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Ab wann ist ANA positiv?

Kategorie: Knochen-Gelenke » Expertenrat Gelenkbeschwerden/Rheuma | Expertenfrage

11.07.2007 | 09:06 Uhr

Guten Tag liebes Expertenteam,

ich lese immer wieder andere Werte,ab wann die Antinuklearen Antikörper als positiv zu bewerten sind.
Z.B. habe ich einen
Wert von 1:160 mein Rheumatologe sieht das als positiv an,ein Krankenhaus wieder nicht.
Ist das Muster dabei entscheidend?
Und warum geben manche an das sie einen Wert von z.B. 1:100 haben wenn der Wert sich doch immer verdoppelt?

Liebe Grüße
Locin32

P.S.: Immer wieder Fragen,Fragen,Fragen :)

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12.07.2007, 03:32 Uhr
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Sehr geehrte Locin32,

die Bestimmung der ANAs (Antikörper gegen Strukturen von Zellkernen) wird (in wenigen Worten zusammengefasst) so durchgeführt, dass Serum (das was vom Blut übrig bleibt, wenn man die Zellen entfernt, also das Flüssige) auf einen Obejektträger auf dem Zellen fixiert sind aufgetragen wird. Finden sich ANAs in dem Serum, binden diese an die Zellen und können dann mit einem weiteren fluoreszierenden Antikörper im Mikroskop sichtbar gemacht werden. Würde man unverdünntes Patientenserum verwenden, wären die meisten Befunde positiv. Deswegen setzt man Grenzbereiche fest, ab wann eine Verdünnung des Serums (z.B. 1:100) als positiv angesehen wird. Je mehr ANAs in dem Serum vorhanden sind, desto stärker kann man das Serum verdünnen und erhält immer noch eine positive Reaktion, z.B. 1:640 oder 1:1000. Das im Mikroskop erkennbare Fluoreszenzmuster ermöglicht Rückschlüße auf verschiedene ANA-Unterformen. Wichtig ist, dass niedrig-titrige ANAs auch bei einem bestimmten Anteil der Gesunden nachweisbar sind.

Aus meiner Sicht ist daher für die Beurteilung des ANA-Befundes die genaue Kenntniss aller Untersuchungsbefunde entscheident. Nur so ist es möglich eine sichere Diagnose zu stellen und den ANA-Befund richtig einzuordnen.

Mit freundlichen Grüßen

PD Dr. C. Kneitz

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12.07.2007, 07:45 Uhr
Antwort

Lieber Herr Dr.Kneitz,

endlich habe auch ich es verstanden :).
Dafür schon mal ein herzliches Dankeschön!

Aber...............:) warum gibt es verschiedene Angaben ab wann der Titer positiv ist?
Bei manchen Labors ist der Titer bereits bei 1:80 positiv bei anderen ab 1:160 oder höher?
Gibt es da keine allgemeingültigen Normwerte?
Und wenn dann noch ENAs gefunden werden...kommen die auch bei Gesunden vor?

Sie sehen schon,ich finde das Thema sehr spannend.

Alles liebe
Locin32

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13.07.2007, 01:19 Uhr
Antwort

Sehr geehrte Locin32,

der Nachweis von ANAs in einer Verdünnung der Serums von 1:80 oder 1:100 ist als grenzwertig zu betrachten. Dabei steigt die Spezfität der Untersuchung mit dem Titer an. Höhere Verdünnung sind als positiv anzusehen. Auch dies heißt jedoch nicht zwangsläufig, dass eine Erkrankung vorliegen muss. Sehr vereinfacht können Sie es sich so erklären: Hat eine Patienten typische Symptome eines SLE wie z.B. typische Hautveränderungen und eine Nephritis kann ein niedriger ANA-Titer bei sonst unauffälligen Befunden den Verdacht auf das Vorliegen eines SLE erhärten. Bei einem beschwerdefreien Menschen können erhöhte ANAs vorliegen ohne dass er je erkrankt. Es ist die Aufgabe der Sie betreuenden Ärzte die Befunde und Laborwerte so zusammenzufügen, dass die richtige Diagnose gestellt werden kann. Im Prinzip gilt das gleiche für die ENAs (wobei diese mit einer anderen Methode gemessen werden).

Mit freundlichen Grüßen

PD Dr. C. Kneitz

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15.07.2007, 12:38 Uhr
Antwort

Sehr geehrter Herr Dr.Kneitz,

durch meine Erkrankungen interessiere ich mich halt für dieses Thema und hatte mich gewundert,warum es so unterschiedliche Angaben über den Normwert gibt.
Ich habe sogar gelesen,dass man mittlerweile auch Kollagenosen kennt die gänzlich ohne positive ANAs bestehen können.(?)

Danke schön nochmal für Ihre Antworten.

Liebe Grüße
Locin32

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