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Mein Mann hat ein unbestimmtes flaues Gefühl

Kategorie: Magen-Darm » Expertenrat Durchfall/Übelkeit | Expertenfrage

28.11.2010 | 10:29 Uhr

Hallo!

Normalerweise bin in unserer Familie ich die Person mit psychischen Problemen (hatte mal eine Zeit lang Panikattacken und immer wieder Angst vor Krankheiten). Nun ist seit einiger Zeit so, dass mir mein Mann Sorgen macht. Er ist eigentlich derjenige von uns, der mit beiden Beinen im Leben steht und dem meine Angst auch immer unverständlich, ja sogar lästig war. Manchmal, wenn ich wieder mitten in einer Attacke steckte, wollte er mich mit flapsigen Bemerkungen (MAch dir keine Gedanken, sterben müssen wir alle mal) aufziehen.
Nun hatte er in 2009 mal so Schwindelanfälle. Er war damals im KH und wurde durchgecheckt - Blutdruck, Herz, Kreislauf, Gehirn,... waren ohne Befund. Er wurde auch vom HNO durchgecheckt, auch da kam nix weltbewegendes raus. Eine HNO-Ärztin vermutete dann, sein Gleichgewichtsorgan sei ausgefallen gewesen.
Mein Mann meint aber, dass er immer noch diesen leichten Schwindel verspüre, und zwar immer dann, wenn er von Personen mit tiefer Stimme aus einem bestimmten Einfallswinkel angesprochen würde, oder wenn er in einem Raum mit vielen Leuten ist (z.B. Kantine), wo man so ein tiefes Gemurmel hören kann.
Seit zwei Wochen nun verspürt er ein unbestimmtes flaues Gefühl im Magen, dazu kommt auch immer wieder der Schwindel, aber nur in gewissen Situationen, nicht permanent. Die Hausärztin untersuchte Blut (großes Blutbild, auch auf Borrelien wurde getestet), machte ein Langzeit-EKG sowie eine 24-Std-Blutdruckmessung. Nirgends kam etwas heraus. Allerdings bemerkte ich, dass mein Mann wirklich panisch wurde. Er saß einen Mittag da und meinte: Wenn es noch einen Tick schlimmer wird, falle ich in Ohnmacht! Ich musste ihn in den zwei Wochen zusätzlich zu 4 vereinbarten Arztterminen zweimal zum Notdienst fahren (einmal wegen der ANgst vor Ohnmacht, einmal hatte er einen Druck in der Wade verspürt und Angst vor einer Thrombose). Von der einen Notdienst-Ärztin bekam er 50 mg Tetrazepam, davon nahm er 25 mg ein (nachts gegen 0.00 Uhr). Sie meinte, er habe Verspannungen in der Wirbelsäule (und davon den Druck bzw. das Kribbeln in der Wade). Am Tag darauf schlief er nachmittags ein und wachte total benommen und benebelt auf. Ich hielt das für eine Nebenwirkung der Tablette. Aber auch zwei, drei Tage danach sagte er, nach dem Aufwachen dieses benebelte Gefühl zu verspüren. Dennoch ging es ihm richtig gut.
Heute nacht nun wachte er gegen 3 Uhr auf und hatte wieder dieses unbestimmte flaue Gefühl in der Magengegend. Magenschmerzen oder Probleme mit dem Stuhlgang hat er nicht. Allerdings muss er hin und wieder vermehrt aufstoßen.
Übermorgen am Dienstag hat er erneut einen HNO-Termin, am Mittwoch folgt eine Magenspiegelung, und die Darmspiegelung ist übernächste Woche.
Wobei ich wirklich denke, dass organisch nichts gefunden werden wird. Nur will er nicht hören, dass es psychosomatisch sein kann. Er macht sich Gedanken und ist sicher, dass etwas da sein muss, da er sich die Gefühle nicht einbildet.
Man muss noch dazu sagen, dass er vor 6 Jahren seinen besten Freund verloren hat, der damals 45 Jahre alt war und starb, weil ihm ein Aortenaneurysma platzte. Bei einem Arztbesuch fragte mein Mann auch, ob es denn nicht sein kann, dass ihm eine Ader platzen würde. er war damals nämlich dabei, als sein Freund wegen Übelkeit und Unwohlsein von den Firmensanitätern abgeholt wurde (das Ganze passierte in der Kantine, also dem Ort, an dem er selbst auch das erste Mal diesen Schwindel und das Unwohlsein verspürte). Für mich lässt das den Schluss nahe, dass er auch Probleme psychosomatischer Art hat.
Könnten SIe mir eine Einschätzung geben? Oder eventuell noch Tipps, auf was außerdem noch untersucht werden kann? Ich bin selbst völlig überfordert mit der Situation und mache mir nur noch Sorgen, worunter natürlich auch die Kinder inzwischen leiden. Ich habe auch keine Ahnung, welches Forum man in dem Fall nun befragt, weil seine Symptome ja so unterschiedlich sind... Falls ich hier völlig falsch bin, tut es mir wirklich leid.

Vielen Dank und Gruß,
Wonnie

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Bisherige Antworten
Experte-Ohlert
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02.12.2010, 06:23 Uhr
Antwort von Experte-Ohlert

Vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne beantworte. Zunächst aber eine
Vorbemerkung: Es erscheint mit wichtig darauf hinzuweisen, dass ich hier
natürlich nur ganz allgemein zu den aufgeworfenen Themen Stellung beziehen kann.
Der Komplexität des Krankheitsbildes eines jeden einzelnen Patienten wird
eine Stellungnahme im Rahmen einer Internetkonsultation sicherlich
nicht gerecht. Bitte verstehen Sie daher meine Ausführungen auch immer
nur als Denkanstoß für die weiteren Gespräche mit Ihren behandelnden Ärzten.

Nun aber zu Ihrer Frage: die Deutung sehr unspezifische Symptome ist sicherlich nicht die Stärke einer Beratung über das Internet.
Gleichwohl ist die Mannigfaltigkeit der Symptome und die bisher nach Ihren Angabenunauffällige Diagnostik sicherlich ein Hinweis auf eine solche Problematik.
Ungeachtet dessen hatte Sie ja zudem Aortenaneurysma angefragt: sofern dies den Bauchbereich betrifft, kann ein Aortenaneurysma sehr leicht mit einer Ultraschalluntersuchung diagnostiziert beziehungsweise ausgeschlossen werden. Im Bereiche des Brustkorbes ist dies ein wenig schwieriger, aber mithilfe der Echokardiographie und eines nativen Röntgenbildes durchaus möglich.

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02.12.2010, 13:51 Uhr
Antwort

Vielen Dank!
Eine Echokardiographie wird mein Mann auch noch machen lassen. Die Magenspiegelung war ebenfalls ohne Befund. Der Internist, der diese vorgenommen hat, brachte allerdings zur Sprache, dass die Symptome eventuell darauf zurückzuführen sind, dass mein Mann zu einer MTX-Therapie (10 mg pro Woche wegen Rheuma) KEINE Folsäure einnimmt. Das hatte bisher nämlich noch niemand vorgeschlagen. Könnte es sein, dass wirklich das Fehlen der Folsäure zu MTX Nebenwirkungen führt?

Gruß und vielen Dank,
Y. Kern

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05.12.2010, 07:19 Uhr
Antwort

Guten Morgen noch mal!

Nach drei besseren Tagen wachte mein Mann heute mit Herzrasen auf und war sehr unruhig. Eine Blutdruckmessung ergab 162/105, Puls irgendwas über 80. Er nahm eine Blutdrucktablette, inzwischen ist er wieder ruhiger und hat sich zurück ins Bett gelegt. Ich bin mit meinem Latein am Ende. Auf meine noch so behutsamen Beruhigungsversuche reagiert er muffig und uneinsichtig. :-/
Gestern Abend hat sich mein Mann bei diesem schlimmen Wetten-Dass-Unfall furchtbar erschrocken, schon danach war er heftig aufgewühlt. Kann es sein, dass durch dieses Schockerlebnis so ein Herzrasen auftritt? Wie gesagt: 24-Std-Blutdruck- und -EKG waren unauffällig. Eine Herzkatheteruntersuchung hatte er vor vielen Jahren schon (auch wegen Bluthochdrucks), die war ebenfalls unauffällig. Ich weiß ja nicht, ob das noch aussagekräftig ist, erwähne es aber mal der Vollständigkeit halber. Er möchte aber unbedingt noch ein Schluck-Echo machen lassen. Allerdings kann das der behandelnde Internist erst wieder im Januar (Geld aufgebraucht). Meinen Sie, das reicht? Oder ist es - auch im Hinblick auf eine psychosomatische Störung - besser, das jetzt noch vor Weihnachten zu organisieren?

Vielen Dank,
Y. Kern

Experte-Ohlert
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08.12.2010, 04:22 Uhr
Antwort von Experte-Ohlert

dies ist eine Frage, welche eher in das rheumatologische Fachgebiet gehört. Dennoch vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

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