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Gallenblasenpolyp.

Kategorie: Magen-Darm » Expertenrat Leber- und Gallenbeschwerden | Expertenfrage

19.10.2010 | 02:53 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Ohlert,
bei mir wurde bei einer Nüchtern-Sonographie ein Gallenblasenpolyp von etwa 7.3mm festgestellt. Mein Hausarzt reagierte darauf prompt, und überwies mich zu einem Gastroenterologen. 2Wochen später hatte ich den Termin. Wieder Nüchtern-Sonographie: möglicher Gallenblasenpolyp von ca. 4,4mm. Daraufhin MRT mit MRCP, fazit: nichts zu sehen. Gibts das? Was würden Sie mir empfeheln? Sollte ein Polyp vorliegen, empfehlen Sie eine Entfernung samt Gallenblase ab einer Größe von 5mm oder erst über 10mm? Wie hoch ist das Entartungsrisiko?

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Bisherige Antworten
Experte-Ohlert
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22.10.2010, 08:11 Uhr
Antwort von Experte-Ohlert

Vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne beantworte. Zunächst aber eine
Vorbemerkung: Es erscheint mit wichtig darauf hinzuweisen, dass ich hier
natürlich nur ganz allgemein zu den aufgeworfenen Themen Stellung beziehen kann.
Der Komplexität des Krankheitsbildes eines jeden einzelnen Patienten wird
eine Stellungnahme im Rahmen einer Internetkonsultation sicherlich
nicht gerecht. Bitte verstehen Sie daher meine Ausführungen auch immer
nur als Denkanstoß für die weiteren Gespräche mit Ihren behandelnden Ärzten.

Nun aber zu Ihrer Frage:

in der Tat ist die maßgebliche Schwelle für die Größe eines Gallenblasenpolypen, ab der man üblicherweise zu einer Operation schreitet circa 10 mm. Bildgebende Verfahren (zum Beispiel ein MRT) tun sich im übrigen bei kleineren Gallenblasenpolypen schwer, diese zuverlässig darzustellen.
Gallenblasenpolypen der geschilderten Größenordnung werden - sofern keine Kriterien für Komplikationen vorliegen - zumeist erst einmal abwarten behandelt. Regelmäßige Kontrolle sind aber unabdingbar, um bei einer Größenzunahme sofort einschreiten zu können. Dies ist eine ganz allgemeine Auskunft, ob sie in Ihrem Fallezutreffend ist, kann letztlich nur ihr behandelnde Arzt entscheiden.

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25.10.2010, 07:58 Uhr
Antwort

Lieber Herr Dr. Ohlert,
herzlichen Dank für Ihre Antwort. Der Radiologe meinte, da die Aufnahme mit einem hochmodernen 3Tesla-Gerät ( angebliche Genauigkeit: 0,4mm) gemacht wurde, dass er ganz sicher sei, dass kein Polyp mit einer Größe von über 0,4mm vorhanden sein kann. Wie kommen diese Unterschiede gegenüber der Sonographie zustande? Sticht jetzt MRT eindeutig die Sono?

Experte-Ohlert
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27.10.2010, 06:16 Uhr
Antwort von Experte-Ohlert

Die Größenangabe erstaunt und beeindruckt. 0,4 mm sehe ich ja kaum mit dem bloßen Auge...
Natürlich kann ich nicht ausschliessen, dass spezielle Techniken in diesem Gerät eine so genaue Größendarstellung möglich machen. Das wird der Radiologe sicherlich besser wissen.

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