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Mirena liegt seit 2011

Kategorie: Frauenheilkunde » Expertenrat Hormonspirale | Expertenfrage

21.08.2019 | 07:27 Uhr

Hallo,

ich bin schrecklich verzweifelt und hoffe hier so sehr auf Hilfe.

Ich bin 51 und bekam vor 28 Jahren (wenige Wochen nach 1. Kaiserschnitt) meine Hashimoto-Diagnose.

Da für mich die Familienplanung abgeschlossen war (2. Kaiserschnitt in 1995), habe ich mich 2004 sterilisieren lassen. Von Monat zu Monat wurden meine Monatsblutungen immer heftiger, so dass mein Ferritin nur noch bei 3 lag. Über einen Zeitraum von 1,5 Jahren bekam ich wöchentlich Eiseninfusionen. Doch kaum war die Periode vorbei, befand sich mein Ferritin erneut im einstelligen Bereich. Mein damaliger Frauenarzt legte mir zwei Möglichkeiten ans Herz: Entweder Gebärmutter raus oder Mirena. Ich entschied mich für Mirena, die mir im Mai 2011 gelegt wurde und seitdem noch liegt!

Zwar habe ich bis heute durch die Mirena keinerlei Blutungen mehr (bis vor 6 Monaten wirklich gaaanz selten mal Schmierblutung), doch dafür: starke Gewichtszunahme, jeden Monat zur gleichen Zeit starke Wasseransammlung in den Beinen, Sehstärkeverlust, ständige Benommenheit und dunkle Haare am Kinn. Ein Jahr nach Legen der Mirena bekam ich die Diagnose Lichen sclerosus, leide seit nunmehr 5 Jahren an Harninkontinenz? (selbst sehr wenig Urin kann ich nur noch mit Mühe halten).

Letztes Jahr suchte ich eine Frauenärztin auf, die mit naturidentischen Hormonen behandelt. Ich erhoffte mir, dass sie mir die Mirena entfernt, doch leider war dem nicht so. Sie erklärte, dass die Mirena nach so vielen Jahren eh nichts mehr abgeben würde und verordnete mir Progestan, 1 Kapsel vaginal vor dem Schlafengehen (ohne Pause). Zusätzlich solle ich einmal wöchentlich 1 Dekristol 20.000 und täglich 1 Coenzym Q10 (Ubichinon) einnehmen. Doch nach 10 Monaten habe ich das Progestan eigenmächtig abgesetzt, da ich nach jedem 3.- 5. Herzschlag Extraystolen verspürte, mein Ruhepuls über 100/min. und mein Blutdruck plötzlich hoch.

Extrasystolen kenne ich eigentlich seit meiner Hashimoto-Diagnose, doch diese traten im Laufe der Jahre immer öfter auf, nach etwa 2-3 Wochen habe ich dann wieder Ruhe. Leider konnte mir bis heute kein Kardiologe den Auslöser des fiesen Herzstoperns nennen, man vermutet stark ein "hormonelles Problem", organisch ist mein Herz ohne Befund. Wegen meines plötzlich erhöhten Blutdrucks bekam ich einen milden Betablocker (Concor Cor 1,25), den ich bei Bedarf erhöhen kann.

Seit einigen Monaten schwitze ich ganz schlimm und habe erneut an Gewicht zugenommen. Befinde ich mich womöglich in den Wechseljahren? Ich habe mir in meiner Verzweiflung in der Apotheke Klimaktoplant N Tabl. besorgt, die ich seit einer Woche nehme. Stimmt es denn wirklich, dass die Mirena nach 8 Jahren Liegezeit keinerlei Wirkung mehr hat? Wozu würden Sie mir raten? Für Ihre Antwort danke ich im voraus.

Liebe Grüße

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Bisherige Antworten
Lifeline Gesundheitsteam
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23.08.2019, 17:55 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo Miss Orpington,

Wir dürfen ohne Untersuchung über das Internet leider keine Therapieempfehlung geben, deswegen halten wir uns eher allgemein.
Es stimmt an sich schon, dass die Mirena nach 8 Jahren keine Hormone mehr abgeben sollte. Dass sie aber weiter in der Gebärmutter liegt, kann trotzdem Folgen haben. Theoretisch ist es möglich, wenn auch sehr unwahrscheinlich, dass sie erst durch ein Verrutschen wieder anders wirksam wird und wieder Hormone abgibt.
Um sicherzugehen, dass die Wirkungen nicht als Nebenwirkungen der Spirale entstehen, kann durchaus darüber nachgedacht werden, sie zu entfernen.
Die Zusammenschau Ihrer Befunde ist natürlich schwierig zu durchschauen. Ist denn die Schilddrüse gut eingestellt? Theoretisch könnten auch zu hohe Schilddrüsenhormonwerte zu Herzstolpern führen. Gleichzeitig kann es auch über Umwege stressbedingt sein und am Ende ebenfalls mit den Hormonen korrellieren.
Insofern sollte die Schilddrüse gut eingestellt sein. Zusätzlich mit einem Frauenarzt darüber beraten, ob die Mirena entfernt werden sollte.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen damit weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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