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Sigma-Ca, CT Thorax und Abdomen

Kategorie: Allgemeinmedizin » Forum Allgemeine Gesundheit

18.09.2019 | 18:11 Uhr

Sehr geehrte Frau Dr. Schulz,

heute haben wir die Ergenisse des CTs bei meiner Mutter mit Sigma Tumor erhalten, zwecks Suche nach Metastasen. Hier der Befund:

Thorax: Partiell erfasste Schilddrüse homogen nicht vergrößert. Zahlreiche Lymphknoten beidseits axillär mit grenzwertig großem,zentral hypodensen Lymphknoten thorakal. Axiale Hiatushernie. Trachea unauffällig. Herz nicht vergrößert. Kein Perikarderguss. Dezente Aortenklappensklerose. Aorta unauffällig. Kein Pleuraerguss.Irregulär begrenzte Verdichtungen Oberlappen rechts Segment 3 (17 x 8 mm, Serie 4 Bild 37). Im Übrigen keine pulmonalen Rundherde. Keine pneumonischen Infiltrate.

Abdomen: Leber glatt berandet, in der arteriellen Phase insgesamt etwas dichtegemindert und mt kleinster Hypodensität subkapsulär im Segment VI. Annehmbar Z.n. Cholezystektomie. Erweiterter DHC mit einem max. durchmesser von 12 mm. Pancreas regelrecht lobuliert mit gering betonten Ductus pancreaticus im Kopfbereich. Milz deutlich vergrößert mit hypodense Läsion in der arteriellen Phase (Serie 2 Bild 71). Nebennieren beidseits unauffällig. Nieren seitengleich kontrastiert ohne Konkrement oder Harnstau. Harnblase mäßig gefüllt, soweit dabei beurteilbar ohne Wandverdickung. Uterus myomatosus. Zirkuläre, irregulär begrenzte WAndvedickung des Colon sigmoideum auf einer Länge von ca. 5 cm mit deuticher Lumeneinengung. Direkt oral davon Ausstülpung des Lumens des Colons nach dorsal. im übrigen Gastrointestinaltrakt unauffällig. Angrenzend an die Raumforderung des Colon sigmoideum multiple, teils pathologisch vergrößerte Lymphknoten mesenterial (exemplarisch von 11 mm, serie 3 Bild 83) sowie paraaortal (exemplarisch 11 mm, serie 3, Bild 69). Zahlreiche Lymphknoten beideseits iliakal ohne pathologische Vergrößerung.

Skelett: Mehrerer fokale Mehrsklerosierungen in der proximalen Femora sowie des Beckenskeletts, a.e. Komapaktinseln entsprechend. Spondylosis deformans und Osteochondrose der Wirbelsäule mit Retrospondylophyt am thorakolumbalen Übergang.

Beurteilung:

1. stenosierender Tumor des Colon sigmoideum, bildmorphologisch vereinbar mit einem Sigmakarzinom. Oral angrenzendes Divertikel.

2. V.a. Lymphknotenmetastasen mesenterial und paraaortal.

3. Pulmonale Verdichtung im Oberlappen rechts, aufgrund der Anamnese mit V.a. Sigmakarzinom malignitätssuspekt.

Nebenbefund: Uterus myomatosus. Axiale Hiatushernie, Zeichen der Steatosis hepatis. A.e. kleinste Leberzyste. Z.n. CCE mit erweitertem DHC. Degenerative Wirbelsäulenveränderungen mit Retrospondylophyt BWK 12/LWK1.

Können sie mir sagen, ob in diesem Befund generell nun Metastasen gefunden wurden? Die Lymphknotenmetastasen mesenterial und paraaortal, haben die was mit der Nähe des Tumors im Sigma zu tun (diese würden ja mit entfernt werden) oder muss ich mir vorstellen,  das diese dann im gesamten Körper verteilt sind? Lymphbahnen hat man doch überall?

Was ist unter 3. mit der pulmonalen Verdichtung gemeint - auch Metastasen in der Lunge?

Es soll nach Möglichkeit minimal invasiv operiert werden. Das Stück bösartiger Darm soll großzügig entfernt werden.Auch die umliegenden Lymphknoten kommen raus. Es soll der Darm dann so wieder zusammen genäht werden ohne einen künstlichen DArmausgang. Kann sowas wieder auseinanderplatzen, wenn man Stuhlgang hat, vor allem festen Stuhlgang? Kann mir das nicht vorstellen. Zwecks Chemo und Bestrahlung hat jetzt noch keiner was gesagt .

Danke für eine Antwort im Voraus.

 

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Bisherige Antworten
Dr. Sabine Schulz
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19.09.2019, 11:00 Uhr
Antwort von Dr. Sabine Schulz

Hallo!

Lt Befund besteht leider der dringende Verdacht auf Vorliegen von Metastasen im Bereich der Lymphknoten des Bauchfells und im Bereich der Aorta. Die Aorta durchzieht den Körper ja über eine lange Strecke sowohl im Bauchraum als auch im Brustraum, hier liegen lt Befund jedoch die vermuteten Lymphknotenmetastasen 'angrenzend an die Raumforderung des Colon sigmoideum', also angrenzend an den Tumor und nicht z.B. im Brustbereich. Die pulmonale Verdichtung im Oberlappen rechts wird als malignitätsverdächtig beschrieben, d.h. aufgrund des vorliegenden Darmtumors hat man den Verdacht, dass da eine Metastase vorliegt. Das wird man sicher weiter untersuchen, bislang besteht da nur ein Verdacht und es kann keine sichere Aussage getroffen werden, ob nicht doch eine andere Ursache vorliegt. Sie brauchen keine Bedenken haben, dass der Darm z.B. durch festen Stuhlgang wieder aufplatzt, das ist sehr selten, in der Regel heilt alles gut und belastbar ab. Ob z.B. eine Chemo notwendig ist, wird sich wahrscheinlich nach der OP entscheiden, bei Metastasen ist dies jedoch wahrscheinlich. Wünsche Ihnen und Ihrer Mutter alles Gute!

Gruss

Dr Schulz       

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19.09.2019, 14:14 Uhr
Kommentar

Sehr geehrte Frau Dr. SChulz,

wenn es sich um eine Metastase in der Lunge handeln sollte, wie findet man das raus? Kann man die Lunge punktieren oder das Stück rausschneiden?

Bei Metastasen in anderen Organen zählt man doch dann nicht mehr als Heilbar, habe ich das richtig verstanden? Und was wie lange könnte man dann noch halbwegs vernünftig leben?

Wie lange würde dann eine Chemotherapie gehen - wochen, monate....wie muss man sich das vorstellen? Ist sowas täglich?

Ich hatte ein Befund vom 19. Oktober 2018 gefunden vom Thorax röntgen, allerdings bei einem anderen Untersucher. Da steht alles als "normal" drin...normal großes Herz, kein Perikarderguss, keine Infiltrate..nichts.....Dieser Befund ist aber sehr knapp über 2 Zeilen gehalten. Das klingt doch dann schon danach das diese pulmonale Verdichtung erst jetzt gekommen ist....und also mehr als verdächtig ist...das ist doch kein Zufall.

Ich selbst war gestern beim Humangenitiker. Er hat eine Panel-Untersuchung veranlasst, wo man wohl tausende von Gene untersucht auf Erbkrankheiten. Desweiteren bei den ganzen Krebsgeschichten eine Suche nach genetischen Krebserkrankungen. Ergebnisse aber erst in 3 Monaten.

Und noch eine Frage bzgl. meiner "fleckigen" kleine Schilddrüse mit dem im Raum stehenden seronegativen Hashimotoverdacht: ich habe aktuelle Werte:

Tsh 2,52 (0,30-3,94)

ft3 5,45 (3,71-6,70)

ft4 15,50 (12,3-20,2).

Diese Werte sind immer noch ohne Einnahme von L-Thyroxin. Noch nehme ich ja keins. Eigentlich hatte ich gedacht, dass ich jetzt die Schachtel aus dem Schrank hole und es einfach mal probiere (sollte ja auch nur als Probe verschrieben sein, eine absolute Notwendigkeit besteht laut Endokrinologe nicht unbedingt), aber so schlecht finde ich die Werte diesmal nicht. Was meinen sie zu meinen Schilddrüsenwerten? Könnte man weiter abwarten mit einer LT-Probe?

 

Dr. Sabine Schulz
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19.09.2019, 17:15 Uhr
Antwort von Dr. Sabine Schulz

Hallo nochmal,

je nach Lage kann man die Lunge punktieren oder ggf z.B.  ein MRT machen. Es ist natürlich richtig, dass Metastasen die Prognose verschlechtern, eine Prognose kann ich jedoch via Netz nicht abgeben. Hätte jedoch noch die Hoffnung, dass es sich bei dem Lungenherd garnicht um eine Metastase handelt, auch z.B. Lungenentzündungen können so aussehen. Wie die Chemo abläuft ist abhängig von der Art der verschriebenen Chemotherapie, oftmals geht die Chemo über 6 Monate, ob wöchentlich oder monatlich bzw über wieviele Tage jeweils kann ich leider nicht beurteilen. Hinsichtlich der Schilddrüsenfrage liegen die Werte gut, daher würde ich bei relativem Wohlbefinden auf die Einnahme verzichten,

Gruss

Dr Schulz 

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