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Kann man anhand der Blutwerte Krebs ausschliessen?

Kategorie: Innere Medizin » Expertenrat Krebs | Expertenfrage

23.05.2020 | 12:32 Uhr

Sehr geehrtes Expertenteam, ich bin 31 Jahre und habe seit 2 Monaten immer wiederkehrendes Fieber unklarer Genese. Es fing Mitte März damit an, dass aufgrund meines Fiebers der Transfer von meiner künstlichen Befruchtung abgeblasen werden musste. Ich hatte nur Fieber keine weiteren Symptome. Das Fieber hielt eine Woche an und ging dann von selbst wieder weg. Als es dann genau nach einem Monat wiederkam, ging ich zum Hausarzt und liess mir Blut abnehmen. Die Leukozyten waren bei 14,4  nach paar Tagen sanken sie bis auf 10,5 aber ich bestand trotzdem darauf mich zu einem Hämatologen/Onkologen zu überweisen. Den Termin hatte ich am 07.05., wo neben dem normalen Blutbild auch Tumormarker etc. untersucht wurden. Schon am gleichen Tag wurde mir mitgeteilt, dass die Leukos bei 8 und damit im Normbereich liegen. Die Onkologin untersuchte mich, tastete die Lymphknoten am Hals und unter den Achseln und meinte schon, dass sie nichts Bösartiges vermutet. Vom 08.05. bis zum 16.05. war ich dann wieder fieberfrei. Letzten Samstag fing es dann wieder an mit dem Fiebern diesmal stieg es sogar bis 39 Grad. Hatte am Dienstag meinen Termin, bei der Onkologin die anhand der normalen Blutwerte die Aussage traf, dass ich kein Krebs habe. Obwohl ich ihr mitgeteilt habe dass ich wieder seit dem Wochenende Fieber diesmal sogar bis 39 habe, sagte sie nur dass sie Onkologin ist und mir nur sagen kann dass es kein Krebs ist sie mir gerne nochmal Blut abnehmen kann. Die Leukos waren dann an dem Tag mittags wohl bei 13. Da das Fieber dann trotz Paracetamol nicht runterging war ich im KH, wo die Leukos dann wieder etwas gesunken waren auf 12. Ich bin mittlerweile am verzweifeln weil ich nicht weiss, was es sein kann. CRP und andere Blutwerte sind immer in Ordnung nur steigen die Leukos immer wenn ich Fieber habe. Das Fieber ist übrigens vom Verlauf her so, dass ich morgens z.B. 37,2-37,5 messe und es dann über den Tag weiteransteigt bis auf 39Grad. Rektal messe ich übrigens immer weniger; d.h. wenn beide Ohrthermometer 38,8 anzeigen zeigt es rektal 37,8 an. Die Thermometer sind aber alle richtig, da wir auch an meinem Mann gemessen haben. Nun meine Frage: Was kann ich noch tun um das Fieber unklarer Genese abklären zu lassen? Kann man wirklich anhand der Blutergebnisse direkt sagen, es ist kein Krebs? Habe einfach nur Angst, dass es Leukämie oder Lymphdrüsenkrebs ist...Habe zwar kein Nachtschweiss oder tastbare Lymphknotenschwellungen aber das wiederkehrende Fieber mit fieberfreisen Phasen macht mir einfach Angst. Kann ich auf ein CT bestehen? Oder auf ein PET? Die Knochenmarkbiopsie würden die wirklich nur bei auffälligem Blutbild und damit einem Verdacht machen, weil es wohl kein risikoarmer Eingriff ist.

Sorry für den langen Text. Ich hoffe auf Ihre Rückmeldung.

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Bisherige Antworten
Lifeline Gesundheitsteam
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24.05.2020, 10:17 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo Muse7505,

Kein Problem, wir beantworten auch gerne lange Texte.
Grundsätzlich ist es tatsächlich so, dass es die Diagnose eines "Fieber ungeklärter Ursache" gibt. Ein Drittel aller Diagnosen dabei gehen tatsächlich in Richtung einer Krebserkrankung. Allerdings ist eine Krebserkrankung mit Ihren Befunden wirklich sehr sehr unwahrscheinlich. Wir schließen uns insofern Ihrer Onkolign an. Weitere Untersuchungen führen ins Leere, da garnicht klar wäre, nach was gesucht werden soll
Auf der anderen Seite könnte noch ein Rheumatologe aufgesucht werden, da es sich auch um eine Autoimmunerkrankung handeln könnte. Zwar gibt es auch Infektionserkrankungen, die das verursachen könnten, allerdings ist das bei Ihren Werten auch eher unwahrscheinlich. Eine Abteilung für Infektiologie in einem Universitätsklinikum könnte aber auch nochmal weiterhelfen.
Krebs, vor allem Lymphdrüsen- oder Knochenmarkskrebs ist wie gesagt sehr unwahrscheinlich. Andere Diagnosen lägen jetzt näher.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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29.05.2020, 16:29 Uhr
Kommentar

Hallo, vielen Dank für Ihre Antwort. Da das Fieber nun wiedermal seit 2 Wochen noch besteht habe ich mich von meinem Hausarzt zur Infektiologieambulanz in der Uniklinik überweisen lassen, die unter Anderem auch Hämatologie und Onkologie als weitere Schwerpunkte hat. Das wiederkehrende Fieber mit fieberfreien Intervallen ist ja ein Symptom von Lymphdrüsenkrebs daher mache ich mir so grosse Sorgen und eben die Tatsache dass immer wenn ich Fieber habe auch die Leukozyten wieder hochgehen. CRP ist ständig normal auch wenn ich Fieber habe und Blutsenkung war auch normal. Die Onkologin hat in Ihrem Arztbrief geschrieben, dass sie bei dem Blutbild (Immunphänotypisierung und Tumormarker wurden ebenso überprüft)eine hämatoonkologische Grunderkrankung eher ausschliesst und daher erstmal auf eine Knochenmarkbiopsie verzichtet hat. Nun habe ich gelesen, dass es auch Patienten gibt die bei unauffälligem Blutbild die Diagnose Krebs bekommen haben.Soll ich nun doch auf weitere Untersuchungen bestehen wie z.B. CT oder Knochenmarkbiopsie? Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

Lifeline Gesundheitsteam
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30.05.2020, 13:51 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo Muse7505,

um das zu beurteilen, kennen wir leider Ihre Befunde zu wenig. Letztlich ist es aber sicher eine gute Idee, die Spezialambulanz aufzusuchen, da man hier alle Befunde gemeinsam sichten und beurteilen kann. Die dortigen Spezialisten werden dann eine Entscheidung treffen.
Wichtig ist dabei auch zu wissen, dass in Universitätskliniken mit solchen Spezialisierungen auch Untersuchungen vorgenommen werden können, die uns hier (und auch dem Hausarzt) nicht so bewusst sind - das ist ja gerade ein Vorteil der Spezialisierung.
Vertrauen Sie ruhig den dortigen Kollegen! Sie werden sicherlich sehr viel unternehmen, um Sie zu untersuchen. Sicherlich deuten Ihre Befunde nicht auf einen typischen Lymphdrüsenkrebs hin. Die Interpretation ist aber so kompliziert, dass jetzt Spezialisten übernehmen sollten.
Die Konsequenz aus der Diagnose Krebs wäre immerhin eine Chemotherapie, ein Verfahren, das man sicher nicht einfach mal auf Verdacht ausprobiert, wie man es vielleicht bei einem Antibiotikum machen könnte. Dafür wären die Nebenwirkungen viel zu gravierend. Deswegen konzentriert man sich vorher auf eine genaue Abklärung.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen nochmal weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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