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Kribbeln in Füßen,HWS Bandscheibenvorfall

Kategorie: Knochen-Gelenke » Expertenrat Gelenkbeschwerden/Rheuma | Expertenfrage

07.08.2005 | 05:14 Uhr

Hallo,
seit ca. 8 Wochen habe ich permanentes Kribbeln, Ameisenlaufen, in beiden Füßen.Zu Beginn der Symtome hatte ich auch ein Kribbeln in beiden Händen, welches aber nach ca. 1 Woche wieder wegging.
Im linken Fuß habe ich manchmal(ca. 2x Woche) beim Auftreten Schmerzen, die aber nach ca. 10 Minuten wieder nachlassen.Die Schmerzen sind dann unter dem Fuß an der Fußsohle mehr vorne.Nach 1 Woche Beschwerden habe ich zu zweit eine Kommode getragen, anschließend fingen meine Beine im Kniebereich an zu zucken und ich konnte sie nicht kontrollieren, die Zähne haben geklappert.Dieser Anfall dauerte ungefähr eine halbe Stunde.Im Liegen mehr auf der rechten Seite beruhigte sich alles, wenn ich dann aufgestanden bin, ging das Wegspringen der Kniee wieder los.Zum Glück hat sich dieses seitdem nicht wiederholt. Am nächsten Tag bin ich zum Arzt und seitdem habe ich eine Reihe Untersuchungen hinter mir. Es wurde ein kleiner Bandscheibenvorfall im Halswirbel C5 C6 festgestellt. Lenden CT beim Neurochirugen ergab normalen Verschleiß.Kopf CT in Ordung. Aufgrund des vagen Verdachtes auf MS wurde ein Kopf MRT und ein Sehtest beim Neurologen gemacht.Alles okay.Es wurde festgestellt, dass ich im Moment einen sehr hohen Blutdruck z.B 170/95 habe, was aber unabhängig von den genannten Symptomen sein kann.Ein Röntgenbild des Rückens (Wirbelsäule,Becken) beim Orthopäden hat auch nichts ergeben.Seit drei Tagen ist das Kribbeln mehr im linken Fuß mit pulsierenden, intervallartigen Stößen (schwer zu beschreiben).In der Lende habe ich nach dem Aufstehen leichte Schmerzen.Ich weiß nicht, ob es etwas damit zu tun haben kann, alles fing an, nachdem ich eine Woche auf einer viel zu harten Matratze geschlafen habe, die bereits wieder ausgetauscht wurde.Es wäre toll, wenn ich endlich dahinter käme, woher diese permanente Kribbeln in den Füßen kommt.
Mein Alter ist 40 Jahre.

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09.08.2005, 10:26 Uhr
Antwort

Hallo!
Ihre Beschwerden sind sehr ungeordnet; zudem sind die unauffälligen Untersuchungsergebnisse bzgl. ernsthafterorganischer Krankheiten beruhigend normal. Zwischen den Zeilen gelesen denke ich, Sie haben Streß: ungewohnte Matratze, Möbel rücken, Blutdruckanstieg, das verflixte 4. Lebensjahrzehnt. Ihr Körper signalisiert hohen Reizüberfluß! Schalten Sie ab, Spannen Sie aus! Fahren Sie auf die Insel und bauen Sie Streß ab; ich denke, dann werden die Gefühlsstörungen und unangehmen Körperreaktionen verschwinden.
Herzlichst
Dr. Meske www.theresienklinik.de

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10.08.2005, 09:15 Uhr
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Hallo,

Ameisenkribbeln an den verschiedensten Stellen des Körpers und Stromstöße durch den Körper deuten meist auf eine Überreaktion der Nerven hin. Daher wäre Entspannung wirklich das Beste und nicht so viel über Krankheiten nachdenken.
Gruß
Sabine

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10.08.2005, 10:52 Uhr
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Hallo Frau Dr. Meske,
vielen Dank für Ihre Antwort.Es wäre schön, wenn die Gefühlsstörungen durch Enstpannung verschwinden.Ungewöhnlich finde ich, dass sie über einen so langen Zeitraum (2Monate) kontinuierlich in den Füßen ohne Pause auftreten.Am Montag trat wieder die Extremform ein, ich hatte am Nachmittag ganz schwere Beine, später wurde mir schlecht und schwindelig und abends konnte ich ab der Lende dann die Beine nicht mehr kontrollieren und ich hatte ungefähr eine halbe Stunde muskuläre Zuckungen in den Beinen.Der gerufene Arzt stellte einen Blutdruck von 220/120 fest und zog nach Schilderung der Symptome verschieden Möglichkeiten in Betracht.Virusinfektion,Bakterien, Entzündung im Körper, gutartige Tumore, die Hormone ausschütten(Serotonin, Adrenalin)...Ich selber fühle mich erst langsam durch die Symptome gestresst, aber nicht zu Beginn des Auftretens.Ich bilde mir ein, meinen 40-jährigen Körper etwas zu kennen und weiß nicht, ob ich es einfach auf sich beruhen lassen soll mit der Diagnose Streß.Ich habe eine sitzende Tätigkeit am Computer und halte mich beruflich manchmal im Ausland auf.Eine Fructosemalabsorption wurde bei mir auch erst nach 15 Jahren mit einem Atemtest erkannt und vorher trotz mehrmaligem Arztbesuch und Schilderung der Symptome mit psychischem Streß abgetan.Soll ich wirklich alles auf sich beruhen lassen und die Insel besuchen? Ich wäre zufrieden, wenn es sich mit Entspannung beheben läßt,bin aber noch der Meinung, dass es eine bestimmte Ursache für dir Beschwerden gibt.Ich habe jetzt natürlich nach dem erneuten Auftreten der muskulären Zuckungen nach zwei Monaten Angst, dass dieses sich wiederholt.

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10.08.2005, 11:03 Uhr
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P.S. Hinzufügen möchte ich noch , dass ein Orthopäde meinte, dass eine Schaltstelle nicht funktioniert, da beide Füße reagieren, wie ist Ihre Meinung dazu?

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10.08.2005, 21:50 Uhr
Antwort

Hallo!
2 Monate sind für körperliche Reaktionen auf verdrängten Streß eher eine kurze Zeit. Ihre Symptome sind so diffus den ganzen Körper betreffend, beginnen eher mit einem unspezifischem Misgefühl und führen dann zu Dingen, die bekannt sich bei Anspannung, Streß und Überforderung. Sie passen aber eher nicht zu einem organischen Leiden in Zusammenhang mit den bereits durchgeführten Untersuchungen und resultierenden Normalbefunden. Auch ein Bluthochdruck ist typische Folge von solchen Körperfehlreaktionen. Andererseits gibt es aber auch anfallsartige Bluthochdruckkrankheiten, die körperliche Misempfindungen hervorrufen können. Daher sollten Sie den Blutdruck weiter abklären lassen. Solche Anfälle sind z.B.bekannt bei Phäochpomocytom ( dabei schütten bestimmte Körperzellen Blutdrucksteigernde Hormone anfallsartig aus ), u.U. auch bei Porphyrie oder dem Carcinoid. Alles seltene Krankheiten, die schwierig zu finden sind. Ein gewitzter Internist kann Ihnen da weiterhelfen. Wichtig in allen Fällen ist das sofortige Aufsuchen eines Arztes, der das Blut auf bestimte Blutdrucksteigernde Substanzen im Anfall testet und den 24 - Stunden Urin.
Herzlichst
Dr. Meske

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10.08.2005, 21:54 Uhr
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P.S.: Dazu meine ich, daß der Orthopäde geschickt kaschiert hat, daß er für Ihr Problem keine Lösung weiß. Für die geschilderten Beschwerden gibt es keine Schaltstelle (sprich Nervenzentrum) im Körper, die in der Lage wäre diese Beschwerden in der geschilderten Art hervorzurufen.
Herzlichst S. Meske

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11.08.2005, 09:07 Uhr
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Hallo Frau Dr.Meske,
noch einmal vielen Dank für Ihre Antwort und die Informationen. Ich werde mal versuchen rauszufinden, ob ich Meisterin im Verdrängen bin.Vielleicht hilft ja autogenes Training oder Muskelentspannung. Für den Blutdruck habe ich nach einer 20 Std. Langzeitmessung einen Betablocker bekommen.
Liebe Grüße

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