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Diagnose LWS/BWS

Kategorie: Knochen-Gelenke » Expertenrat Gelenkbeschwerden/Rheuma | Expertenfrage

08.08.2007 | 04:06 Uhr

Liebes Expertenteam,

seit dem 24.07. habe ich die Diagnose Bandscheibenvorfall LWS, aktivierte (? was bedeutet das in dem Zusammenhang)Osteochondrose BWS/LWS und Spondylarthrose LWS. (seit Febr. 06 cP) Bekomme ab nächste Woche ambulante Reha. Zur Schmerzbekämpfung nehme ich Tilidin plus Tropfen (Tagesdosis ca. 50 Tropfen) sowie Diclac 150 ID.
Mein Hausarzt wies mich darauf hin, das im Bereich der LWS auch eine Entzündung vorliegt. Ist bei diesem Krankheitsbild ein Zusammenhang mit der Arthritis möglich? Das Diclac hilft mir morgens besser als das Tilidin. Diclac ist doch auch ein Entzündungshemmer. Spricht das eher für das Vorliegen einer Entzündung im LWS Bereich? Weitere Blutwerte werden zur Zeit vom Rheumatologen überprüft.
Danke für eine Antwort!

Mit freundlichen Grüßen

Konstanze Hans

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09.08.2007, 10:41 Uhr
Antwort

Sehr geehrte Frau Hans,

es kann tatsächlich vorkommen, dass entzündliche und degenerative Wirbelsäulenveränderungen gleichzeitig vorliegen. In diesem Fall ist die Unterscheidung oft sehr schwierig und mitunter erst unter Zuhilfenahme von Untersuchungen wie der Kernspintomographie möglich. Leider hilft der Umstand, dass ihre Beschwerden auf Diclofenac ansprechen hier auch nur wenig weiter, da beide Formen von Erkrankungen sich hierunter bessern lassen.

Leider kann ich also, ohne Sie weiter untersuchen zu können, ihre Frage nicht abschließend beantworten. Ich bin mir jedoch sicher, dass der Sie betreuende Rheumatologe, dem alle Befunde vorliegen, Sie gut und richtig beraten wird.

Ich wünsche Ihnen eine baldige Besserung.

Mit freundlichen Grüßen

PD Dr. C Kneitz

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09.08.2007, 12:08 Uhr
Antwort

Sehr geehrter Herr Dr. Kneitz,

vielen Dank für Ihre Einschätzung.
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen CT, MRT und Kernspintomographie?
Ich höre diese Begriffe immer wieder, aber darüber weiß ich eigentlich kaum etwas.

Vielen Dank!
Mit freundlichen Grüßen

Konstanze Hans

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15.08.2007, 10:12 Uhr
Antwort

Sehr geehrte Frau Hans,

meine Erklärung in Stichpunkten (nur die wesentlichen Punkte):

CT: Röntgenstrahlen, sehr gute Darstellung der Knochen, weniger gute Darstellung von Bindegewebe und Gelenkhaut

MRT oder Kernspintomographie (ist dasselbe): Keine Strahlung von außen, körpereigene Resonanz wird in einem Magnetfeld gemessen. Weniger gute Darstellung der Knochenstruktur, bessere Darstellung von entzündlichen Veränderungen wie z.B. Schwellung der Gelenkhaut. Deswegen in der Regel (natürlich gibt es Ausnahmen) bei entzündlich rheumatischen Erkrankungen die besser geeignete Untersuchung.

Die Erklärungen sind sehr kurz und etwas pauschal. In der Regel hängt die Entscheidung, welche Untersuchung die Bessere ist,davon ab wonach man sucht. Ich hoffe, dass meine Erläuterungen für Sie ausreichend sind. Wenn noch etwas unklar ist, fragen Sie doch bitte noch einmal nach.

Mit freundlichen Grüßen

PD Dr. C Kneitz

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20.08.2007, 12:37 Uhr
Antwort

Sehr geehrter Herr Dr. Kneitz,

danke für Ihre Antwort. Der Unterschied ist mir nun klar.
Was mir nicht klar ist, ist die Bezeichnung aktivierte Osteochondrosen (in der Brust- und Lendenwirbelsäule).
Für eine weitere Antwort wäre ich sehr dankbar.
Mit freundlichen Grüßen
Konstanze Hans

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23.08.2007, 10:12 Uhr
Antwort

Hallo!

Aktivierte Osteochondrosen sind degenerative Veränderungen zwischen den Wirbelkörpern. Im Röntgen- oder Kernspinbild sieht man abgeflachte Bandscheiben oder Randanbauten an den Wirbelkörpern. Ob man sicher erkennen kann, ob es sich um aktivierte Osteochondrosen handelt bezweifle ich. Atkiviert würde bedeuten, dass diese im aktuellen Schmerzgeschehen eine Rolle spielen. Also ob sich dort Zeichen für einen Reizzustand eregeben, z.B. Flüssigkeitsvermehrungen. Aktiviert ist in diesem Fall wohl eher eine Bezeichnung wegen des klinischen Bildes, also der körperlichen Untersuchung, und weniger der radiologischen Bildgebung.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. med. E. Ahlgrimm

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23.08.2007, 15:44 Uhr
Antwort

Sehr geehrter Herr Dr. Ahlgrimm,


danke für Ihre Antwort.
In meinem Bericht war zudem die Rede von einem Knochenmarksödem, das sich bereits gebildet hat... Spielt das vielleicht eine Rolle?
Vielen Dank im voraus!
Mit freundlichen Grüßen

Konstanze Hans

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23.08.2007, 16:43 Uhr
Antwort

Hallo Frau Hans,

stellvertretend für die beiden anderen Kollegen versuche ich nun, Ihre Frage zu beantworten.
Ein Knochenmarködem in der MRT weist immer auf eine akut-entzündliche Reaktion des Knochens hin. Das Knochenmarködem kann bei einer Osteochondrose (mit oder ohne Bandscheibenvorfall) vorkommen, insbesondere bei ausgeprägten Osteochondrosen mit Erosionen (also kleinen Knochendefekten). Insofern würde das Vorhandensein eines Knochenmarködems vielleicht erklären, warum der Befunder die Osteochondrose als aktiviert (aktivierte Osteochondrose) eingestuft hat - das würde für mich Sinn machen.

Ein Knochenmarködem findet sich aber eben auch bei entzündlichen Wirbelsäulenerkrankungen (Spondyloarthritis, Morbus Bechterew). Insofern sagt das Vorhandensein eines Knochenmarködems allein nichts über die Ursache (entzündlich = Spondyloarthritis oder degenerativ = Osteochondrose) aus, wie Dr. Kneitz schon gesagt hat. Ob also zusätzlich zum Bandscheibenvorfall und der Osteochondrose noch eine Spondyloarthritis vorliegt, kann man versuchen herauszufinden anhand des Gesamtbefundes in der MRT. Dazu gehören die genaue Lokalisation, Konfiguration und Ausbreitung des Knochenmarködems, sowie eventuelle Knochenmarködeme an anderen Stellen (ohne degenerative Veränderungen).
Wenn die MRT allein nicht hilft, sind andere Parametern wie Röntgen, klinischer Befund und HLA-B27 hilfreich. Die Einschätzung und Bewertung ist letztlich dann die Aufgabe des Rheumatologen vor Ort.

Viele Grüße
M. Rudwaleit

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24.08.2007, 12:39 Uhr
Antwort

Sehr geehrter Herr Dr. Rudwaleit,

ich danke Ihnen für Ihre ausführliche Antwort.
Ich habe am 04.09.07 wieder einen Termin bei meinem Rheumatologen. Dann liegen auch die Laborwerte vor und man kann dann hoffentlich endgültig bestimmen wie es weitergeht.

Mit freundlichen Grüßen

Konstanze Hans

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