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Durchblutungsstörungen wg. Betablocker?

Kategorie: Herz-Kreislauf » Expertenrat Herz- und Kreislaufbeschwerden | Expertenfrage

25.01.2006 | 09:19 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Amann,

meine Mutter (73) nimmt seit etlichen Jahren Blutdruckmedikamente, seit ca. drei Jahren die Kombination aus Nebilet (neuerer Betablocker) und Lysihexal 0,5 mg (ACE-Hemmer). Der Blutdruck ist damit zufriedenstellend eingestellt, bis auf Situationen mit großer Aufregung (hier zusäztlich Diazepam, bei starkem Anstieg manchmal ein Kalzium-Antagonist zusätzlich - dies ist jedoch selten der Fall).
Meine Mutter hat kein Diabetes.

Schon seit langem klagt meine Mutter über eiskalte, bläulich gefärbte Hände und Füße. Dieser Zustand ändert sich dann gegen Abend, wenn offenbar die Wirkung der Medikation nachlässt: dann wird zumindest der linke Fuß heiss und rot und beginnt zu jucken. Zusätzlich haben sich in den letzten drei Monaten rote bzw. rot-bläuliche Flecken mit einem Durchmesser von ca. 1 cm am linken Fuss gebildet. An diesen Stellen hat sich die Haut offenbar am Schuh gerieben. Eine dieser Stellen ist bisher schon zu einer kleinen Wunde geworden, die sehr schlecht verheilt ist (erst nach ca. 2 Monaten).
Meine Mutter (und ich) sind der Meinung, das Kältegefühl und die bläuliche Farbe an den Gliedmaßen, aber auch das Heißwerden des linken Fusses sowie die Neigung zur schlechtheilenden Wundbildung am Fuss kommen von einer Mangeldurchblutung als Nebenwirkung des Betablockers.

Der Arzt meiner Mutter lehnt diese Auffassung ab. Er sagt, dies könne nicht sein. Er habe noch nie von solchen Nebenwirkungen gehört. Er hat auch den Puls am linken Fuß geprüft und meint, es liege keine Mangeldurchblutung vor.
Außerdem sei die Regelung des Blutdrucks wichtiger als die beschriebenen Auffälligkeiten insbesondere am Fuß. Meine Mutter könne auf Betablocker nicht verzichten, da andere Kombinationen sich als nicht wirksam genug herausgestellt haben. Er hat meiner Mutter geraten, eher einen Dermatologen aufzusuchen.

Was meinen Sie dazu? Können Betablocker die oben beschriebenen Probleme machen?
Was kann man tun? Muss man diese Nebenwirkungen hinnehmen, auch auf die Gefahr hin, dass der besonders betroffene linke Fuss immer mehr rot und wund wird?

Vielen Dank für eine fachkundige Antwort.

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25.01.2006, 09:51 Uhr
Antwort

Grundsätzlich gibt es 2 Möglichkeiten, wie Beta-Blocker diese Beschwerden verursachen können. einmal über das Raynaud-Phänomen, das sind Gefäßkrämpfe der Hände und Füße, die vor allem bei Kälte auftreten.
Zum anderen echte Durchblutungsstörungen, die man mit Doppler-Messung und dann auch Angiographie nachweisen kann.
Gerade Nebilet ist aber ein Beta-Blocker, der diese Veränderungen nicht bewirkt, das ist auch meine Erfahrung an vielen Patienten.
Das Bein sollte vom Gefäß-Spezialisten (Angiologe) untersucht werden.
Gruß
C.Altmann

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