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Hyperintense Leberläsion

Kategorie: Magen-Darm » Expertenrat Leber- und Gallenbeschwerden | Expertenfrage

08.09.2011 | 03:43 Uhr

Guten Tag Herr Doktor,
im Rahmen einer MRT der Mamma (ich bin 56 Jahre alt), die ich als Früherkennungsmaßnahme an der RWTH Aachen durchführen ließ, wurde eine 11 mm große hyperintense Leberläsion im rechten Leberlappen miterfasst.
Davon erfuhr ich allerdings erst im schriftlichen Befund und es wird eine sonografische Korrelation empfohlen.
Bei der ausführlichen Befundbesprechung unmittelbar im Anschluss an die MRT wurde dazu gar nichts gesagt.
Jetzt kann ich nicht herausfinden, was man darunter versteht.
Können Sie mir kurz erklären, was man überhaupt darunter versteht.
Vielen Dank.
Bettina

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Experte-Ohlert
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10.09.2011, 10:27 Uhr
Antwort von Experte-Ohlert

Vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne beantworte. Zunächst aber eine
Vorbemerkung: Es erscheint mit wichtig darauf hinzuweisen, dass ich hier
natürlich nur ganz allgemein zu den aufgeworfenen Themen Stellung beziehen kann.
Der Komplexität des Krankheitsbildes eines jeden einzelnen Patienten wird
eine Stellungnahme im Rahmen einer Internetkonsultation sicherlich
nicht gerecht. Bitte verstehen Sie daher meine Ausführungen auch immer
nur als Denkanstoß für die weiteren Gespräche mit Ihren behandelnden Ärzten.
Es wird letztlich Bücherwissen reproduziert und keinerlei individuelle Beratung
in Bezug Ihr Krankheitsbild vorgenommen. Dies wäre nach der Berufsordnung nämlich
auch gar nicht zulässig.

Nun aber zu Ihrer Frage:

bildgebender Verfahren (zum Beispiel auch das MRT) können zu den feingeweblichen Eigenschaften einer Struktur (also zum Beispiel einer Leber-Läsion) keine präzise Aussage machen. Man kann zwar aufgrund des Bildes eingrenzen, um was für eine Art von Läsion oder Struktur es sich handelt, jedoch bedürfte es einer feingeweblichen Untersuchung (also einer Gewebeprobe) um eine in der Leber gelegene Struktur in ihrer histologischen Eigenschaft genau zu erfassen. Dies wird in der Regel nicht sinnvoll sein, da es sich um einen großen und nicht risikoarmen Eingriff handeln würde. Aber - es muss natürlich der Einzelfall betrachtet werden, hier kann nur eine ganz allgemeine Auskunft erteilt werden.

Sehr häufig sieht man - gerade bei Frauen - eine so genannte fokal-noduläre Hyperplasie (FNH). es wird vermutet, dass ein gewisser Zusammenhang mit der Einnahme der Pille besteht, bewiesen ist das aber nicht.
Eine solche Raumforderung muss im allgemeinen nur von Zeit zu Zeit kontrolliert werden, es bedarf keiner Therapie.
Ob es sich aber um eine solche Raumforderung handelt, muss natürlich vor Ort durch die behandelnden Ärzte beurteilt werden.

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