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Magenbeschweren u. Sodbrennen, Vitamin-B12-Mangel

Kategorie: Innere Medizin » Expertenrat Innere Medizin | Expertenfrage

03.04.2020 | 17:54 Uhr

Guten Tag,

ich habe eine Frage zu Magenproblemen im Zusammenhang mit Vitamin-B12-Mangel.

In 2011 wurde bei mir ein Vitamin-B12-Mangel festgestellt, der seitdem mit 4 wöchigen Vitamin B12-Spritzen behandelt wird. Es wurde hin und wieder ein Versuch gemacht, auf 6 Wochen zu erhöhen oder die Inj. ganz abzusetzen. Leider erfolglos. Der Vitamin-B12-Wert lag dann bereits wieder im Graubereich. Deshalb wird nun weiter aller 4 Wochen gespritzt. Ich esse Fleisch (bin also auch kein Vegetarier).

2011 hatte ich folgende Symptome: Taubheitsgefühle in den Beinen, Sensibilitätsstörungen auf der Haut, das Gefühl einer vollen Blase (wenn ich auf der Toilette war, kam aber nichts). Ich wurde in die Neurologie mit Verdacht auf: Borreliose, MS, Bandscheibenvorfall eingewiesen. Es wurden Reflexe getestet. Und es gab auch welche, die nicht mehr funktionierten. Ansonsten wurde ich ohne Ursache / Diagnose entlassen. Nur der Vitamin-B12-Mangel wurde festgestellt.

Seit der Kindheit habe ich Probleme mit dem Magen (Gastritis). Im Erwachsenen-Alter habe ich bisher 3 Magenspiegelungen hinter mir.

2012:

Oesophagogastroskopiebefund:

Im Bereich der Cardia fallen geringe entzündliche Veränderungen auf, bedingt durch Reflux. Die Magenschleimhaut erscheint im Antrum und Korpus mäßig gerötet ohne durchschimmernde Gefäße ohne Defekte. Peristaltik aller Wandschichten zirkulär durchschnürend, auf einen normal konfigurierten Pylorus gerichtet. Passage ins Duodenum o. B. In Inversionstechnik Fornix- u. Cardiaregion unauffällig.

Beurteilung: Refluxoesophagitis Statium 0-1, mäßige Gastritis, kein Hinweis auf Ulcus, Polypen oder Tumor

Vitamin B12: 274 (141 - 698) im Graubereich (trotz vorherigen Inj. v. 1000 µg aller 4 Wochen)

AAG gg Parietalzellen: 8,8 (<20)

Pathologisch-anatomische Untersuchung:

Makro:

1. Duodenum: 1 PE

2. Antrum: 1 PE

3. Corpus: 2 PE

4. Ösophagus: 1 PE

Mirko:

1. Defektfreie Dünndarmschleimhaut. Schlanke Zotten. Reguläre Zotten-Krypten-Ratio. IEL-Ratio <20 %. Normozelluläres Stroma ohne SPC-Zellen. Hp, Lamblien: negativ.

Diagnose: Normalbefund

Kein Anhalt für Zölliakie oder M. Whipple, insbesondere kein Anhalt für eine Marsh-I-Läsion (was auch eine Intoleranz gegen Nahrungsmittelproteine weitgehend ausschließt, aber eine Unverträglichkeit gegen die nicht-Proteinfraktion der nahrung prinzipiell nicht ausschließen kann).

2./3. Mukosa vom Antrum- und Corpustyp.

Helicobacter - negative Gastritis mit Atrophie.

                                     Antrum      Corpus

Chronizität:                  +                (+)

Aktivität:                        +                 -

Atrophiegrad:             < 30%         keine!

Kommentar: Aufgrund der komplett fehlenden atrophischen Reaktion von Corpusmukosa lässt sich eine Typ-A hier nicht beweisen. Letztlich sollte aber das AAK-Profil für die Bewertung ausschlaggebend sein. Mehr subjektiv: Typ C

4. Unauffällige drüse Schleimhaut mit wenigen erfassten Drüsen vom Corpustyp. Stromale Plasmozytose +. Keine Dys- oder Metaplasie. Diagnose: Kardianahe Magenschleimhaut vom Corpustyp ohne sicher pathologischen Befund.

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2014:

Oesophagogastroskopiebefund:

Im Bereich der Cardia fallen geringe entzündliche Veränderungen auf, bedingt durch Reflux. Die Magenschleimhaut erscheint im Antrum und Korpus gering gerötet ohne durchschimmernde Gefäße ohne Defekte. Peristaltik aller Wandschichten zirkulär durchschnürend, auf einen normal konfigurierten Pylorus gerichtet. Passage ins Duodenum o. B. In Inversionstechnik Fornix- u. Cardiaregion unauffällig.

Beurteilung: Refluxoesophagitis Statium 0-1, chron. Gastritis, kein Hinweis auf Ulcus, Polypen oder Tumor

Pathologisch-anatomische Untersuchung:

Makro:

1. Duodenum: 1 PE

2. Antrum: 2 PE

3. Corpus: 2 PE

4. Ösophagus: 1 PE

Mirko:

1. Defektfreie Dünndarmschleimhaut. Schlanke Zotten. Reguläre Zotten-Krypten-Ratio. IEL-Ratio <25 %. Normozelluläres Stroma ohne SPC-Zellen. Normalweite Lymphgefäße in regulärer Zahl. Hp, Lamblien: negativ.

Diagnose: Normalbefund

2./3.  Nicht-atrophische Mukosa vom Antrum- und Corpustyp. Helicobacter - negative Gastritis.

                                     Antrum      Corpus

Chronizität:                  +                -

Aktivität:                        +                 -

Typisierung: C (kein Anhalt für Mischtyp C + A)

Kommentar: Im Vergleich zum Vorbefund besteht wiederum keine atrophische Reaktion auf der Corpusseite. Nach unseren Erfahrungen ist immer dann eine A-Gastritis unwahrscheinlich, wenn das Volumen des Drüsenkörpers auf der Corpusseite normal ist und bleibt, keine T-Zell-Lymphozystose des Faveolenepithels vorliegt und keine intestinale Metaplasie corpusseits besteht.

4. Defektfreies Plattenepithel ohne entzündliche Infiltrate und ohne erweiterte Interzellularspalten. Relativer Anteil von Parabasalzellen unter 15 %. Pilze: negativ. Diagnose: Normalbefund

Vitamin B12:  458 ( 141 - 698)

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2019:

Oesophagogastroskopiebefund:

Im Bereich der Cardia fallen entzündliche Veränderungen auf. Die Magenschleimhaut erscheint im Antrum und Korpus kaum gerötet ohne durchschimmernde Gefäße und ohne Defekte. Peristaltik aller Wandschichten zirkulär durchschnürend, auf einen normal konfigurierten Pylorus gerichtet. Passage ins Duodenum o. B.

In Inversionstechnik Fornix- und Cardiaregion unauffällig.

Beurteilung: geringe Karditis, chron. Gastritis (Histol. entscheidend), kein Hinweis für Ulcus, Polypen oder Tumor.

Pathologisch-anatomische Untersuchung:

Makro:

1. Antrum: 1 PE

2. Corpus: 1 PE

3. Kardia: 1 PE

Mikro:

1./2.

Nicht atrophische Mukosa vom Antrum- und Corpustyp.

Helicobacter - negative Gastritis.

                                         Antrum              Corpus

Chronizität:                     (+)                      +

Aktivität:                           -                          -

Lymphfollikel:                -                         +

Typisierung: Ex-Hp

3. Foveolen der Kardia normotroph. Geringgradige stromale Lymphoplasmozytose. Erosionen: negativ, Intensive PAS-Färbung auf spezialisierte Becherzellen: negativ, keine nukleären Atypien. Hp/Pilze: negativ

Diagnose: Geringgradige chronische, weitgehend inaktive Karditis. Keine Barrett-Mukosa, keine Dysplasie.

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Was mir weiterhin immer wieder auffällt: Ein paar Tage nach meiner Vitamin-B12-Spritze geht es meinem Magen gut (kein Sodbrennen, keine Magenprobleme). Ist die Spritze 2,5 - 3 Wochen her, geht es wieder los. Kann das sein? Oder ist das Zufall?

Was sagen die 3 Magenspiegelungsbefunde aus? Eine Typ-A-Gastritis, die eine Vitamin B12-Inj. erforderlich macht, liegt ja nicht vor. Trotz allem ist ein Absetzten der Vitamin-Spritze nicht möglich. Auch die neurol. Symptome kommen dann wieder.

Weiterere Erkrankungen: Hashimoto (festgestellt in 2016) u. Bluthochdruck

Familienanamnese: Mutter (Hashimoto, Darmkrebs, Diabetes Typ 2, chron. lymph. Leukämie), Vater (Bluthochdruck, Diabetes Typ 2), Schwester = eineiiger Zwilling (membranöse GN, pla-2 positiv).

Noch eine Frage zur Darmkrebsvorsorge: Da meine Mutter ja Darmkrebs hat und auch ihre Mutter Darmkrebs hatte - wann sollte ich zur Vorsorge gehen (bin jetzt 39 Jahre alt)?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Einschätzung.

MfG

 

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Bisherige Antworten
Lifeline Gesundheitsteam
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12.04.2020, 11:11 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

ob eine Zusammenhang zwischen dem Vitamin-B12 Spiegel und den Sobrennen besteht ist möglich, einen Beweis zu finden dürfte aber sehr schwierig sein. 

Es ist durchaus möglich, dass bei Ihnen z.B. eine erbliche Absortpionsstörung vorliegt. Eine Ursache kann hier Ihre Hashimoto Thyeroiditis sein, welche mit anderen Autoimmunerkrankungen vergesellschaftet (z.B. Gastritis) sein kann. 

Wann eine Darmkrebsvorsorge sinnvoll ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Ihr Hausarzt kann Sie hier am besten beraten und Sie ggf. zur Vorsorge überweisen.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

 

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