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Labrumläsion: 2.Versuch

Kategorie: Knochen-Gelenke » Expertenrat Orthopädie | Expertenfrage

01.09.2000 | 06:09 Uhr

Mittels MRI (mit Kontrastmittel) wurde bei mir (17-jährig) eine Labrumläsion im linken Hüftgelenk aussen diagnostiziert (siehe mein Beitrag in diesem Forum Labrumläsion von Anfang August). Ich wurde nun an einen orthopädischen Chirurgen überwiesen, der einer der Wenigen ist, die dies operieren. Wann ist die Indikation zu einer solchen Operation gegeben? Darf ich momentan Sport machen, oder verschlimmert dies die Verletzung? Kann sich das Labrum selbst regenerieren?
Besten Dank für ihre Antwort!
Maria

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02.09.2000, 11:09 Uhr
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Liebe Maria! <p>Eine Labrumläsion ist eine sehr seltene Drkrankung. Leider hat sich in unserem Patientegut die Labrumresektion im allgemeinen nicht als sehr erfolgreich herausgestellt.
Ich würde mir bei einem zweiten Hüftspezialisten eine Meinung einholen

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03.09.2000, 08:09 Uhr
Antwort

Liebe Maria,
Wichtig ist es, die Ursache der Labrumverletzung zu kennen und den jetzigen Zustand zu beurteilen. Da die Anfrage Anfang August zuerst aufkam, ist Zeit, die zur Heilung beigetragen haben könnte, vergangen. Ist schon eine Besserung eingetreten? Treten Einklemmungen des Labrums mit Blockierungen des Hüftgelenkes auf? Ist die Hüfte anlagebedingt normal? Das sind Fragen, mit denen der beurteilende Orthopäde sich auseinandersetzen sollte. Im Jugendalter ist der Stoffwechsel auch in sogenannten bradytrophen Geweben so rege, daß eine narbige Ausheilung möglich ist, ein konservativer Therapieversuch ist sicherlich angezeigt. Die Einschränkung sportlicher Belastung und von Bewegungen, die die Hüftkapsel stark beanspruchen ist kurzfristig sinnvoll. Die Indikation zur Operation sehe ich bei therapieresistenten Schmerzen und Einklemmungen, sie ist in Ihrem Alter eher eng zu stellen.
H.Kuhn

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03.09.2000, 08:09 Uhr
Antwort

Vielen Dank für Ihre Antwoer!
Bei mir sind Einklemmungen vorhanden, d.h. das Gelenk ist bei bestimmten Bewegungen blockiert (aussenrotation des Unterschenkel bei Hüftbeugung, sowie Beugung allgemein -] es geht bis zu einem Winkel von ungefähr 70°).
Dies hat sich seit Anfang August nicht verändert. Vor 2 Tagen ging ich ca. 45min auf Waldboden mit guten Schuhen joggen, worauf ich auch erhebliche Schmerzen hatte.
Die Hüfte ist sonst völlig in Ordnung.
Welche konservativen Methoden gibt es denn?
Ist es korrekt, dass sich aus einer solchen Verletzung später einmal eine Arthrose bilden kann?
Über die Ursache der Verletzung ist überhaupt nicht bekannt. Ich hatte nie einen Unfall, und meine Hüfte war nie einer besonderen Belastung ausgesetzt. Zufall?
Grüsse
Maria

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04.09.2000, 02:09 Uhr
Antwort

Liebe Maria,
Sie beschreiben Einklemmungen des Labrums mit Blockierungen des Hüftgelenkes. Ist die Hüfte anlagebedingt normal, ist die Hüftkopfüberdachung gut ausgeprägt, ist der Schenkelhals normal steil? Der untersuchende Orthopäde wird dies werten und auch Differentialdiagnosen, wie zum Beispiel die schnappende Hüfte durch eine Untersuchung ausschließen. Eine Arthrose kann durch jeden biomechanischen Störfaktor entstehen, in Ihrem Fall ist sicherlich eine Gesamtbeurteilung der Hüfte notwendig, um sich zur weiteren Entwichlung zu äußern. Als konservative Therapiemöglichkeiten gibt es z.B. die Belastungsregulation, manuelle Therapie und Extensionsbehandlung, Elektrotherapie, Injektionsbehandlung. Bei Therapierestenz wäre die Operationsindikation, wie Dr. Trnka empfahl, mit einem Spezialisten zu besprechen, der diese OP schonend durchführen kann. Abgerissene Labrumanteile können gegebenenfalls minimalinvasiv durch Gelenkspiegelung entfernt werden. H.Kuhn

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