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Nackenschmerzen, einschlafende Arme, taube Unterschenkel

Kategorie: Knochen-Gelenke » Expertenrat Gelenkbeschwerden/Rheuma | Expertenfrage

02.08.2005 | 10:12 Uhr

Mein körperliches Unwohlsein begann vor vier Monaten, mit Übelkeit, Benommenheit im Kopf, Schwindel usw. Kein Arzt hat was gefunden (Neurologe, Orthopäde, Internist, Kardiologe usw.) Zur Zeit nehme ich nach einer Ernährungsberatung Nahrungsergänzungsmittel. Erst ging es mir auch besser, aber seit ca. 2 Wochen habe ich diese Nackenschmerzen, die vergehen und wiederkehren. Dazu kommt dieses komische Gefühl in den unteren Beinen, als wenn sie einschlafen wollten, sie sind irgendwie wie betäubt, auch nachts schlafen mir oft die Hände ein. Ich war schon zur Akupunktur, beim Heilpraktiker. Mein Arzt sagte mir, es hätte nichts zu tun mit einer Gehirnentzündung oder Wirbelsäulenentzündung, denn dann hätte ich Nackensteifigkeit. Auch eine MRT/CRT hat nichts ergeben. Ich bin doch schon sehr beunruhigt, können Sie mir helfen?

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02.08.2005, 04:52 Uhr
Antwort

Hallo,

die Beschwerden können auch psychischer Art sein. Stress, Angst, Sorgen, einseitige Arbeitshaltung etc. können eine dauerhaft angespannte Muskulatur verursachen. Oft ist der Nackenbereich betroffen. Ist der Stress langandauernd und kein Ende abzusehen, so wird die verspannte Muskulatur mit in den Schlaf genommen. Eine Entspannung, die wichtig ist, erfolgt dann selbst hier nicht mehr. Extreme Schlafhaltungen können das Einschlafen der Extremitäten begünstigen, z.B. Arm unter dem Körper oder angewinkelt oder übereinanderliegende Beine etc.
Ob Nahrungsergänzungsmittel zur Problemlösung beitragen, denke ich eher nicht.
Reden Sie mit Ihrem Hausarzt oder einem Arzt Ihres Vertrauens darüber. Entspannungstrainings, Psycho- und Physiotherapie, sowie Sport (z.B. Walken) nehmen die Spannung aus den Muskeln.
Gruß
Sabine

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03.08.2005, 07:12 Uhr
Antwort

Halle Sabine,

vielen Dank für die schnelle Antwort.

Sie sprechen Stress, Angst und Sorgen an. Dies kann schon sein, da meine Beschwerden ja schon ziemlich lange andauern und immer wieder neue Beschwerdebilder hinzukommen, setzt man sich automatisch unter Stress und hat Angst. Ich bin u. a. sogar schon in der Notaufnahme im Krankenhaus gelandet, da mein Hals plötzlich wie angeschwollen war und ich einen Kloß darin verspürte, ich hatte Angst zu ersticken. Dann wurde vom HNO-Arzt eine Kehlkopfspiegelung gemacht, ohne Befund. Auch er sprach von seelischem Druck. Dieses komische taube Gefühl im Hals habe ich heute noch, mal mehr, mal weniger. Zu meinem Unwohlsein (mir ist auch heute noch sehr oft übel, auch eine Magenspiegelung hat nichts ergeben) kommt auch noch der berufliche Stress (Mobbing) mit meinem Arbeitgeber, da ich das zusätzlich psychisch nicht mehr ausgehalten habe, habe ich meine Stelle gekündigt. Ich habe Angst um meine Gesundheit und konnte so nicht weitermachen. Könnte dies alles wirklich meine Beschwerden verursachen, ich habe immer gedacht, mir kann so etwas nicht passieren, da ich doch ziemlich stark bin. Und könnten die Ursachen für die seelische Belastung schon länger im Körper brodeln?

Übrigens die CRT wurde im Anfangsstadium meiner Beschwerden gemacht und demnach nur vom Kopf, nicht von der Wirbelsäule. Könnte es trotzdem sein, dass die Nackenbeschwerden eine andere Ursache als seelische Belastung haben?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort!

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03.08.2005, 09:37 Uhr
Antwort

Hallo,

Ihre Angaben sprechen schon für eine psychosomatische Erkrankung, d.h. wenn ein seelisches Ungleichgewicht besteht, so meldet sich der Körper mit verschiedenen Krankheitssymptomen. Und meist zuerst da, wo wir ohnehin schon eine Schwachstelle besitzen.
Es ist dann für uns selbst schwer zu unterscheiden, ob denn etwas psychisches oder körperliches für die Beschwerden verantwortlich ist. Psychische Ursachen lassen sich nicht so greifen, nicht so benennen wie eine körperliche Diagnose.
Wenn wir aber wissen, daß langandauernder Stress, Ärger, Sorgen, Ängste unsere Körperhaltung und am Ende auch unsere Muskel- und Organfunktionen beeinflussen, dann versteht man wie alles zusammenhängt.
Der Stress mit Ihrem Arbeitgeber war sicher eine Ursache, die auch noch andauern kann, so lange wie Sie eine gewisse gedankliche Distanz dazu bekommen haben. Versuchen Sie sich ein wenig abzulenken, fahren Sie mal weg, nutzen Sie noch den Rest des Sommers. Und dann irgendwie eine neue Aufgabe suchen. Nicht einfach in der heutigen Zeit, aber gebraucht wird man immer.

Und hier noch ein kleines persönliches Beispiel wie der Körper unter Belastung reagieren kann: Litt kürzlich 4 Tage unter Magen-und Darmbeschwerden und überlegte hartnäckig was es denn nun gewesen sein könnte. Ganz bestimmt das bißchen Mayonnaisesalat, das ich im Restaurant mit auf dem Teller hatte. Oder ganz bestimmt der Rote Beete Salat einen Tag später mit Zwiebeln und Nüssen.
Nun, genau weiß ich es zwar auch nicht, aber die Schwiegereltern waren 4 Tage lang da und belagerten das Haus.
Seit sie weg sind, sind auch meine Magen-Darmbeschwerden weg.
Und was hätte mir ein Arzt erzählt, wäre ich hingegangen? ;-)
Gruß
Sabine

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07.08.2005, 08:58 Uhr
Antwort

Hallo liebe Anonyme und liebe Sabine!
Die unzähligen Abklärungen und die Länge Dauer der Beschwerden ohne Entwicklung einer schweren nachweisbaren organischen Erkrankung sprechen für seelische Störungen, die der Körper versucht zu verarbeiten. Aber es ist zudem durchaus auch möglich, daß eine funktionelles Problem der Halswirbelsäule die Beschwerden auslöst. Funktionsstörungen lassen sich durch keine technische Untersuchung ermitteln nur durch eine aufmerksame mit den wissenden Fingern durchgeführte Untersuchung. Diese macht der Osteopath! Also versuchen Sie eine osteopathische ärztliche Behandlung und beantragen Sie zudem ein psychosomatisches Heilverfahren. Dann könnte so einiges ins Lot kommen.
Herzlichst
Dr. Meske www.theresienklinik.de

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