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AVNRT

Kategorie: Herz-Kreislauf » Expertenrat Herz- und Kreislaufbeschwerden | Expertenfrage

29.03.2006 | 03:07 Uhr

Guten Tag,
ich würde mich sehr über eine Einschätzung freuen.

Vor einem halben Jahr ist bei mir Verdacht auf AVNRT gestellt worden. Das Herzrasen (Puls 220) hat 7 Stunden angehalten und wurde im Krankenhaus per Medikament gestoppt. Davor Anfälle 2-3x im Jahr, die immer von alleine aufhörten.

Vor einem Jahr Diagnose Multiple Sklerose, 9000 mg Kortison in einem halben Jahr,Interferon Avonex 1xwöchtentlich. Parallel wurde ein zu hoher Blutdruck festgestellt (früher immer zu niedrig...)(Codiovan 85/15 2x täglich)und hoher Ruhepuls 110(Beloc Zoc 95mg 1xtäglich).
Jetzt hatte ich wieder einen Anfall(Puls 210)morgens um 5.00 mitten aus dem Schlaf, hörte von alleine nicht auf, im Krankenhaus wurde dann ein Kaliumwert von 3,01 festgestellt.
Mir wird dringend zur EPU und Ablation geraten. Ich packe das aber momentan nervlich nicht.

Gibt es ein Notfallmedikament, welches ich auch alleine anwenden kann? Ich würde so gerne in Urlaub fahren, man hat mir aber gesagt, dass ich mich auf keinen Fall von der Zivilisation entfernen sollte. Wie lange hält denn der Körper einen so hohen Puls aus? Gibt es Fälle, wo das Herzrasen nicht mehr von alleine stoppt?
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29.03.2006, 10:38 Uhr
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Ein super gesundes Herz kann auch eine 220er AVNRT für eine Zeit aushalten, aber das ist nicht sicher vorhersehbar. Und der letzte Anfall ist schon unter Beta-Blocker gekommen. Als Asweg könnte man noch sagen, dass das Kalium möglichst immer über 4,5 liegen sollte. Aber darauf können Sie sich nicht sicher verlassen. Ein Notfallmedikament müsste ausprobiert werden. Wenn sie aber zu Kaliummangel neigen, ist auch ein solches Medikament gefährlich. Stimmen Sie der Ablation zu, das ist aus meiner Sicht das geringste Übel in der jetzigen Situation.
Gruß
C. Altmann

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30.03.2006, 01:11 Uhr
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Hallo

Ich habe Ihren Beitrag gelesen und kann die Angst vor der EPU sehr gut verstehen da ich selbst vor der ENtscheidung stand.

Ich möchte Ihnen aber auch MUT machen!

Ich hatte auch Tachycardien von 220 und das war nicht angenehm. Jedesmal Krankenhaus und das Procedere.Auch bei mir kamen die Tachycardien mitten im Schlaf. Das hat mir hinterher solche Ängste gemacht das ich kaum mehr richtig schlafen konnte. Heute schlafe ich wieder. Zum Glück. Ich kann Ihnen nur raten es machen zu lassen da es nicht so schlimm ist wie alle sagen. Empfehlen aber würde ich nur die Uni Bonn. Meine EPU dort dauerte 1,5 Stunden da ein Anfalls EKG vorlag.
Die Schwester hat die ganze Zeit meine Hand gehalten und mich beruhigt und der Dr. hat jeden einzelnen Schritt erst erklärt und mir auch immer gesagt was passiert sodas ich gut damit umgehen konnte.Die Angst war jedenfalls schlimmer wie die EPU.

Viel GLück und Mut wünsche ich Ihnen

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30.03.2006, 01:55 Uhr
Antwort

Vielen Dank für die aufmunternden Worte.

Ich werde wohl oder übel keine andere Lösung finden, allerdings machen mir die Risiken der Ablation schon Sorgen.

Ich wünsche ebenfalls alles Gute

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30.03.2006, 04:44 Uhr
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Danke für die Hilfestellung durch Ihren Erfahrungsbericht. Eine EPU muss keine Qual sein. Man kann mit dem Arzt reden, von den meisten Sachen merkt man gar nichts. Und wenn es gelingt, lebt man wirklich sicherer.
Gruß
C. Altmann

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30.03.2006, 04:47 Uhr
Antwort

Bei der heutigen Technik gibt es kaum noch so ausgedehnte AV-Knoten - Verletzungen, dass man einen Schrittmacher benötigen würde. Das ist Geschichte. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass die Tachykardie sich andere Wege sucht und wiederkommt, sonst eher Punktionsschäden wie Blutergüsse in den Leisten.
Insgesamt ist die EPU + Ablation heutzutage eine sichere und gut verträgliche Maßnahme.
Gruß
C. Altmann

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30.03.2006, 05:03 Uhr
Antwort

Hallo !

Ich nochmal.
Kann mich nur anschließen das die EPU den Tachycarden Zauber beendet. Ich bin hyper erleichtert das ich nun davor keine Angst mehr zu haben brauche und meine Lebensqualität ist um 100% gestiegen. Nun geht wieder alles und ich freue mich auf den Urlaub im Sommer, denn ich brauche keine Angst zu haben das ich den Mist irgentwo in der Wallachei bekomme und man mir nicht helfen kann weil man mich nicht versteht.
Ich fahre wieder Fahrrad usw....
Wenn Du willst kann ich Dir den Ablauf von A-Z schreiben und Du wirst sehen es ist halb so schlimm.
Hast Du ein Anfalls-EKG?
Dieses erleichtert die Suché des Kardiologen während der EPU.
Ich habe nichtmal die Betäubung in der Leiste gemerkt und der Rest tat nicht weh war eben nur unangenehm weil Du liegen mußt. Etwas tut der Rücken davon weh :-)) das tut er auch wenn man zuhause zu lange liegt.
Alles in allem, wenn ich gewußt hätte das es so schnell geht und der Arzt mich währenddessen so gut betreut häte ich nicht 6 Monate gewartet. Du siehst auch ich hatte enorm Angst davor.
Heute bin ich froh und gebe Dir den Rat überlege es Dir und wenn dann lass es in der Uni in Bonn machen. Dort sind Spezialisten.Wenn Du magst nenne ich Dir auch meinen Arzt.

Viel Glück , Kraft und Mut für Deinen Weg

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30.03.2006, 05:09 Uhr
Antwort

Das ist wirklich ermutigend.
Gruß
C. Altmann

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31.03.2006, 03:53 Uhr
Antwort

Auch Hallo,
ich bin halt ein wenig geschockt, beim letzten Anfall im Krankenhaus hat der Arzt so beiläufig gesagt, ein Herzschrittmacher ist doch auch nicht so schlimm und Komplikationen gäbe es nur in 3-5 Prozent der Fälle. Nun habe ich letztes Jahr mit meiner MS schon das große Los gezogen und das sind nur 1% der Bevölkerung...
Anfalls-EKGs habe ich zwei, nach meiner Frage nach der Dauer der EPU wurde darauf hingewisen, dass es trotzdem 4 Stunden und länger dauern kann. Ev. Schmerzen oder das Liegen danach machen mir keine Sorgen, wie schon Dr. Altmann geschrieben hat, gibt
es leider keine Garantie, dass es nicht
wiederkommt.
Noch mal ganz herzlichen Dank für Deine Antworten.

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