbvoller Akku: nach einer größeren Belastung ist er leer...

Sie sollten sich an einen Spezialisten wenden, der über das entsprechende Know How verfügt. Es gibt neben einer Diagnostik auch spezielle Infusionen und Mikronährstoffe, um die Mitochrondrien zu unterstützen.

Herzliche Grüße

Dr. Eisen

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25.11.2019, 17:20 Uhr
Kommentar

Sehr geehrter Dr. Eisen

haben sie einen Tipp, wo ich solche Experten für Fatique finden kann? Und hat das mit den Mikronährstoffen etwas mit dem Vitamin D und B12 Mangel zu tun, oder handelt es sich da um ganz andere Werte?

Sollte ich weiterhin bei den 2x die Woche 4 km joggen im Walking Tempo erstmal bleiben? In welchem Pulsbereich könnte man da trainieren, habe auch zu meiner Sportuhr einen Gurt zur Pulsmessung?

Ist es schlimm, wenn ich momentan immernoch über 1 g Eiweiß über den Urin verliere in Hinsicht auf die sportliche Betätigung. Es wird immer noch mehr, wenn ich mich am Tag bewege. Hatte den Nierenarzt gefragt, der meinte, dass das klar ist, weil durch den Sport der Blutdruck ja steigt und dadurch steigt auch die Proteinurie. 

Experte-Eisen
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26.11.2019, 18:50 Uhr
Antwort von Experte-Eisen

Hallo!

In welcher Ecke wohnen Sie denn? Beim Sport würde ich mit dem Puls unter (200 - Lebensalter) x 0,6 bleiben. Dann Sind Sie sicher im aeroben Bereich. Bei den Mikronährstoffen handelt es sich um spezielle Aminosäuren ergänzt durch Vitamine, Spurenelemente usw.

Beste Grüße

Dr. Eisen

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