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Wie erkenne ich Metastasen?

Kategorie: Frauenheilkunde » Expertenrat Brustkrebs | Expertenfrage

18.02.2005 | 03:43 Uhr

2002 wurde bei mir Mamma-CA diagnostiziert, keine Metastasen.Nach neoadjuvanter Chemo,brusterhaltender OP mit Ausräumung der Lymphknoten in der Achselhöhle und anschließender Bestrahlung war bisher die Nachsorge negativ. Allerdings gehört hierzu heute nur noch die Untersuchung der Brust. Woran erkenne ich, ob Metastasen vorhanden sind, welcher Art sind z. B. die Schmerzen bei Knochenmetastasen. Man liest in den Fragen immer wieder: Bei mir wurden Metastasen festgestellt. Wie kann man diese jedoch feststellen, wenn die entsprechenden Untersuchungen nicht mehr zum Nachsorgeprogramm gehören. Argumentiert man mit der Unheilbarkeit der Metastasen? Wenn man ohnehin nichts tun kann, ist es egel, wie frühzeitig man sie erkennt. Das Streichen dieser Untersuchungen ist m.E. menschenverachtend, da ein negativer Befund wieder für eine Weile Sicherheit bedeutet, ein positiver heißt, dass man etwas tun muss, aber kein Befund ist eine ständige Bedrohung. Bei jedem kleinen Schmerz schrillt im Hinterkopf die Alarmklingel. Zumal man nirgends erfährt, wodurch sich Metastasen bemerkbar machen. Ich hoffe, sie können mich darüber aufklären.
MfG

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21.02.2005, 09:11 Uhr
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Liebe Frau Nofret,
Ihre Frage gehört zu den häufigsten Punkten, die heute in der Nachsorge diskutiert werden. Wir betreiben in Deutschland heute eine symptombezogene Nachsorge in den ersten fünf Jahren nach einer Brustkrebsbehandlung. Das bedeuted, dass die Mammographie und der Brustultraschall neben der ausführlichen klinischen Untersuchung einer Patientin derzeit die wichtigsten apparativen diagnostischen Schritte sind. Alle weiteren Untersuchungen erfolgen nur bei klinischem Verdacht bzw. zum Ausschluss von Metastasen. Dazu gehören streng genommen auch die Tumormarker.
Herzliche Grüße
Ihr C. Jackisch

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21.02.2005, 16:49 Uhr
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simple Antwort: durch ein PET/CT. Allerdings geniessen dieses Diagnoseprivileg nur Privatpatienten, alternativ bliebe nur das Selbstzahlen mit ca. 1000,- Euro. Es lebe die 2-Klassen-Gesellschaft :-)

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26.02.2005, 08:06 Uhr
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Hallo Nofret,
genau das war auch meine Frage, die ich stellen wollte. Ich hatte ebenfalls Diagnose 2002, neoadjuvante Chemo (Gepartrio-Studie), brusterhaltende OP mit Lymphknotenentfernung (16 St.) und Bestrahlung. Die Lymphknoten waren alle sauber, allerdings hieß es, dass sie durch die neoadjuvante Chemo auch geheilt worden sein könnten, da mein Tumor (T2) durch die Chemo komplett aufgelöst wurde und sich keine Tumorzellen mehr im Gewebe befanden. Ich hatte Grading 3 und bin hormonrezeptornegativ. Auch bei mir herrscht große Unsicherheit, da nur die Standarduntersuchungen Mammographie, Ultraschall und Tasten gemacht werden. Mein Hausarzt bestimmt noch alle 3 Monate die Tumormarker, worauf meine Frauenärztin bemerkte, dass die TM statistisch gesehen gar keine Aussagekraft besitzen, weil man auch bei normalen TM Metastasen haben kann. Solche Aussagen bauen auch nicht gerade auf und die will man eigentlich auch gar nicht hören. Bei jedem Ziehen in der Brust, Rücken, Schultern oder in den Beinen mache ich mir natürlich immer Gedanken, ob sich so vielleicht Metastasen oder ein Rezidiv bemerkbar machen. Und woran soll ich als Laie erkennen, ob sich evtl. eine Lebermeastase bildet? Ich kann sie ja nicht wie einen Knoten in der Brust ertasten... Fast habe ich das Gefühl, dass das Auffinden von Metastasen wie ein Zufallsbefund klingt, weil das ja nicht zur Nachsorge gehört. Und so werde ich mich wohl weiter wie eine tickende Zeitbombe fühlen, was den Krebs betrifft...

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26.02.2005, 14:48 Uhr
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Sehr geehrter Herr Dr. Jackisch,
vielen Dank für ihren Beitrag, der leider meine Frage nicht ganz beantwortet hat.Mir geht es - wie von Frau lila beschrieben - ebenso, dass bei jedem kleinsten unnormalen Gefühl an irgendeiner Stelle des Körpers im Hinterkopf eine Alarmglocke namens Metastase klingelt. Wenn die Nachsorgeuntersuchungen vorbei sind, tritt momentane Erleichterung ein, aber gepaart mit der Unsicherheit, dass beileibe nicht alles untersucht und abgeklärt wurde. Wie kommt es denn zum klinischen Verdacht, der weitere Untersuchungen rechtfertigt? So weit ich weiß, verursachen Metastasen zunächst keine Schmerzen, wie also merke ich, ob welche da sind. Bis man sie sieht oder sie bemerkbare Schäden angerichtet haben, ist es doch schon zu spät. Wäre es nicht zumindest sinnvoll, regelmäßig die Lunge zu röntgen? Ich würde das auch gern selbst zahlen, wenn die Kasse es nicht übernimmt. Was halten sie von regelmäßigem Knochenszintigramm? Insgesamt käme vielleicht ein jährliches PET/CT auch nicht viel teurer als die ganzen Einzeluntersuchungen. Wie sicher ist dieses tatsächlich. Kann es alle Metastasen im Körper sichtbar machen?
MfG

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27.02.2005, 03:50 Uhr
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Leider, leider hat sich bisher das apparativ diagnostische Verfahren in der Nachsorge, solange wir alle es auch angewandt haben weltweit nicht als Vorteil erwiesen. Will heißen, dass der Einsatz aller verfügbaren diagnostischer Verfahren einschließlich der TUmormarker und des PET keine verbesserten Heilungschancen ergeben haben. Das ist leider so und begründet unter anderem die Empfehlungen der Brustkrebsnachsorge in Deutschland. Wir alle, Patientinnen und Ärzte hätten gerne ein besseres System in der Nachsorge, dass erkennen ließe, dass frühzeitig erkannte Metastasen, durch eine sofortige Behandlung behandelt, zu einem längeren Überleben führen. Dem ist aber leider nicht so. Das gilt es zu verstehn und zu verbessern. Also müssen wir weiter daran arbeiten und auch im Bereichg der Nachsorge klinische Studien betreiben
MfG
C. Jackisch

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27.02.2005, 03:57 Uhr
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Ich denke Information und der Austausch derselben sind sicher ein wichtiger Punkt. Dennoch bleibt auch bei einer so wichtigen Diskussion festzuhalten, dass dieses Forum nur dazu geeignet ist konkrete Fragen zu beantworten oder bei der Beantwortung zu beantworten. Hier sind wirklich die Patientinnenverbände und die medizinischen Fachgesellschaften und unsere Politiker gefragt ob die Umsetzung neuen Wissens auch bezahlbar wird, wenn dann für alle
MfG
C. Jackisch

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01.03.2005, 03:55 Uhr
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Guten Tag an alle im Forum,

Die Aussage, daß sich durch frühzeitiges Auffinden der Metastasen nicht die Überlebenszeit verlängert, ist meiner Ansicht nacht, nicht 100%ig beweisbar. In der Krebsforschung spricht man doch sonst immer von einer nicht berechenbaren Krankheit. Meine Freundin hat eine PET-CT gekommen und
bei ihr wurde eine einzelne Metastase
in der Halswirbelsäule festgestellt, bekam dann Bestrahlung und Bisphosphonate. Die Metastase ist nicht mehr sichtbar, da.h. inaktiv. Es geht ihr gut, sie geht arbeiten und treibt Sport.
Man sollte allerdings nicht seinen Körper zu häufig röntgen lassen, denn was nützt es, den Krebs zu besiegen und durch die Strahlenbelastung schaden zu nehmen?! Blutuntersuchungen, Leberwerte,
Abdomen-Sonografie sind nebenwirkungsfrei, diese Untersuchung macht mein Hausarzt alle 3 Monate.
Ich hatte Knochenschmerzen und habe auf ein erneutes Szintigramm bestanden und bekommen, alles o.k.
Man sollte also auch mal an die Frauen denken, die sich seelisch aus Angst vor
Metastasen verrückt machen und gar keine Haben. Erhalte sich eine prima
Befund, gehts mir gleich viel besser.
Nur sollte man in Zusammenarbeit mit seinem Arzt abwägen, in welchem Abstand
welche Untersuchungen sinnvoll sind.
Auf jeden Fall habe ich eines gelernt,
man muss die Medizin fordern und auf seine Rechte verweisen.
Wie in allen anderen Bereichen des Lebens muss man für sein Leben kämpfen und streiten, schade nur für die Menschen, die krankheits-, altersbedingt nicht dazu in der Lage sind, bzw. denen es vielleicht an der
nötigen Bildung und Durchsetzungskraft
fehlt, diese Menschen sind leider allen
Vorschriften ausgeliefert.

Mädels, laßt Euch nicht unterkriegen.
Kämpft für Euer Leben, wir haben nur das eine! Wir sind keine Aktenzeichen -
wir sind Menschen!Und wenn es nur einen sehr geringen Anschein hat, daß regelmäßige Untersuchungen und frühzeitges Erkennen der Metastasen einen kleinen Überlebensvorteil bringen, dann sollten wir diesen nutzen.

Aber bitte, verlernt bei aller Angst nicht das eigentliche Leben.
Noch haben wir es, b is uns vielleicht mal ein Rückfall ereilt, aber bis dahin sind wir wachsam, a ber genießen unser Leben.

Alles Gute für meine BK-Schwestern,

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01.03.2005, 07:01 Uhr
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Dem kann ich heute nichts mehr hinzufügen, denn mit der Erkrankung zu leben ist häfig schwieriger als für sie zu leben
Herzlichst Ihr C. Jackisch

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