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Zufallsbefund Tumorbildung

Kategorie: Innere Medizin » Expertenrat Krebs | Expertenfrage

14.05.2020 | 09:28 Uhr

Alles begann mit einem Arbeitsunfall Mitte März. Da bin ich auf der Lagertreppe mit dem linken Fuß umgeknickt und gestürzt. Der Arzt stellte eine Überdehnung der Bänder fest und ich musste eine Schiene für 6 Wochen tragen. Gleichzeitig stellte er noch eine Unregelmäßigkeit am Knochen fest, die aber da noch nicht weiter untersucht wurde, auf Grund der Coronalage.

Jetzt war ich am Montag zur Kontrolle und nochmaligen Ansprechens der „Unregelmäßigkeit“.

Der Arzt erklärte mir auf dem Röntgenbild das der Wadenbeinknochen oberhalb des Sprunggelenks eine Ausdehnung hat (spindelförmig) und man abklären müsse, woher das kommt und was es ist. Sie sähe wohl relativ klar und glatt aus.

Ich muss dazu sagen, dass ich vorher nie Probleme mit dem Bein, Schmerzen o.ä. hatte. Man merkt zwar beim Drüberfassen mit der Hand, das da ein „Knubbel“ ist, dieser  war mir vorher aber auch nie aufgefallen. Die letzten Tage habe ich immer mal ein Ziehen an der Stelle. Aber mehr nicht. Blutbild hatte ich letztens erst beim Hausarzt auf Grund von Allergieverdacht gemacht. Da waren alle Werte ok. Wäre da schon etwas auffällig gewesen? Ich habe jetzt eine Überweisung zum MRT bekommen. Der Termin ist bereits nächste Woche, aber ich kann keinen klaren Gedanken fassen, da allein schon das Wort „Tumorbildung“ auf dem Überweisungsschein mir wahnsinnige Angst macht. Ich bin 37 Jahre und habe einen 6-jährigen Sohn. Ich habe so Angst, dass es was bösartiges ist und er ohne mich aufwachsen muss.

Auf dem Überweisungsschein steht:

D48.0 G L Neubildung unsicheren oder unbekannten Verhaltens des Knochens und des Gelenkknorpels

Spindelförmige Tumorbildung an der linken Fibula distal, indolent, Zufallsbefund

Erbitten MRT dist. US mit Aussage zur etwaigen Dignität

Muss ich mir große Sorgen machen?

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Bisherige Antworten
Lifeline Gesundheitsteam
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15.05.2020, 12:33 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo katjamiersch,

leider ist es uns anhand eines Internetforums nicht möglich ohne ausführliche Anamnese und genaue körperliche Untersuchung eine Diagnose zu stellen, in Deutschland wäre dies zudem illegal.

Das Wort Tumor wird in der Medizin zunächst für eine Gewebsvermehrung benutzt. Dabei ist nicht definiert, ob es gut- oder bösartig ist, nur dass an der Stelle etwas mehr da ist, als sonst als Norm definiert. Es kann sich jedoch auch um einen rein physiologischen Aspekt handeln, dh dass es eine Normvariante ist. 

Um herauszufinden, was diese Schwellung sein könnte, wird das MRT gemacht. Nach der Befundung wissen Sie dann genaueres. 

Eine Krebserkrankung geht meist mit einer sogenannten "B-Symptomatik" einher: unklare Fieberschübe, Abgeschlagenheit, starkes nächtliches Schwitzen (sodass Sie mehrmals die Bettwäsche wechseln müssen), starker, ungewollter Gewichtsverlust (12 kg in 6 Wochen), etc.

Sollten Sie keine der Beschwerden haben, ist es eher unwahrscheinlich, dass bei Ihnen eine Krebserkrankung vorliegt.

Sollten Sie sich weiterhin große Sorgen machen, sprechen Sie Ihren Hausarzt darauf an und gehen SIe alles mit ihm noch einmal durch.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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03.06.2020, 08:41 Uhr
Kommentar

Vielen Dank erstmal für die Antwort.

 Ich hatte jetzt meine MRT-Auswertung. Laut Radiologin zeigt das „Gebilde keine malignen Kriterien“. Sie geht eher von einer fibrösen Dysplasie aus.

Jetzt meine Frage. Als ich zur Besprechung beim Chirurgen war, meinte dieser, das trotz der Entwarnung der Radiologin, man zur Sicherheit noch eine Gewebeprobe nehmen sollte, um 100%ige Gewissheit zu haben, da trotz des Ergebnisses, es immer noch ein bösartiges Gebilde sein könnte. Haben bösartige Tumoren auch Ähnlichkeit mit dieser Dysplasie? Hätte das Kontrastmittel nicht gezeigt, wenn es maligne wäre?

Ich bin total verunsichert und meine anfängliche Freude über die Entwarnung ist wieder so gut wie weg und ich habe Angst, das es doch noch etwas Schlimmes sein könnte. :-(

Und wie wird dann diese PE gemacht? Ambulant, oder stationär?

 

Lifeline Gesundheitsteam
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04.06.2020, 19:05 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo Katja,

Sie sollten sich an mit diesem Befund unbedingt an eine spezialisierte Tumororthopädie wenden. Diese sind zwar relativ selten, sind aber auf genau diese Fälle sezialisiert. Bringen Sie hierzu unbedingt alle bisherigen Befunde (Röntgen, MRT, usw.) auf CD oder Folie mit, Papierausdrucke sind hier nicht verwendbar.

Der behandelnde Arzt legt dann fest, ob eine Biopsie durchgeführt werden soll und wie. Bei einer PE wird entweder mit einer Nadel durch die Haut biopsiert, oder im Rahmen einer kleinen Operation die Stelle offen aufgesucht und dann eine Probe entnommen. Möglicherweise ist aber auch eine Verlaufskontrolle möglich und der Befund wird nur beobachtet. 

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

 

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