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HT: Schmerzmittel und Antibiotikum bei Colitis ulcerosa

Kategorie: Schönheitsoperationen » Expertenrat Haartransplantation | Expertenfrage an Experte-Rabe

23.08.2020 | 15:47 Uhr

Sehr geehrter Herr Facharzt Rabe,

ich habe Colitis ulcerosa, bekomme dagegen Entyvio und bin seither seit etwa 8 Monaten weitestgehend oder gänzlich in Remission. Ich überlege, eine Haartransplantation durchführen zu lassen. Abends danach und für weitere 2 Tage wird ein Schmerzmittel (Ibuprofen) benötigt bzw. angeraten. Als Cu Mensch soll man aber ja keine NSAR einnehmen. Eine Ärztin rät alternativ zum Ibuprofen Paracetamol oder bei stärkeren Schmerzen Metamizol, das in seltenen Fällen starke Nebenwirkungen macht (allergische Agranulozytose), jeweils bis 4 x 2 Tabletten. Nach eigener Recherche käme vielleicht noch Tramadol, Tilidin in Frage. Welches Schmerzmittel kann man möglichst bedenkenlos nehmen in welcher Dosierung?

Oder:

Ist es nach einer HT (2000 oder auch weniger Follikel FUT) aushaltbar, auf Schmerzmittel zu verzichten, ohne Arbeiten zu müssen?

 

Dann soll zusätzlich morgens am Tag nach der OP und ein Tag nach diesem Azithromycin genommen werden (jeweils 1 Tablette vor dem Schmerzmittel). Wegen der Darmflora möchte ich ungern Antibiotika nehmen. Ist aber nur eine Vermutung von mir. In manchen Fällen sind Antibiotika ja sogar (Teil der) Therapie (gewesen).

Was würden Sie, so oder so, davon halten, das, bei komplett rasiertem Kopf(oder auch nicht), wegzulassen? Also gar kein Antibiotikum. Wie gefährlich wäre das? Entyvio soll ja darmselektiv wirken.

Eine Ärztin rät mir als Alternative zum Azithromycin, das 10 Tage im Körper bleiben soll, 3 Tage Amoxicillin.

Außerdem nehme ich noch gelegentlich (anlassbezogen) die PrEP (PräExpositionsProphylaxe gegen HIV), was zu der Zeit dann nicht geschehen muss.

Vielen Dank im Voraus!

Mit freundlichen Grüßen

Fragesteller

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Experte-Rabe
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24.08.2020, 15:30 Uhr
Antwort von Experte-Rabe

Sehr geehrter Fragesteller

 

Es ist vorbildlich, dass Sie sich so präzise auf Ihre Eigenhaarverpflanzung vorbereiten. Und es ist sicher empfehenswert, bei der Planung auch Ihren Hausarzt / Ihre Hausärztin mit einzubeziehen.

Aus meiner Sicht scheint es durchaus eine sinnvolle Alternative zu sein, in einem Fall, wie Sie ihn beschreiben, für die Schmerzmedikation z.B. auf Tramadol oder Tilidin auszuweichen. Die Gabe der Schmerzmittel im Anschluss an eine Haartransplantation ist in der Regel ja auch nur für eine kurze Zeit (2 - 3 Tage) notwendig. 

Die Antibiose erfolgt zudem auch nur intraoperativ, also lediglich am Tage der OP. Eine länger andauernde Therapie ist hier nicht erforderlich.

Dies können Sie gerne auch vorab mit Ihren behandelnden Ärzten besprechen und im Zweifelsfall Schmerztherapeuten beratend mit hinzuziehen.

Viel Erfolg!

Hans-Jürgen Rabe

Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie

-MOSER-Klinik-

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24.08.2020, 18:19 Uhr
Kommentar

Sehr geehrter Herr Facharzt Rabe,

vielen herzlichen Dank für Ihre Antwort.

Ich bin 40 Jahre, männlich und nehme Finasterid 1mg täglich seit Anfang 2016. Minoxidil topisch (seit 2007) würde ich dann absetzen.

Folgendes möchte ich gerne nachfragen:

Wann ist der Haarzustand nach dem Absetzen des Minoxidils erreicht, als hätte man es nie genommen?

Tramadol oder Tilidin eher als Paracetamol bzw. Metamizol unter dem Hintergrund der Colitis ulcerosa? Können sie mir grob eine Dosierung geben? Ich könnte ansonsten auch 2 bis 3 Tage aushaltbare Schmerzen aushalten, bin da relativ hart im nehmen.

Am Tage der OP welche Antibiose? Azithromycin (1 Tablette?) oder geht auch Amoxicillin? 

Kurz vor der morgendlichen OP oder lieber nach dem Aufstehen?

Oder eine Spritze oder so?

Ich bespreche das dann natürlich zuvor mit der HT-Ärztin. Der Rat zum Amoxicillin kam von einer andere Ärztin. Erstere ist sich selbst unsicher wegen meiner C.u.

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen

Fragesteller

Experte-Rabe
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25.08.2020, 14:38 Uhr
Antwort von Experte-Rabe

Sehr geehrter Fragesteller

 

bei Tramadol würde ich (abhängig von Körpergewicht etc.) eine Dosierung von etwa 25 Tropfen empfehlen. Die Antibiose erfolgt bei uns in der Regel mit 500 mg Cefuroxim, 1 x kurz vor der OP.

Wenn Sie Minoxidil absetzen, können Sie nach ca. sechs Monaten davon ausgehen, dass keinerlei Restwirkung mehr vorhanden ist. Dann haben sie also den 'Original-Zustand' Ihres Haarbildes vor Augen.

Alles Gute!

Hans-Jürgen Rabe

Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie

-MOSER-Klinik-

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02.09.2020, 19:26 Uhr
Kommentar

Würden Sie mir bitte noch folgendes verraten:

Wird bei Ihnen der Empfängerbereich rasiert?

In meinem Fall (Streifentechnik, FUT) soll nur der Streifen rasiert werden, der auch entnommen wird.

Reicht dann Antibiose nur am Tage der OP bei danach Vorsicht, guter Kopfhygiene?

Meine potentielle Ärztin vor Ort möchte Azithromycin nehmen (persönliche Erfahrung damit).

Nochmals vielen Dank!

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02.09.2020, 19:29 Uhr
Kommentar

Ich bin übrigens 190cm groß, 77kg.

Experte-Rabe
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14.09.2020, 14:00 Uhr
Antwort von Experte-Rabe

Sehr geehrter Fragetsteller

 

da ich weder Ihr behandelnder Arzt bin, noch Sie persönlich untersucht habe, kann ich Ihnen hier keine, auf Sie zugeschnittene Medikation empfehlen. Daher muss ich nochmal darauf verwiesen, wie wir die Antibiose in aller Regel ausführen: 500 mg Cefuroxim, präventiv 1 x kurz vor der OP. Dies ist normalerweise völlig ausreichend und sehr gut verträglich. Wenn Sie aufgrund Ihrer Vorerkrankung Sorgen haben, sollten Sie diese sowohl mit den behandelnden Ärzten, also sowohl den Hausärzten, als auch dem Chirurgen-Team, ganz offen besprechen

Wir rasieren bei der Streifentechnik zudem gar nicht, kürzen lediglich die Haare im Entnahme-Streifen etwas ein. Das macht das Handling beim Präparieren unter dem Mikroskop und auch beim Einsetzen etwas leichter.

Viele Erfolg!

Hans-Jürgen Rabe

Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie

-MOSER-Klinik-

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