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Befund Magenspiegelung

Kategorie: Magen-Darm » Expertenrat Reizmagen | Expertenfrage

07.06.2021 | 10:52 Uhr

 

Guten Tag,

ich würde mich freuen, wenn Sie mir helfen könnten, meinen Bericht der Magenspiegelung zu verstehen. Laut der Ärztin liegt keine chronische Entzündung vor und kein Kontrollbedarf, mehr Informationen gibt sie mir allerdings nicht. Therapie wäre bei Bedarf PPI.

Magenspiegelung:

  • Magenschleimhaut erscheint etwas verdünnt, Verdacht auf atrophische Gastritis > Biopsie abwarten
  • Geringe Entzündungsreaktion mit Hinweis auf Bakterieninfektion
  • Obere Dünndarmspiegelung zeigt eine gewisse, wahrscheinlich unspezifische Entzündung
  • Magenschleimhautentzündung liegt vor, Ursache unklar

 
Biopsie:

  • Antrum- und Korpusschleimhaut mit spezifischem Drüsenkörper
  • Keine Atrophie
  • Schleimhautfibrose und Regenerat im Antrum
  • Geringes lymhoplasmazelluläres und granulozytäres Entzündungszellinfritrat neben einzelnen Lymphozytaggregaten
  • Beurteilung: Geringgradig chronische und floride Antrum- und Korpusgastritis mit Regenerat und Schleimhautfibrose im Antrum. Helicobacter plyori negativ.
  • Grad der Gastritis 2, Aktivität der Gastritis 1, Grad des Ersatzes durch Regeneratepithel 1, Grad der Schleimdepletion 1, H.p. Kolonisation 0
  • Befund passt zu einer Typ C Gastritis. Keine Schleimhautatrophie im eingesandten Material. Keine Typ A Gastritis. Keine Malignität.

Im Bericht steht etwas von chronischer C Gastritis, laut der Ärztin sei es aber nichts chronisches. Können Sie da etwas zu sagen? Der Bericht der Ärztin und die Biopsie unterscheiden sich ja deutlich.

Ich habe seit längerem Beschwerden wie Luft im Bauch, Völlegefühl, und häufiges Aufstoßen. Bei Stress verstärken sich die Beschwerden deutlich.

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Bisherige Antworten
Experte-Ohlert
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08.06.2021, 19:17 Uhr
Antwort von Experte-Ohlert

Sehr geehrte Anfragerin,
sehr geehrter Anfrager,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne beantworte. Zunächst aber eine Vorbemerkung: Es erscheint mit wichtig darauf hinzuweisen, dass ich hier natürlich nur ganz allgemein zu den aufgeworfenen Themen Stellung beziehen kann.
Der Komplexität des Krankheitsbildes eines jeden einzelnen Patienten wird eine Stellungnahme im Rahmen einer "Internetkonsultation" sicherlich nicht gerecht.
Bitte verstehen Sie daher meine Ausführungen auch immer nur als "Denkanstoß" für die weiteren Gespräche mit Ihren behandelnden Ärzten.
Es wird letztlich "Bücherwissen" reproduziert und keinerlei individuelle Beratung in Bezug Ihr Krankheitsbild vorgenommen.
Dies wäre nach der Berufsordnung nämlich auch gar nicht zulässig.

Nun aber zu Ihrer Frage:

 der Pathologe sieht praktisch immer in dem gewonnenen Gewebe einen gewissen Reizzustand (den er gerne als Gastritis beschreibt). Ob dies in jedem Falle klinische Relevanz hat, also einer Behandlung bedarf hängt vornehmlich von der makroskopischen Befund ab.

Eine Typ C-Gastritis ist durch chemische Einflüsse (vornehmlich Ernährung, Medikamente etc. hervorgerufen. Eine ursächliche Behandlung besteht im Weglassen von ungünstigen Noxen. Bitte auch an das Rauchen denken, sofern stattfindet. Es ist markenschädlicher, als viele schädliche für den Magen, als vielen bewusst ist.

 

Wie schon oben gesagt, ist dies kein Portal zu individuellen Beratung über das Wesen von Symtomen -
das gehört in die Hand des Arztes, der Sie vor Ort untersuchungen und beraten kann. Da Ihre Frage aber
genau in diese Richtung zielt, kann ich nur anraten, einen Arzt vor Ort aufzusuchen.

 

 

 

Besten Gruss

Dr. Peter Ohlert

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08.06.2021, 20:23 Uhr
Antwort

Vielen Dank für Ihre Antwort. Vielleicht verstehe ich Sie falsch, aber was ich mich frage: Wenn die Biopsie sagt, dass eine chronische Typ C Gastritis vorliegt, muss es dann zwangsläufig eine chronische Typ C Gastritis sein? Also erkennt man das auf jeden Fall? Oder könnte es auch etwas akutes sein?

Laut der Ärztin ist es nämlich definitiv nichts chronisches und sie sieht keinen weiteren Handlungsbedarf außer bei Bedarf PPI. Ich rauche nicht, nehme keine Medikamente, trinke keinen Alkohol. Lediglich Stress habe ich, der die Beschwerden auch verstärkt. Ich wüsste nicht, woher die chemische Gastritis kommen sollte.

Erkennt man in dem Bericht der Pathologie / der Magenspiegelung Handlungsbedarf? Also kann man anhand der "Fakten" ableiten, wie "schlimm" bzw. welche Erkrankung genau vorliegt? Natürlich können Sie  es nicht 100% beurteilen, wie Sie bereits sagen, aber vielleicht anhand der Fakten eine Einschätzung geben.

Experte-Ohlert
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11.06.2021, 07:15 Uhr
Antwort von Experte-Ohlert

Zwischen dem histologischen (durch den Pathologen erstellten) Befund und der klinischen Einschätzung bzw. der makroskopischen Befund in der Spiegelung kann es natürlich gewisse Abweichungen geben. Dies ist kein ungewöhnlicher Zustand, da unterschiedliche Untersuchungsverfahren verschiedene Aspekte ein und desselben Befundes darlegen können.
Es ist Aufgabe der behandelnden Ärzte, diese verschiedenen Untersuchungseindrücke zusammenzufassen und daraus eine auf den Einzelfall bezogene Therapie vorzuschlagen.
Man darf die Begrifflichkeiten, welche sich in den einzelnen Befundberichten befinden in vielen Fällen nicht zu „buchhalterische“ betrachten.
Freundliche Grüße
Dr. Ohlert

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