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Verhaltensregeln nach ASD-Verschluß

Kategorie: Innere Medizin » Expertenrat Innere Medizin | Expertenfrage

13.10.2000 | 10:10 Uhr

Ein herzliches Hallo an das Expertenteam! <p>Bei mir (w,37 J.) wurde vor fünf Jahren ein Vorhofseptumdefekt zufällig entdeckt, der dann operativ verschlossen wurde. Nun habe ich zwei Fragen: 1. würde ich gerne Urlaub in Australien machen, aber ich habe Angst, daß der lange Flug und die Hitze meinem Herz schaden könnte. 2. wir wünschen uns schon länger ein Kind, aber auch dazu fehlt mir der Mut, aus Rücksicht auf mein operiertes Herz. Allerdings hatte ich seit der Operation noch nie Probleme und nehme auch keine Medikamente.
Was muß ich in beiden Fällen beachten?

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14.10.2000, 05:10 Uhr
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Sehr geehrte Lisa, <p>wenn der Vorhofseptumdefekt lege artis verschlossen ist (d.h. das Septum durchgehend dicht und nicht ausgebeult ist und die Vorhöfe nicht vergrößert sind), haben Sie kein erhöhtes Risiko für irgendeine Folgeerkrankung. D.h. Sie können verreisen wie jeder andere Mensch und natürlich auch ein Kind bekommen (wobei Sie sich mit 37 Jahren allmählich beeilen sollten). <p>M.f.G.
Dr. Friedrich Höglmeier
www.dieinternisten.de

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16.10.2000, 10:10 Uhr
Antwort

Hallo Lisa, <p>ich bin 36 und bei mir hat man ein Vorhofseptumaneurisma entdeckt, sowie Mitralklappenprolaps.
Ich leide unter Rhythmusstörungen (starke Extrasystolen und anfallsweises Vorhofflimmern).
Hattest Du auch Symptome vorher und konnte Dir durch die OP geholfen werden?
Mein Leben ist sehr belastet durch meine Erkrankung. Eine Antwort wäre sehr hilfreich. <p>Danke
Tina

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18.10.2000, 06:10 Uhr
Antwort

Hallo Tina, hier ist Lisa,
natürlich hast Du eine völlig andere und ich denke auch schwerwiegendere Erkrankung als ich sie hatte. Bei dem was Du beschrieben hast, denke ich, sind Deine Symptome durchaus möglich. Ich hatte zwar auch seit Jahren leichte Extrasystolen, aber die haben alle Ärzte als nicht so schlimm abgetan. Die Atemnot wurde auf mangelnde Fitness geschoben. Ich habe also die Symptome ignoriert und sie waren für mich damit auch nicht so belastend. Als dann durch Zufall entdeckt wurde, daß ich ein Loch in der Herzscheidewand habe(dem AIP bin ich heute noch dankbar) habe ich auch verstärkt Symptome bekommen. Meine Nerven lagen blank und das hat man dann auch gemerkt. Ich hatte auch nach der Operation noch Extrasystolen und habe sie auch heute noch gelegentlich, aber ich habe auch seit der OP einen Reizmagen, der das Herz zum Stolpern bringt. Ich hatte auch nach der OP ca. ein Jahr lang eine Angsterkrankung mit schlimmen Panikattacken und ganz fürchterlichen Herzsymptomen (Herzrasen, Schmerzen, Erstickungsanfälle...). Also ich kann heute nicht mehr sagen, ob die Extrasystolen und die Schmerzen im Herzbereich organisch oder psychosomatisch bedingt waren oder beides. <p>Frage Dich doch selbst einmal, ob sich Deine Symptome verschlimmert haben, seit Du weißt, was los ist, das bringt Dir vielleicht eine neue Sichtweise. Suche Dir einen Kardiologen, dem Du wirklich vertraust - bei mir waren das immer Frauen - und frage, frage, frage.Ich habe die Ärzte so lange gefragt, bis ich sicher war, daß ich alles weiß, um eine Entscheidung zu treffen (hier für die OP). <p>Deine Erkrankung ist sicherlich akuter als meine war, vergleichen läßt sich da nichts, aber ich denke, wenn die Ärzte glauben, daß alles im Griff ist, dann solltest Du Ihnen vertrauen. Wenn sie Dir eine OP vorschlagen, würde ich darauf eingehen. Ich weiß nicht, ob ich auf Dauer mit einem Aneurysma leben könnte, dazu sind meine Nerven nicht stabil genug. Den Prolaps könnte ich dagegen heute gut tolereren. <p>Übrigens: eine Herzoperation ist gar nicht so schlimm, wie es klingt. Ich habe mich in Tübingen operieren lassen und ich habe mich dort wohlgefühlt (an dieser Stelle ein riesigen Dankeschön an die A6 West - vor allem: Danke Wolfram - ich liebe Dich immer noch sehr). Nach 3 Tagen war ich wieder relativ fit und nach 3 Wochen wieder zuhause. Also keine Angst, Du hast schon viel Schlimmeres überlebt.
Viele liebe Grüße und - ich drücke Dir die Daumen.

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18.10.2000, 06:10 Uhr
Antwort

Sehr geehrter Herr Dr. Höglmeier,
vielen Dank für Ihre positive Antwort. Was den Nachwuchs angeht, werden wir uns Ihren augenzwinkernden Rat zu Herzen nehmen.

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