Avatar

Haarausfall Kleinkind

Kategorie: Leben-Familie » Expertenrat Kinder- und Jugendmedizin | Expertenfrage

02.12.2021 | 19:12 Uhr

Liebes Ärzteteam,

Ich hoffe Sie können mir weiterhelfen.

Meine knapp 3jährige Tochter leidet unter massivem Haarausfall - begonnen hat er im Juli 2021 mit einer kleineren Stelle (ca. 2x3cm) im Stirnbereich, mittlerweile ist der komplette Oberkopf haarlos und es breitet sich nun zur rechten Seite weiter aus. 

Die Diagnose der konsultierten Dermatologen lautet übereinstimmend Trichotillomanie, da die Areale nicht komplett kahl sind (es sind einzelne Haare übrig). Tatsächlich finde ich nach dem Haarverlust schwarze Punkte oder wenige mm lange Haarstummel, die jedoch nach einiger Zeit auch ausfallen. Ich finde allerdings auch gelbliche Ablagerungen an den abgebrochenen Haaren. Meine Hautärztin ist sich jedoch sicher, dass es kein Pilz ist, es wurde nun aber eine Kultur angelegt (Ergebnis noch nicht da). Ich finde auf der Kopfhaut immer wieder mal rote Flecken (wie Mückenstiche), die jedoch wieder verschwinden.

Problem an dem Ganzen ist, dass meine Tochter nicht an den Haaren zieht/zwirbelt, sie lässt ihre Haare komplett in Ruhe. Ich sehe sie aber öfters mal kratzen. Von daher zweifle ich die Diagnose Trichotillomanie stark an. Denn dann müssten diese Haarstummel ja auch einfach weiterwachsen, was sie aber eben leider nicht tun. (Seit Beginn ist bis heute kein einziges Haar nachgewachsen)

Nun meine Fragen an Sie:

- schließt das Zurückbleiben von Haarstummel/Stoppeln eine Alopecia areata aus?

- Blutbild war in Ordnung, kann eine Allergie zu fleckenförmigem Haarverlust führen oder müsste dieser dann diffus sein? 

- was könnte es denn noch sein, welche Erfahrungen haben Sie aus Ihrer Praxis? Ich habe das Gefühl dass die Hautärzte überfragt sind. 

Ich bin mittlerweile ziemlich verzweifelt, jeden Tag fehlen mehr Haare...

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Helfen Sie mit Ihrer Bewertung: Ja, dieses Thema ist hilfreich!

0
Bisherige Antworten
Lifeline Gesundheitsteam
Beitrag melden
04.12.2021, 23:13 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo LR2019,

wir können natürlich ohne eigene Untersuchung keine Diagnose stellen, bei einer Alopecia areata handelt es sich aber um eine Autoimmunreaktion gegen die Haarfollikel, sodass eigentlich die Haare vollständig ausfallen. Theoretisch können auch hier Reste bleiben, wenn aber mehrere Hautärzt der Meinung sind, dass es keine Alopecia ist, ist es eher unwahrscheinlich, dass es doch eine ist.
Eine Allergie ist tatsächlich gar kein schlechter Tipp, Eine lokale Reaktion könnte schon möglich sein. Dann ist aber die Frage, auf was Ihre Tochter allergisch ist, mit dem sie regelmäßig mit der Kopfhaut in Kontakt kommt.
Ansonsten könnte es schon auch mechanisch bedingt sein. Wetzt Ihre Tochter denn im Schlaf viel mit dem Kopf umher, sodass sie mit der Kopf über die Bettwäsche oder das Kopfkissen reibt? Das könnte den Haarausfall auch begünstigen. Finden sich denn Haare im Bett? Auch eine allergische Reaktion auf z.B. einen Weichspüler nur des Kissens oder etwas anderes des Kissens könnte es dann sein.
Könnten Sie dem so weiternachgehen?

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

Avatar
Beitrag melden
06.12.2021, 09:53 Uhr
Antwort

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Ja, sie reibt sehr viel im Schlaf, sie verarbeitet wohl einiges in der Nacht. Ich finde auch viele Haare auf dem Kopfkissen. Mich irritiert dieses systematische Ausdehnen der haarlosen Stellen, ich würde hier eher einen diffusen Haarausfall erwarten. 

Das Kissen ist allergikergeeignet, das Waschmittel wäre eine Idee. Was mir sonst noch einfällt wäre eine Nickelallergie - sie trägt immer schon Haarspangen, und jetzt mehr als zuvor um überhaupt noch eine Frisur hinzubekommen... wäre das tatsächlich möglich?

Viele Grüße

Lifeline Gesundheitsteam
Beitrag melden
07.12.2021, 11:42 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo LR2019,

Wir raten Ihnen, einfach mal all dem Nachzugehen, also sowohl ggf. das Waschmittel zu wechseln, als auch das Shampoo, sowie am besten auch erstmal auf die Haarspangen zu verzichten. 

So können Sie herausfinden, ob hier ein Einfluss besteht. Jeder reagiert jedoch auch im Rahmen einer Allergie etwas anders, aber einen Versuch wäre es definitiv wert.

Natürlich können Sie zudem mit Ihrer Tochter zu einem Allergologen gehen und einen Allergietest machen lassen, manche Haus- oder Kinderärzte bieten das auch in ihrer Praxis an. So könnten Sie zB auch im Vorfeld eine Nickelallergie bestätigen oder ausschließen.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

Diskussionsverlauf
Stellen Sie selbst eine Frage!

...an andere Nutzer der Lifeline-Community oder unsere Experten

Stichwortsuche in Fragen und Antworten

Durchstöbern Sie anhand der für Sie interessanten Begriffe aus Gesundheit und Medizin die Beiträge und Foren in der Lifeline-Community.

afgis-Qualitätslogo mit Ablauf 2024/05: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über FUNKE Digital GmbH und sein/ihr Internet-Angebot: https://www.lifeline.de/

Unser Angebot erfüllt die afgis-Transparenzkriterien.
Das afgis-Logo steht für hochwertige Gesundheitsinformationen im Internet.

Sie haben Lifeline zum Top-Gesundheitsportal gewählt

Sie haben Lifeline zum Top-Gesundheitsportal gewählt. Vielen Dank für Ihr Vertrauen.