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Gonarthritis

Kategorie: Knochen-Gelenke » Expertenrat Gelenkbeschwerden/Rheuma | Expertenfrage

16.02.2007 | 02:10 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren,

was versteht man weiter unter der Diagnose Gonarthritis außer einer Kniegelenksentzündung? Bei mir liegt das vor und ich soll deshalb sogar eine Schiene mit Gelenk (M4) bekommen, so wie sie normalerweise bei Bänderrissen verordnet wird. Was ist bei dieser Diagnose genau im Knie verändert und wie? Ich habe seit ca. 2 Jahren JiA mit stark progessiven Verlauf und voller Genekbeteiligung.

Mit freundlichen Grüßen

Monika

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19.02.2007, 10:25 Uhr
Antwort

Sehr geehrte Monika,

unter Gonarthritis versteht man die Entzündung des Kniegelenkes. Für die Zuordnung einer Kniegelenksentzündung zu einer Erkrankung muss man die Ursachen der Gonarthitis kennen. Ich gehe davon aus, dass die Gonarthritis bei Ihnen zu der JIA gehört. Bei jeder Form der Arthritis ist die Innenhaut des Gelenkes entzündet, und dies führt zu einer vermehrten Flüssigkeitsproduktion im Gelenk. Daraus resultieren dann Beschwerden wie die Schwellung, Bewegungseinschränkung und Morgensteifigkeit.
Bei anhaltender nicht kontrollierter Entzündung können Schäden an den Knorpel und Knochen auftreten, der Gelenkspalt kann schmaler werden und es kann zu einer langfristigen Bewegungseinschränkung kommen.
Eine Schiene wird meistens bei der Therapie der Beugekontraktur für die Nacht eingesetzt.

Mit freundlichen Grüssen

Dr. Ivan Foeldvari

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19.02.2007, 22:16 Uhr
Antwort

Sehr geehrter Herr Dr. Foeldvari,

Klar kommt die Gonarthritis bei mir von der JiA. Eine Beugekontraktur liegt kaum vor. Es ist auch nur ein minimaler Erguss und eine geringe Schwellung nachweisbar. Der Gelenkspalt ist noch normal weit; Schäden am Knorpel und Knochen auch nicht vorhanden, soweit das Röngtenbild zeigt.
Leider sind am betroffenen Knie die Bänder zu lang, sodass das Knie sehr instabil ist und beim Gehen immer zur Seite wegkippt. Kann es sein, dass die Bänder bei einer lang anhaltenden Entzündung mit der Zeit länger werden? Auch an den Handgelenken ist das der Fall; dort trage ich schon lange Schienen.
Die Knieschiene (mit Gelenk) soll deshalb überwiegend untertags zur Stabilisierung des Knies bei freier Beweglichkeit getragen werden. Erst war das betroffene Knie 14 Tage lang mit einer Gipsschiene ruhiggestellt. Diese habe ich 3x am Tag runtergetan, trotzdem war das Knie immer schon ziemlich steif und konnte nur mehr passiv in 90°-Stellung bewegt werden. Im Moment habe ich eine Bandage, die allerdings kaum einen positiven Einfluss hat. Hat diese Schiene einen Sinn, oder gibt es noch andere Möglichkeiten?

Mit freundlichen Grüßen

Monika

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21.02.2007, 08:59 Uhr
Antwort

Liebe Monika,

vielen Dank für die Anfrage. Einen Knorpelschaden kann man frühzeitig am Kernpinntomographie erkennen. Bezüglich der Länge der Bänder ist es schwierig, ohne eine körperliche Untersuchung, einen guten Rat geben. Generell versucht man entzündete Gelenke nicht mit Schienen ruhig zu stellen, da diese schnell versteifen. Anders ist es , wenn man wegen Beugehaltung eine Nachtschiene trägt. Wenn die Gelenke instabil sind, dann ist es sinnvoll, sie muskulär zu stabilisieren. Das kann mit gezielten Übungen im Rahmen von Krankengymnastik mit Eigenübungsplan geschehen. Bei weiter bestehender Instabilität könnte man einen Rheumaorthopäden konsultieren.

MIt freundlichen Grüssen

Dr. Ivan Foeldvari

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21.02.2007, 09:34 Uhr
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Sehr geehrter Herr Dr. Foeldvari,

ein MRT des betroffenen Knies findet am 8.3. statt.
Versteift das Gelenk trotz dieser Schiene mit Gelenk? Zur KG gehe ich schon seit Jahren kontinuierlich 2x pro Woche; dort trainiere ich das Knie schon seit geraumer Zeit; trotzdem wurden die Schmerzen und die Instabilität schlimmer. Aber werden bei einem Muskelaufbautraining die Bänder wieder kürzer?
Bei einer Rheumaorthopädin war ich auch schon; diese verordnete mir nach einer ausführlichen Untersuchung die Schiene. Allerdings soll ich sie in der Nacht nicht tragen.
Mit freundlichen Grüßen

Monika

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23.02.2007, 08:51 Uhr
Antwort

Sehr geehrte Monika,

vielen Dank für die Nachfrage. Diese konkrete Frage kann man - auf Ihre Gelenksituation bezogen - allerdings nur im Rahmen einer körperlichen Untersuchung und mit Vorlage der Befunde qualitativ gut beantworten.

Mit freundlichen Grüssen

Dr. Ivan Foeldvari

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