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Reizdarm oder etwas Schlimmeres?

Kategorie: Magen-Darm » Expertenrat Durchfall/Übelkeit | Expertenfrage

17.10.2019 | 12:10 Uhr

Guten Tag,  

ich würde gern um Ihren Rat bitten.
Ich bin 22, normalgewichtig, esse seit meiner Kindheit schon immer sehr gesund und ausgewogen. In meiner Familie gibt es keinen einzigen Krebsfall.

Seit ein paar Monaten habe ich aber häufig weichen Stuhl, manchmal auch weichen Stuhl und härteren Stuhl im Wechsel. Dann ist es aber meistens nur anfangs härter und "zum Schluss" wieder weich. Vor allem wenn ich meine Periode habe, werden die Durchfälle verstärkt. Dass ich in dieser Zeit solche Probleme habe, ist schon lange so und auch normal, denke ich. Nun kommt der weiche Stuhl aber eben auch außerhalb der hormonellen Phasen, das ist neu.

Hinzu kommt, dass ich seit ein paar Monaten unter einer Angststörung leide und dementsprechend viel Stress habe. Gerade in diesen Phasen werden die Stuhlprobleme ebenfalls verstärkt.

Ich habe einmal täglich Stuhldrang, meistens direkt nach dem Frühstück. Oft habe ich bei weichem Stuhl auch kurz vorher ein wenig Bauchkrämpfe (meist sind es Blähungen) im Unterbauch, diese sind aber direkt weg, wenn ich auf der Toilette war. Über den Tag verteilt und vor allem nachts habe ich gar keine Probleme. Blut im Stuhl habe ich nie. Vor einigen Wochen war ich zudem ein paarmal bei einem Proktologen (allerdings wegen etwas anderem), im Enddarmbereich sieht aber alles gut aus.

Im Internet habe ich ein wenig umhergelesen. Alles passt auf Reizdarm. An sich stört mich das alles auch nicht, meine Lebensqualität ist eigentlich nicht eingeschränkt. Trotzdem bin ich verunsichert, weil ja gerade dieser Wechsel von weich zu härter auch ein Darmkrebssymptom sein kann. Vielleicht können Sie mir ja eine Einschätzung geben...:-X

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Bisherige Antworten
Experte-Ohlert
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18.10.2019, 10:36 Uhr
Antwort von Experte-Ohlert

ehr geehrte Anfragerin,
sehr geehrter Anfrager,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne beantworte. Zunächst aber eine Vorbemerkung: Es erscheint mit wichtig darauf hinzuweisen, dass ich hier natürlich nur ganz allgemein zu den aufgeworfenen Themen Stellung beziehen kann.
Der Komplexität des Krankheitsbildes eines jeden einzelnen Patienten wird eine Stellungnahme im Rahmen einer "Internetkonsultation" sicherlich nicht gerecht.
Bitte verstehen Sie daher meine Ausführungen auch immer nur als "Denkanstoß" für die weiteren Gespräche mit Ihren behandelnden Ärzten.
Es wird letztlich "Bücherwissen" reproduziert und keinerlei individuelle Beratung in Bezug Ihr Krankheitsbild vorgenommen.
Dies wäre nach der Berufsordnung nämlich auch gar nicht zulässig.

Nun aber zu Ihrer Frage:

 Ein Reizdarmsyndrom ist eine Ausschluss-diagnose, Es gibt also keinen Untersuchungsbefund, der einen Reizdarm beweist.   Erst wann "alles andere" (was auch immer das sein mag, denn es ist ja einer sehr, sehr weiter Begriff) ausgeschlossen wurde, kann man von einem Reizdarm sprechen.     Stuhlveränderungen müssen abgeklärt werden. Zwar sind Tumorbildungen im jungen Lebensalter sehr, sehr selten - aber man muss bei Stuhlveränderungen ja auch und vor allem an chronisch entzündliche Darmerkrankungen denken. Deshalb ist weitere ärztliche Diagnostik vor Ort sehr sinnvoll.

 

Wie schon oben gesagt, ist dies kein Portal zu individuellen Beratung über das Wesen von Symtomen -
das gehört in die Hand des Arztes, der Sie vor Ort untersuchungen und beraten kann. Da Ihre Frage aber
genau in diese Richtung zielt, kann ich nur anraten, einen Arzt vor Ort aufzusuchen.

 

 

 

Besten Gruss

Dr. Peter Ohlert

 

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