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Schlaffes Gewebe

Kategorie: Schönheitsoperationen » Expertenrat Brustoperation und Implantate | Expertenfrage

14.02.2005 | 07:29 Uhr

Hallo Herr Dr. Kuner,

ich hatte vor 10 Wochen eine Brustvergrösserung. Ausgangslage: 75 B, Volumenverlust im oberen Bereich aber nicht hängend. Nur das oben die Fülle fehlte.
Daher liess ich mich operieren. High Profile unter den Brustmuskel, links 400 cc und rechts 350. Ich fragte auch den Operateur, ob ich dann im oberen Bereich wieder die Rundung habe. Also ich wünschte mir schöne runde pralle Brüste und mich würde auch nicht stören, wenn sie etwas künstlich aussehen.
Bereits kurz nach der OP bemerkte ich, dass mir das linke Implantat nach unten gerutscht ist. Das Volumen war kurz nach der OP im oberen Bereich weg und hing unter der neu gesetzten Brustfalte durch. Jetzt fängt es auch in der rechten Brust an. Sie hängt auch durch und im oberen Bereich geht auch langsam die Fülle weg. Mir war klar das ein schönes Ergebnis nicht von Dauer ist und das es irgendwann hängt aber doch nicht schon nach 10 Wochen. Hätte man das nicht verhindern können? Mit irgend einer Nahttechnik oder so?Der Operateur kennt mich jetzt ein dreiviertel Jahr und sagte mir vor einer Woche, dass ich schlaffes Gewebe hätte und daher ist es jetzt so wie es ist. Hätte er das nicht vorher bemerken müssen? Ich bin jetzt total enttäuscht und habe zusätzlich auch noch Rippling. Vorallem in der rechten Innenseite überall Implantatknubbel. Außerdem ist jetzt die Brust, wo das größere und breitere Implantat drin ist, viel schmaler und kleiner als die Rechte, die eigentlich kleiner und schmaler sein müsste. Dazu kommt, dass ich durch das durchgerutschte Implantat in der linken Brust Probleme habe einen BH zu tragen. Probierte alle Sport-BH`s aus die es gibt. Es drückt und ist mir unangenehm.Also trage ich jetzt seit 10 Wochen den Kompressions-BH den ich von der Klinik bekam. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir mitteilen könnten wie Sie in so einem Fall vorgegangen wären und was man da noch tun kann oder ob es hoffnungslos ist, da sich ja die Haut durch die Implantate dehnt aber nicht nach vorn wie ich es wollte sondern nach unten.
Für Ihre Antwort bedanke ich mich bereits im Voraus.
MfG Nina

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14.02.2005, 08:27 Uhr
Antwort

s.g. nina

ihre anfrage ist wirklich nicht leicht zu beantworten da ich weder ihre brust noch das gewebe durch email beschreibung beurteilen kann. zudem ist ihre jetztige situation delikat in der neutralen beurteilung zu der ich als experte gezwungen bin.. ich versuche es soweit es mir möglich ist.

ich hatte vor 10 Wochen eine Brustvergrösserung. Ausgangslage: 75 B, Volumenverlust im oberen Bereich aber nicht hängend. Nur das oben die Fülle fehlte.
Daher liess ich mich operieren. High Profile unter den Brustmuskel, links 400 cc und rechts 350.

das ist relativ viel für schwaches gewebe, so dass die grenze von 350gr überschritten ist wo mit erheblichen weichteilkomplikationen vermehrt zu rechnen ist. j.b. tebbetts den ich immer wieder zitiere, wird nicht müde vor großen brüsten und den negative side effects zu warnen, er lässt patienten über 350gr sogar separat komplakationen unterschreiben die durch solche kissen bedingt werden können


Ich fragte auch den Operateur, ob ich dann im oberen Bereich wieder die Rundung habe. Also ich wünschte mir schöne runde pralle Brüste und mich würde auch nicht stören, wenn sie etwas künstlich aussehen.
Bereits kurz nach der OP bemerkte ich, dass mir das linke Implantat nach unten gerutscht ist. Das Volumen war kurz nach der OP im oberen Bereich weg und hing unter der neu gesetzten Brustfalte durch.

das ist ein implantatsliding wie man das nennt, ein pc aus stockholm (per heden) rät da zu speziellen nähten um die umschlagsfalte an der brustwand zu fixieren. die tun zwar anfangs weh sind aber in meiner serie und hand äusserst effektiv

Jetzt fängt es auch in der rechten Brust an. Sie hängt auch durch und im oberen Bereich geht auch langsam die Fülle weg.

das ist sehr bedauerlich.

Mir war klar das ein schönes Ergebnis nicht von Dauer ist und das es irgendwann hängt aber doch nicht schon nach 10 Wochen. Hätte man das nicht verhindern können?

sihe oben, die sog. heden-nähte.

Mit irgend einer Nahttechnik oder so?Der Operateur kennt mich jetzt ein dreiviertel Jahr und sagte mir vor einer Woche, dass ich schlaffes Gewebe hätte und daher ist es jetzt so wie es ist. Hätte er das nicht vorher bemerken müssen?

vielleicht wäre eine hautstraffung und ein kleineres implantat sinnvoller gewesen

Ich bin jetzt total enttäuscht und habe zusätzlich auch noch Rippling. Vorallem in der rechten Innenseite überall Implantatknubbel.

das ist auch meine erfahrung, je größer kissen sind umso weniger formstabil sind sie. das rippling ist bei schlaffer gewebespannung gerade im sichtbaren decollete ein großes problem


Außerdem ist jetzt die Brust, wo das größere und breitere Implantat drin ist, viel schmaler und kleiner als die Rechte, die eigentlich kleiner und schmaler sein müsste. Dazu kommt, dass ich durch das durchgerutschte Implantat in der linken Brust Probleme habe einen BH zu tragen. Probierte alle Sport-BH`s aus die es gibt. Es drückt und ist mir unangenehm.Also trage ich jetzt seit 10 Wochen den Kompressions-BH den ich von der Klinik bekam. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir mitteilen könnten wie Sie in so einem Fall vorgegangen wären und was man da noch tun kann oder ob es hoffnungslos ist, da sich ja die Haut durch die Implantate dehnt aber nicht nach vorn wie ich es wollte sondern nach unten.

was ich tun würde ist spekulation, da ich den befund jetzt nur höre und nicht sehen und tasten kann.
ich glaube ich würde die kissen rausnehmen, die umschlagsfalte mit hedennähten refixieren, den hautmantel straffen und mich für kleinere leichtere implantate entscheiden. manchmal ist weniger mehr...

hoffe ich konnte ihnen eine wenig helfen, aber mehr ist per email nicht zu beurteilen

mfg
dr. kuner

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15.02.2005, 07:20 Uhr
Antwort

Hallo herr dr. Kuner,

vielen dank für ihre ausführliche antwort.ich weiss das es anhand von beschreibungen sehr schwierig ist, aber für mich doch etwas verständlicher. ich wusste ja gar nicht was jetzt passiert. hätte mit einer kabselfibrose gerechnet oder so etwas schlimmen aber da ich immer zur untersuchung war, nie mit so etwas bzw das es an meinem gewebe liegen könnte. also hätte man das durchsacken verhindern können durch die sogenannten nähte. der operateur hat mich doch aber seit einem dreiviertel jahr untersucht. hätte er mir nicht sagen können, dass mein gewebe das nicht hält? ich habe ihn ja sogar noch gefragt ob die implantate zu schwer wären. er meinte nein. so kann es ja nicht bleiben und ich werde wohl noch einmal zur op müssen. denn wenn sie jetzt schon nach 10 wochen durchsacken, dann werden sie nach einem jahr wohl richtig unten hängen. wie kann ich mir eine straffung des hautmantels vorstellen? ist das ein grosser aufwand?
warum ist jetzt eine so grosse asymmetrie vorhanden. die linke brust wo 400 cc drin sind, ist total schmal und viel kleiner als die rechte. kann man das nicht ausgleichen....ich meine nicht haargenau aber wenigstens angleichen? die asymmetrie hatte ich vorher nicht und auch die breite war gleich.welche grösse würden sie in meinem fall empfehlen?wenn man die nähte macht und auch den hautmantel straffen würde, könnte dann mein gewebe das gewicht halten oder könnte das trotzdem wieder passieren?
ich dachte immer das wäre noch wenig. die meisten frauen wenn ich das so lese haben ab 410cc aufwärts.ich habe sie ja nun unter dem brustmuskel und ich ging immer davon aus, wenn man sie über dem muskel hat würden sie durchsacken da sie ja nur vom gewebe gehalten würden und wenn das schwach ist, dann rutschen die implantate aber bei mir ist es ja nun auch der fall. hält der muskel das nicht auch noch ein wenig?
ich bedanke mich für ihre antwort schon wieder im voraus.
mfg nina

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22.02.2005, 11:50 Uhr
Antwort

s.g. nina

viele fragen, die in ihrem einzelfall schwer objektiv und ohne wertung zu beantworten sind.
ich will versuchen was ich ohne kenntnis ihres brustbefudes beantworten kann :

vielen dank für ihre ausführliche antwort.ich weiss das es anhand von beschreibungen sehr schwierig ist, aber für mich doch etwas verständlicher. ich wusste ja gar nicht was jetzt passiert. hätte mit einer kabselfibrose gerechnet oder so etwas schlimmen aber da ich immer zur untersuchung war, nie mit so etwas bzw das es an meinem gewebe liegen könnte. also hätte man das durchsacken verhindern können durch die sogenannten nähte. der operateur hat mich doch aber seit einem dreiviertel jahr untersucht. hätte er mir nicht sagen können, dass mein gewebe das nicht hält?

egal ob mit oder ohne diesen stabilisierungsnähten, ein abgleiten der kissen ist prinzipiell immer möglich, zwar selten, aber leider möglich.
in meinem kollektiv sind auch 2 fälle wo das passiert ist und ich es nie für möglich gehalten hätte. eine re-op kann aber meist das problem dann lösen.



ich habe ihn ja sogar noch gefragt ob die implantate zu schwer wären. er meinte nein. so kann es ja nicht bleiben und ich werde wohl noch einmal zur op müssen. denn wenn sie jetzt schon nach 10 wochen durchsacken, dann werden sie nach einem jahr wohl richtig unten hängen. wie kann ich mir eine straffung des hautmantels vorstellen? ist das ein grosser aufwand?

das ist leider aufwändig und es gibt sichtbare narben, das ist der hauptnachteil einer straffung. die straffung hat meist einen schnitt um den warzenhof und nach unten, evtl auch in der umschlagsfalte bei viel hautüberschuss.


warum ist jetzt eine so grosse asymmetrie vorhanden. die linke brust wo 400 cc drin sind, ist total schmal und viel kleiner als die rechte. kann man das nicht ausgleichen....ich meine nicht haargenau aber wenigstens angleichen? die asymmetrie hatte ich vorher nicht und auch die breite war gleich.welche grösse würden sie in meinem fall empfehlen?

die asymmetrie kann ich mir über e-mail nicht wirklich erklären, dazu müßte man vorher und nacher bilder sehen, das geht aber in diesem forum nicht.

wenn man die nähte macht und auch den hautmantel straffen würde, könnte dann mein gewebe das gewicht halten oder könnte das trotzdem wieder passieren?

siehe oben, eine verbesserung ist wahrscheinlich.

ich dachte immer das wäre noch wenig. die meisten frauen wenn ich das so lese haben ab 410cc aufwärts.


das stimmt absolut nicht, bei den allermeisten operateuren ist das mittel bei 250-300 gramm, auch in meiner serie. ich liege statistisch bei etwa 280 gr wenn mann alle augmentationen mittelt.

ich habe sie ja nun unter dem brustmuskel und ich ging immer davon aus, wenn man sie über dem muskel hat würden sie durchsacken da sie ja nur vom gewebe gehalten würden und wenn das schwach ist, dann rutschen die implantate aber bei mir ist es ja nun auch der fall. hält der muskel das nicht auch noch ein wenig?

das ist prinzipiell richtig, aber wenn sie ein implantat haben was zum beispiel keine gewebebeziehung mit der kapsel eingeht, die sog interface, dann hält das auch der muskel nicht.

ich hoffe ich konnte ihnen noch ein wenig helfen
good luck
mfg
dr. kuner

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