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Es ist anstrengend :-(

Kategorie: Magen-Darm » Expertenrat Durchfall/Übelkeit | Expertenfrage

02.03.2022 | 22:27 Uhr

Liebe Experten,

vielleicht können Sie mir helfen?

Ich hatte eine Tiefe Venenthrombose und war dann bei einer Gastroskopie und einer Koloskopie.

Die Diagnose waren eine chronische Gastritis und Reflux, sowie ein kleiner Darmpolyp, der entfernt wurde.

Ich dachte, dass ich auf der sicheren Seite wäre.

Seit damals nehme ich NOAKs lebenslang und als ich eine Pankreatitis hatte, wurde auch gleich eine Pankreaszyste gefunden, die sehr klein war.

Ich sollte zu jährlichen Kontrollen.

Dese Kontrollen mache ich immer im Februar/März, damit ich dann den Rest des Jahres Ruhe habe.

Nun war ich beim Labortest uhd es wurden 86 Parameter bestimmt.

6 Werte weichen schon seit 20 Jahren vom Referenzbereich ab, diesmal war Cholesterin mit 219 etwas erhöht, sowie der CEA Wert mit 5,5.

Aus diesem Grund hat man mich gleich nochmals ins Labor geschickt, diesmal wurden auch gleich Calcitonin und CA 19-9 bestimmt, die beide im Referenzbereich lagen, sowie nochmals CEA, der auf einmal bei 4,9 lag, somit auch knapp im Referenzbereich.

Kann der CEA Wert innerhalb einer Woche von 5,5 auf 4,9 sinken?

Noch immer nicht genug: der Arzt meinte, ich soll zum CT Abdomen und Thorax gehen.

Da war ich nun und der Befund scheint unauffällig zu sein.

Es wurden Leber- und Nierenzysten gefunden, in der Leber ist die sogar 13mm (bisher stand da was von einem Hämangiomy dieses Mal wird es Zyste genannt), sowie eine Mini-Zyste im Pankreas, welche aus Fett besteht. Pseudozysten wurden ausgeschlossen.

Jetzt habe ich also Befunde mit etwas hohem CEA, aber die CT scheint harmlos zu sein.

Wie ist es möglich, dass man 3 Jahre lang von einer 7mm Zyste im Pankreas schrieb und nun ist das Ding noch kleiner geworden und man schreibt von Fettfüllung? Kann man das wirklich so genau erkennen in einer KM-CT?

Ich hab nämlich Panik, dass der CEA Wert deshalb bei um die 5 liegt, weil da gerade etwas Bösartiges sich entwickelt, aber noch zu klein ist.

ERCP hatte ich vor 2 Jahren auch schon, MRCP vor einem Jahr auch schon.

Bin ich also gar nicht krank?

Nun hatte mein bester Freund gemeint: "Mark, du machst dich fertig! Wenn Du wirklich was tun willst, dann mach jetzt noch eine Gastroskopie und Koloskopie auf einmal, aber wenn da auch nichts gefunden wird, dann lass es gut sein."

Jetzt gehe ich nächste Woche, um diese Untersuchung zu machen. Zahle sie selbst.

Aber wenn da nichts wäre, dann wäre doch mein CEA niedrig?!?

Alle anderen Werte, bis auf das dauerhaft erhöhte Bilirubin (seit 20 Jahren) und mein leicht zu hohes Cholesterin (aber nur das Gesamt mit 219) sind normal. Ebenso CRP (1,1) und auch sonst ist nichts außerhalb des Referenzbereiches.

Ich hatte in der Vergangenheit Pantoprazol nehmen müssen. Soll ich vor der Gastroskopie nächste Woche wieder vorbeugend Pantoprazol nehmen? Ich hätte noch welche für etwa 2 Wochen (40mg).

Sorry für die lange Nachricht!

 

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Experte-Ohlert
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04.03.2022, 07:22 Uhr
Antwort von Experte-Ohlert


Sehr geehrte Anfragerin,
sehr geehrter Anfrager,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne beantworte. Zunächst aber eine Vorbemerkung: Es erscheint mit wichtig darauf hinzuweisen, dass ich hier natürlich nur ganz allgemein zu den aufgeworfenen Themen Stellung beziehen kann.
Der Komplexität des Krankheitsbildes eines jeden einzelnen Patienten wird eine Stellungnahme im Rahmen einer "Internetkonsultation" sicherlich nicht gerecht.
Bitte verstehen Sie daher meine Ausführungen auch immer nur als "Denkanstoß" für die weiteren Gespräche mit Ihren behandelnden Ärzten.
Es wird letztlich "Bücherwissen" reproduziert und keinerlei individuelle Beratung in Bezug Ihr Krankheitsbild vorgenommen.
Dies wäre nach der Berufsordnung nämlich auch gar nicht zulässig.

Nun aber zu Ihrer Frage:

 Tumormarker sind nur sehr bedingt für die Primärdiagnose von (bösartigen) Tumoren hilfreich. Sie können gegebenenfalls einen Hinweis darauf geben, dass ein bösartiger Tumor vorhanden ist. Ein (leicht) erhöhter Tumormarker-Wert sagt aber keineswegs aus, dass mit Sicherheit Derartiges vorliegt.

Wir haben durchaus Patienten, die seit Jahren einen etwa zehn fach erhöhten CA 19-9-Wert haben, gründlichst durchuntersucht wurden und bei denen nichts, aber auch gar nichts problematisches vorliegt.
Mit anderen Worten: gründliche Durchuntersuchung ist sinnvoll, aber es wird durchaus immer wieder Menschen geben, bei denen die Tumormarker-Werte mehr oder weniger deutlich außerhalb des Referenzbereiches liegen.
Hinsichtlich der Größe von Strukturen (hier: Pankreas-Pseudo-Zysten) muss man berücksichtigen, dass alle Messverfahren (Sonografie, ERCP etc.) immer nur näherungsweise Größenangaben ergeben. Man kann gegebenenfalls innerhalb des Messverfahrens die Größen von Untersuchung zur Untersuchung vergleichen. Man darf aber die Genauigkeit des Messens nicht überschätzen, gerade wenn es um den Vergleich von Messwerten zwischen verschiedenen Untersuchungsverfahren geht.

Wie schon oben gesagt, ist dies kein Portal zu individuellen Beratung über das Wesen von Symtomen -
das gehört in die Hand des Arztes, der Sie vor Ort untersuchungen und beraten kann. Da Ihre Frage aber
genau in diese Richtung zielt, kann ich nur anraten, einen Arzt vor Ort aufzusuchen.

 

 

 

Besten Gruss

Dr. Peter Ohlert

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19.03.2022, 00:56 Uhr
Kommentar

Sehr geehrter Herr Dr. Ohlert,

 

vielen Dank für Ihre Nachricht!

Nun, auf Grund meines leicht erhöhten CEA Markers (Referenzbereich bei Nichtrauchern bis 2,5 - meine Werte innerhalb 4 Wochen: 5.2, 4.8, 4.9) hatte ich mir selbst folgende Untersuchungen gezahlt:

1. CT Abdomen, Thorax - bis auf Zysten und ein Leberhämangiom und eines Lipoms im Pankreas unauffällig

2. Sonographie Schilddrüse + Labor TSH, FT3, FT4, Calcitonin: nur kleine Zyste (8-9mm) in der SD, Labor mittig im Referenzbereich

3. Gastroskopie: Reflux Ösophagus, Gastritis C - sonst unauffällig

4. Koloskopie: unauffällig

Vermutlich kommt also der leicht erhöhte CEA Wert vom galligen Reflux.

Der CA 19-9 ist unauffällig.

Ich glaube, MEHR kann oder soll ich nicht mehr tun?!?!?

Ich nehme nun wieder Pantoprazol (vor einem Jahr meinte der andere Arzt, ich muss die lebenslang nehmen, der jetzige Arzt meint, dass dies nicht nötig ist) und hoffe, dass nach 4-6 Wochen der CEA dann niedriger ist.

 

Könnte oder sollte ich noch etwas tun? 

 

Dankeschön!

 

 

Experte-Ohlert
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21.03.2022, 12:03 Uhr
Antwort von Experte-Ohlert

Bitte haben Sie Verständnis, dass sich bezogen auf Ihren Fall mich nicht äußern werde, ob die Diagnostik ausreichend ist oder nicht.
Ganz allgemein hatte ich aber in der Beantwortung der ursprünglichen Frage darauf hingewiesen, dass sich aus einer erhöhten Tumormarker-Feststellung nicht zwangsläufig auf das Vorhandensein eines Tumors schließen lässt.
Vielen Dank noch einmal für den Kommentar
Dr. Peter Ohlert

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