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Refluxösophagitis, Grad 2, Pantoprazol seit 25 Jahren

Kategorie: Magen-Darm » Expertenrat Sodbrennen | Expertenfrage

31.07.2019 | 13:15 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich gehe regelmäßig zum Arzt und lasse regelmäßig eine Magensspiegelung machen. Bei mir wurde vor etwa 25 Jahren eine Refluxösophagitis diagnostiziert und mit gering dosiertem Omeprazol behandelt. Über die Jahre (Absetzen des Medikaments ist bei mir unmöglich) musste die Dosis wegen akuter Entzündungen gesteigert werden (ein Zurückfahren ist nicht möglich). Mittlerweile habe ich eine Refluxösophagitis, Grad 2, und nehme 40 mg Pantoprazol täglich ein. Damit komme ich recht gut hin. Ich nehme PPI bereits seit 25 Jahren lückenlos ein.

Kann ich trotz der jüngsten Berichte mit einem Leben ohne Allergien, Osteoporose oder den plötzlichen Magenkrankentod rechnen, wenn ich die Medikamente bislang hervorragend vertragen habe und von Vorgenanntem bei mir nicht die Rede sein kann?

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Experte-Ohlert
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01.08.2019, 11:57 Uhr
Antwort von Experte-Ohlert


Sehr geehrte Anfragerin,
sehr geehrter Anfrager,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne beantworte. Zunächst aber eine Vorbemerkung: Es erscheint mit wichtig darauf hinzuweisen, dass ich hier natürlich nur ganz allgemein zu den aufgeworfenen Themen Stellung beziehen kann.
Der Komplexität des Krankheitsbildes eines jeden einzelnen Patienten wird eine Stellungnahme im Rahmen einer "Internetkonsultation" sicherlich nicht gerecht.
Bitte verstehen Sie daher meine Ausführungen auch immer nur als "Denkanstoß" für die weiteren Gespräche mit Ihren behandelnden Ärzten.
Es wird letztlich "Bücherwissen" reproduziert und keinerlei individuelle Beratung in Bezug Ihr Krankheitsbild vorgenommen.
Dies wäre nach der Berufsordnung nämlich auch gar nicht zulässig.

Nun aber zu Ihrer Frage:

 PPI gibt es seit rund 25-30 Jahren. Die massenhafte Einnahme des Medikamentes findet dementsprechend erst seit einer kürzeren Zeit statt. Es ist ein gewaltiges "Massenexperiment" und wir müssen mal abwarten, welche Auswirkungen es hat. Sicher ist, dass es schon nachdenklich macht, wenn ein erheblicher Teil der Bevölkerung reglmässig PPI schluckt.      Nach und nach kommen ja auch immer mehr Studien, die zeigen, dass dies durchaus Probleme machen kann.

Andererseits sind die Leistungen der PPI unbestreitbar. Dies gilt auch für den Wert der PPI für den einzelnen Patienten - entsprechende Indikation vorausgesetzt.

Wie der Verlauf einer Erkrankung oder Therapie aber im Einzelfall sein wird - das kann man nicht voraussagen. Auch die Statistik hilft da nicht weiter. 

Das ist wie mit dem Autofahren: Wir wissen, dass es pro Tag eine gewissen Anzahl von Unfällen gibt, mal ein wenig mehr, mal ein bisschen weniger.

Aber wie IHRE Autofahrt heute oder morgen verläuft, kann man darauf nicht ableiten.

Ähnlich ist es mit der Einnahme von PPI. Ob Sie Nebenwirkungen erleiden, kann Ihnen keiner vorausssagen. Und selbst wenn Sie Erkrankungen bekommen, die möglicherweise Nebenwirkungen der PPI sind - vielleicht hätten Sie sie auch ohne PPI bekommen , Das weiss niemand ....

 

Wie schon oben gesagt, ist dies kein Portal zu individuellen Beratung über das Wesen von Symtomen -
das gehört in die Hand des Arztes, der Sie vor Ort untersuchungen und beraten kann. Da Ihre Frage aber
genau in diese Richtung zielt, kann ich nur anraten, einen Arzt vor Ort aufzusuchen.

 

 

 

Besten Gruss

Dr. Peter Ohlert

 

 

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