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Angst vor Krebs wegen CT-Untersuchungen und Röntgen

Kategorie: Innere Medizin » Expertenrat Krebs | Expertenfrage

10.06.2020 | 09:11 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe seit Tagen große Angst vor den Folgen der Röntgen CT Untersuchungen. Ich weiß das ich es nicht mehr rückgängig machen kann, trotzdem wäre es vielleicht sehr hilfreich und beruhigend mit einem von Ihnen als Fachmann/-Frau zu sprechen.
Ich habe 2003, wegen eines Unfalls, mehrere CT Untersuchungen gehabt, sicher 3-4 Stück. Vermutlich 3 Kopf und einer kompletter Körper. Ich war damals 13 Jahre alt und kann daher die genaue Anzahl nicht mehr nennen. 2017 wurden wegen Beschwerden Hals- und Ledenwirbelsäule geröntgt sowie wegen extremen Kopfschmerzen 1xCT Kopf. Zudem sicher über die Jahre mehrere MRT Kopf mit und ohne Kontrastmittel (sicherlich 7-8 Stück). 2018 wurde die Lunge geröntgt wegen schmerzen. Dies erfolgte dieses Jahr nochmals wegen starken Oberbauchschmerzen.

Dies bedeutet
2003 - 4 CT (3xKopf, 1xGanzkörper)

2016 - Röntgen Rippen

2017 - Röntgen Lendenwirbel und Halswirbel

2017 - CT Kopf (leider ohne Augenschutz)


2018 - Röntgen Lunge


2020 - Röntgen Lunge


dazwischen noch Mehrere Aufnahme Zahnarzt sowie etliche MRT (mit und ohne Kontrastmittel).

Nun habe ich große Angst aufgrund der ganzen Untersuchungen frühzeitig an Krebs zu erkranken.
Vielleicht können Sie mir eine Fachmännische Antwort geben und mich etwas beruhigen.

Vielen Dank im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen


10.06.2020 09:25 – Beitrag von der Redaktion bearbeitet.

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Lifeline Gesundheitsteam
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11.06.2020, 11:17 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

grundsätzlich gilt natürlich, dass Röntgenstrahlung als ionisierende Strahlung das Krebsrisiko erhöhen kann. Dabei gilt aber, dass hier ein stochastischer Zusammenhang besteht, also je mehr Strahlung, desto wahrscheinlicher. Aber es gilt hier Folgendes zu beachten:
Als Mensch auf der Erde (oder auch im All) ist man automatisch ionisierender Strahlung ausgesetzt. Im Laufe des Lebens sammelt sich eine Dosis an. In Deutschland sind das pro Jahr ca. 2 bis 3 mSv. Personen, die in einem Beruf arbeiten, in dem sie ständig Strahlung ausgesetzt sind, dürfen im Jahr nach Verordnung nicht über 50 mSv erreichen. Damit ist das Risiko für Krebs noch soweit überschaubar, dass es als akzeptabel gilt (Organismen, auch der Mensch, verfügen über Mechanismen, um sich vpór langfristigen Folgen zu schützen).
Ihre Untersuchungen bringen wohl ca. 2 mSv pro Schädel-CT, 0,01 mSv pro Röntgenbild, und evtl. 10 bis 20 mSv für ein Ganzkörper-CT zusammen. Damit sind sie weit unter dieser Schwelle und es ist nicht von einem erhöhten Krebsrisiko, das statistisch erfasst werden könnte, auszugehen. Glücklicherweise haben MRTs keine Strahlenbelastung.
Letztlich lässt sich sagen, dass auch Ihre zahlreichen Untersuchungen sich bezüglich der Strahlung noch in einem akzeptablen Bereich finden. Zum Vergleich: Ein Raucher kann alleine durch Rauchen zusätzlich zu den giftigen Substanzen des Tabakrauches auch Strahlungsquellen von bis zu 13mSv pro Jahr bei einem Konsum von ca. 20 Zigaretten pro Tag aufnehmen. In der Summe ergibt sich dadurch über die Jahre ein viel deutlicheres Risiko.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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