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Chronische Schmerzen 6 Monate nach Krückenbenutzung

Kategorie: Knochen-Gelenke » Expertenrat Orthopädie | Expertenfrage

11.09.2021 | 12:37 Uhr

Guten Tag,

Ich musste vor einem halben Jahr für einige Wochen Krücken benutzen. Ich habe bei den behandelnden Ärzten mindestens dreimal Alarm geschlagen, dass ich davon Schmerzen, Taubheit und Schnappfinger bekomme, mir wurde aber jedes Mal gesagt, ich soll mir da keine Gedanken machen.

Als ich zwei Monate später immer noch Beschwerden hatte, wurde dann ohne echte Diagnose eine Ultraschallbehandlung durchgeführt, allerdings ohne bleibende Wirkung.

Nach ingesamt fünf Monaten wurde von einem weiteren Orthopäden eine chronische Sehnenscheidenentzündung diganostiziert - die Cortisoninjektionen, die vielleicht drei Monate früher noch geholfen hätten, kamen aber offenbar zu spät.

Für diesen Fall wurde mir bereits eine OP angedroht. Meine Stimmungslage schwankt jetzt zwischen Wut und Angst. Wut, weil das alles mit etwas weniger Ignoranz unglaublich leicht vermeidbar gewesen wäre (es gibt doch auch ergonomische Krücken, Gelhandschuhe, etc.?!), ich seit sechs Monaten jeden Tag Schmerzen habe, die Rekonvaleszenz von dem Unfall, wegen dem ich eigentlich in Krankenhaus musste, gestört ist (kann ja jetzt auch nicht radfahren o.ä.), mich die Situation auch psychisch belastet und damit auch mein Beruf beeinträchtigt ist (was aber außer mir natürlich niemand kratzt - ich bin ja bloß selbständig).

Angst, weil es ja nicht nur eine Stelle ist. Es ist auf beiden Händen der Verlauf des n. ulnaris betroffen, aber auch die Fingergrundgelenke weiter oben am Handteller. Wenn mir jetzt an beiden Händen im großen Stil die Sehnenscheiden aufgeschlitzt werden, habe ich Angst, dass die Hände nicht mehr werden wie vorher. Vielleicht schaffen sie es aber auch, bei dem Manöver einen der Handnerven zu beschädigen, bei einem halben Dutzend Versuche gelingt das doch bestimmt mindestens einmal (bei dem Pfusch, den ich dieses Jahr schon erlebt habe, rechne ich mit allem).

Ich wohne in Sachsen-Anhalt in einem Ort, der nicht unbedingt als Hotspot für medizinische Kapazitäten bekannt ist. Wenn Sie einen konkreten Rat für mich haben, nehme ich den gerne an - ansonsten wäre mir aber wahrscheinlich am meisten geholfen, wenn Sie mir einen richtigen Experten empfehlen könnten, der mir meine Hände rettet. Ort ist fast schon egal, wenn es sein muss, fahre ich auch quer durch Deutschland, wenn mir nur geholfen wird.

Danke.

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Bisherige Antworten
Lifeline Gesundheitsteam
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12.09.2021, 19:32 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

Sie sollten sich an einen Arzt mit der Zusatzbezeichnung Handchirurgie wenden. Auch sollte nochmals überprüft werden, ob es sich tatsächlich nur um eine Sehnenscheidenentzündung handelt, diese sollte mittels Cortisoninjektion deutlich besser werden. Hat die Infiltration nicht geholfen, müsste die Diagnose überdacht werden. Ist denn bereits eine MRT erfolgt? 

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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12.09.2021, 22:08 Uhr
Kommentar

Erstmal vielen Dank für die Antwort... ich habe gewisse Hemmungen, mich an einen Handchirurgen zu wenden, denn Sie wissen ja, was man sagt: "Wer einen Hammer hat, für den ist jedes Problem ein Nagel." Ich habe schon bei anderen Körperteilen die Erfahrung gemacht, dass Chirurgen im Zweifelsfall operieren (klar, davon verstehen sie ja auch was) wo andere noch mit konservativen Mitteln weiterkommen. Vor allem aber möchte ich mich einfach nicht noch einmal an einen Zufallsmediziner wenden - wenn ich an dieser Stelle noch einmal Pech habe und an einen gerate, der sein Handwerk nur mäßig versteht, geht die Sache nicht gut aus.

MRT ist ein guter Tipp - danke. Ich dachte bereits daran, nach einem bildgebenden Verfahren zu fragen, und Ihr Hinweis bestärkt mich darin, das auch einzufordern.

Hätten Sie denn die unbedingte Erwartung, dass Cortison auch bei einer sechs Monate alten Sehnenscheidenentzündung noch greift? Ich hatte eher gedacht, dass die Wirkungslosigkeit daran liegt, dass sich das Gewebe einfach schon so verfestigt hat, dass es trotz Cortison nicht mehr abschwillt. Halten Sie das für unwahrscheinlich?

Lifeline Gesundheitsteam
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14.09.2021, 19:40 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo, 

auch wenn der Name es anders vermuten lässt, ist auch die konservative Therapie Teil der chirurgischen Ausbildung. Auch scheint bei Ihnen die bisherige Therapie keinen Erfolg gebracht zu haben. Ein Handchirurg ist ein auf die Hand spezilaisierter Arzt. 

Cortison (bzw. die hiervon anstammenden Steroide) sind antientzündlich wirkende Medikamente. Es kann systemisch als Tablette eingenommen werden (hier kann es zu den geführchteten Nebenwirkungen kommen) oder lokal. Es wirkt abschwellend und dämpft das Immunsystem, beides sind gewünschte Effekte bei chronischen Entzündungen. Bei einer lokalen Anwendung sind die Nebenwirkungen meist dtl. weniger. Eine chronische Entzündung ist oftmals ein Teufelskreis, Cortison kann diesen ggf. unterbrechen.

 

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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15.09.2021, 10:26 Uhr
Kommentar

Guten Tag,

Dann bedanke ich mich sehr für die Hinweise und Ratschläge, die mir hoffentlich weiterhelfen werden!

Lifeline Gesundheitsteam
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15.09.2021, 11:15 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

es freut uns, dass wir Ihnen weiterhelfen konnten,

bei weiteren Fragen sind wir gerne wieder für Sie da.

Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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