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Entzündete Pseudopolypen = CED?

Kategorie: Magen-Darm » Expertenrat Verstopfung | Expertenfrage

26.01.2022 | 14:39 Uhr

Hallo Zusammen,

ich habe seit Anfang letzten Jahres Schleimauflagerungen auf dem Stuhl und hin und wieder auch mal ein wenig helles Blut.
Ich bin mit einem Alter von 27 Jahren zwar noch relativ jung aber aufgrund einer M.Crohn Erkrankung meines Bruders, hat man bei mir eine Kolosopie durchgeführt. Bei dieser wurde ein kleiner Divertikel im Colon Ascendes gefunden, der laut der durchführenden Ärztin erstmal nicht problematisch sei.
Im Rektum hat man drei kleine entzündliche Polypenentfernt und diese zur histologischen Untersuchunggegeben.

Die histologische Untersuchung ergab, dass es sich bei den Polypen um entzündliche granulations-/Pseudopolypen handelt.
Laut diversen Quellen treten diese überwiegend bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen auf.
Der visuelle Befund bei der Darmspielgelung selbst hat aber keinerlei Anhaltspunkte auf solch eine CED gegeben - bis auf die besagten Polypen.

Ich habe auch nach wie vor Schleim im/auf dem Stuhl und hin und wieder auch ein wenig Blut.

Wie sollte ich mit dem Befunden umgehen? Heißt Pseudopolypen dann auch gleichzeitig eine chronisch entzündliche Darmerkrankung?


26.01.2022 17:02 – Beitrag von der Redaktion bearbeitet.

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Experte-Ohlert
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29.01.2022, 10:13 Uhr
Antwort von Experte-Ohlert

hr geehrte Anfragerin,
sehr geehrter Anfrager,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne beantworte. Zunächst aber eine Vorbemerkung: Es erscheint mit wichtig darauf hinzuweisen, dass ich hier natürlich nur ganz allgemein zu den aufgeworfenen Themen Stellung beziehen kann.
Der Komplexität des Krankheitsbildes eines jeden einzelnen Patienten wird eine Stellungnahme im Rahmen einer "Internetkonsultation" sicherlich nicht gerecht.
Bitte verstehen Sie daher meine Ausführungen auch immer nur als "Denkanstoß" für die weiteren Gespräche mit Ihren behandelnden Ärzten.
Es wird letztlich "Bücherwissen" reproduziert und keinerlei individuelle Beratung in Bezug Ihr Krankheitsbild vorgenommen.
Dies wäre nach der Berufsordnung nämlich auch gar nicht zulässig.

Nun aber zu Ihrer Frage:

chronisch-entzündliche Darmerkrankung (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) weisen in einigen Fällen bei der makroskopischen Betrachtung (also im endoskopischen Befund, der unmittelbar vom Untersucher gesehen wird) mehr oder weniger typische Zeichen auf. Aber eine sichere Diagnose ist letztlich nur über die feingewebliche Untersuchung (Histologie) möglich. Aber auch hier muss man wieder Abstriche machen. Denn in einigen Fällen ist die Diagnostik nicht ganz eindeutig, in anderen Fällen entwickeln sich die typischen (feingeweblichen) Zeichen einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung erst im Laufe der Jahre.

Mit anderen Worten: es gibt durchaus Fälle, in denen eine klare Diagnose ihre Zeit braucht und nicht erzwungen werden kann. 

Wie schon oben gesagt, ist dies kein Portal zu individuellen Beratung über das Wesen von Symtomen -
das gehört in die Hand des Arztes, der Sie vor Ort untersuchungen und beraten kann. Da Ihre Frage aber
genau in diese Richtung zielt, kann ich nur anraten, einen Arzt vor Ort aufzusuchen.

 

 

 

Besten Gruss

Dr. Peter Ohlert

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