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Erholungspuls nach dem Sport

Kategorie: Ernährung-Fitness » Expertenrat Sportmedizin | Expertenfrage

15.11.2020 | 12:15 Uhr

Hallo,

ich habe eine Frage zu meinem Pulsverhalten nach sportlichen Belastungen.

Seit Anfang des Jahres achte ich aufgrund einer Angsterkrankung verstärkt auf meinen Puls. Daher kann ich auch vorab schon sagen, dass ich im März bereits eine kardiologische Untersuchung in Form von Ultraschall, Belasrungs EKG und Langzeit EKG (allerdings ohne sportliche Belastung) hatte und alles unauffällig war.

Was mir seit Anfang des Jahres auffällt, ist mein Erholungspuls nach dem Sport. Ich spiele seit Jahren Fußball und gehe regelmäßig Joggen, im Schnitt komme ich auf 3-4 Einheiten pro Woche. Grundsätzlich würde ich mich als sehr gut bezeichnen.

Im Internet habe ich gelesen, dass man nach dem Sport schnell seinen Ruhepuls erreichen sollte. Bei mir ist es in der Regel so, dass ich je nach Intensität zwar innerhalb von 5-10 Minuten unter 100 Schläge komme, der Puls danach dann aber - ebenfalls je nach Intensität - 2-3 Stunden braucht, eher er von 90 Schlägen immer weiter bis auf meinen Ruhepuls von 60 runtergeht.

Nach dem Fußball dauert es in der Regel am längsten, aber auch nach 20-minütigen Joggingeinheiten dauert es teilweise 3 Stunden. Außerdem fehlt mir auf, dass mein Puls innerhalb dieser Erholungsphase überdurchschnittlich stark ansteigt, wenn ich z.B. aufstehe, Wäsche mache o.ä. Erst wenn in Ruhe wieder mein Ruhepuls erreicht ist, endet auch dieses Phänomen.

Woran  liegt das? Ich habe unter anderem eine gut eingestellte Schilddrüsenunterfunktion, schwitze genetisch bedingt sehr stark und bin generell eher hochpulsig unterwegs. Beim Joggen ist außerdem ein gewisser Ehrgeiz vorhanden, ich laufe zwar selten auf Zeit, aber auch nie komplett locker, quasi im Auslauf-Modus. Pulsfrequenz dürfte beim Joggen so um die 150-160 liege .

Woran kann das liegen? Danke schonmal!

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15.11.2020, 20:26 Uhr
Antwort

Eine kurze Ergänzung:

Seit kurzem beobachte ich ähnliches auch bei längeren Spaziergängen. Ich habe zugegebenermaßen auch einen strammen Gang, dennoch denke ich mir, dass sich der Ruhepuls - auch wenn Spaziergang länger war - direkt auf dem Sofa einstellen sollte.

Bei mir ist er hingegen nach einem einstündigen Spaziergang durchaus noch im oberen 60er/unteren 70er Bereich und geht erst nach etwa einer halben Stunde zurück.

Bei allen Ausführungen muss ich allerdings dazu sagen, dass ich mich körperlich immer fit dabei fühle und es wahrscheinlich gar nicht merken würde, wenn ich nicht nachmessen würde.

LG

Experte-Eisen
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17.11.2020, 06:05 Uhr
Antwort von Experte-Eisen

Hallo,

wenn die kardiologische Untersuchung unauffällig war, handelt es sich um die ganz normale Pulserhöhung nach einer sportlichen Belastung (die sogenannte Sauerstoffschuld, die nach einer Belastung noch durch höhere Pulswerte ausgeglichen wird).

Viele Grüße

Dr. Eisen

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17.11.2020, 09:44 Uhr
Kommentar

Danke für Ihre Rückmeldung!

Tritt diese Sauerstoffschuld quasi auch dann ein, wenn ich mich während des Laufs soweit gut fühle und nicht zu sehr anstrenge?

Oder anders gesagt, kann ich davon ausgehen, dass ich einfach in zu hohen Pulsbereichen trainiere? Entspannt und locker laufe ich nämlich eigentlich nie, schon immer eher etwas zügiger.

LG

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17.11.2020, 09:57 Uhr
Kommentar

Oder um es noch anders zu formulieren: Muss ich ggf. - obwohl ich mich selbst fit fühle und auch beim Fußball zu den laufstärksten gehöre - ggf. mehr in der Grundlagenausdauer trainieren?

Experte-Eisen
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17.11.2020, 18:49 Uhr
Antwort von Experte-Eisen

Die Höhe der Sauerstoffschuld ist abhängig von Intensität und Dauer! Nachfolgend eine gute Erklärung aus www.medi-learn.de

Zu Beginn einer körperlichen Tätigkeit wird im Stoffwechsel also ATP verbraucht, anschließend das Kreatinphosphat, danach wird Energie über die anaerobe Glykolyse zur Verfügung gestellt. Bei all den o. g. Arten der Energiegewinnung wird die Energie ohne Verbrauch von Sauerstoff gewonnen.
Erst die aerobe Glykolyse und die Fettverbrennung benötigen Sauerstoff. Am Ende einer körperlichen Arbeit müssen die Energievorräte wieder aufgefüllt werden.
Die ATP- und Kreatinphosphatspeicher werden wieder aufgebaut, und das Lactat, das bei der anaeroben Glykolyse entstanden ist, wird wieder zu Pyruvat umgewandelt. Dazu ist natürlich
Sauerstoff erforderlich. Da am Anfang einer körperlichen Tätigkeit
Energieträger ohne Sauerstoff zur Verfügung gestellt wurden, die später unter Sauerstoffverbrauch wieder hergestellt werden müssen, sagt man auch, dass der Körper zu Beginn einer
Arbeit eine „Sauerstoffschuld“ eingeht, die er später wieder einlösen muss.
Dies ist der Grund dafür, dass wir nicht nur während, sondern auch nach einer körperlichen Belastung stärker atmen müssen als in Ruhe. Dieser zusätzliche Sauerstoff, der nach der Arbeit durch die verstärkte Atmung aufgenommen wird, muss vom Kreislauf im Organismus verteilt werden. Dazu muss das Herz mehr arbeiten
als in Ruhe, was sich in erster Linie in einem erhöhten Puls
ausdrückt. Nach einigen Minuten geht die Pulszahl dann wieder
auf ihren Ruhewert zurück.

Beste Grüße

Dr. Eisen

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