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Exostose an der Stirn

Kategorie: Innere Medizin » Expertenrat Innere Medizin | Expertenfrage

03.04.2000 | 07:04 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren! <p>Seit ca. 3 ½ Jahren hat sich oberhalb meiner linken Augenbraue eine knöcherne Ausbuchtung gebildet. Die anfänglich kaum sichtbare Erhebung ist mittlerweile gut tastbar und misst etwa 8 mm im Durchmesser. Bis auf ein gelegentliches Spannen der Haut empfinde ich an dieser Stelle keinen Schmerz.
Soweit ich das durch ständige Selbstbeobachtung beurteilen kann, vergrößert sich die Exostose eher breitflächig.
Bei routinemäßigen ärztlichen Untersuchungen wurde der mittlerweile gut sichtbaren Unregelmäßigkeit keine Bedeutung beigemessen. Mittels Ultraschall wurde festgestellt, dass die Ausbuchtung knöchern ist. <p>Soweit ich das als Laie nachvollziehen kann, werden Exostosen in der medizinischen Fachliteratur mit malignen Knochentumoren in Verbindung gebracht. Ein derartiger Tumor soll demnach sehr schnell Metastasen bilden. Da sich die knöcherne Veränderung in meinem Fall im Gesichtsbereich befindet, bin ich über diese Aussagen sehr beunruhigt. Ich möchte daher an Sie als Experten folgenden Fragen richten:
v Gibt es aus medizinsicher Sicht auch hoffnungsvollere Aussagen über Exostosen. Hilfreich wäre für mich ein Prozentsatzverhältnis zwischen gutartig und bösartig?
v Ist es aus Ihrer Sicht auch möglich, dass die knöcherne Ausbuchtung im Gesichtsbereich (Kopf) an dieser Stelle eher ein harmloses Überbein darstellt, das medizinisch nicht weiter beachtet werden muss?
v Gibt es Alternativen zu chirurgischen Eingriffen?
v Wie sollte, wenn überhaupt, die weitere Diagnostik erfolgen (Röntgen, CT, MRI, Biopsie); kann ich gelassen zuwarten, wie sich die Dinge weiter entwickeln? <p>Für eine Antwort bin ich Ihnen sehr verbunden.

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06.04.2000, 10:04 Uhr
Antwort

Hallo Julian!
Eine Exostose ist eine gutartige!!! Knochenneubildung, Sie spannt und schmerzt nur durch Verdrängung anderen Gewebes. Manche Menschen neigen zu solchen Knochenneubildungen.Nur selten entsteht bei längerer Dauer hieraus ein bösartiger Knochentumor.
Die Stelle der Knochenwucherung ist allerdings ungewöhnlich. Sind Sie sicher, daß Sie sich nicht verletzt haben, es kann nämlich auch sein, daß ein Bluterguß unter der Knochenhaut knöchern organisiert wird.
Der Ultraschall ist nicht die geeignete Abklärung, denn mit dem Schall sieht man nur Weichteile und NUR DIE OBERFLÄCHE DES KNOCHENS, der Schall dringt nicht tiefer ein, daher sind gut - und bösartige Wucherungen so nicht zu unterscheiden und auch eine möglicherweise vorliegende Entzündung ist es nicht.
Notwendig ist ein 3-Phasen- Knochenszintigramm, dabei kann man meist die Art der Wucherung recht genau bestimmen und vor allem ob es eine Entzündung ist oder ein Tumor oder sogar eine Tochtergeschwulst eines anderen Tumors und ob dies die einzige Wucherung ist oder ob noch andere vorliegen. Die Kernspintomographie wäre die Untersuchung , die ich danach zur Klärung heranziehen würde, falls noch Zweifel herrschen, Rasch wachsende Geschwülste sollten unbedingt mit Probeentnahme oder Totalentnahme untersucht werden.
Herzliche Grüße
Dr. Sylvia Meske

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