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Glaukom durch Kortison?

Kategorie: Augen » Expertenrat Augenheilkunde | Expertenfrage

11.09.2001 | 12:09 Uhr

Sehr geehrtes Aerzte-Team, seit letztem Jahr hatte ich 3 Augenentzuendungen, die jeweils mit kortisonhaltigen Tropfen und Salben behandelt wurden. Die erste Entzuendung dauerte ca. 4 - 5 Monate und wurde ohne Unterbrechung von meinem Augenarzt mit verschiedenen kortisonhaltigen Tropfen und Salben behandelt. Die zweite Entzuendung dauerte ca. 14 Tage, die dritte Entzuendung dauert jetzt seit ca. 4 Wochen an. Auf meine mehrmaligen Nachfragen bei meinem Augenarzt, ob das viele Kortison nicht schaedlich sein koennte (Glaukom, Katarakt etc.) meinte er, in meinem Alter (32) auf gar keinen Fall. Was in der Packungsbeilage steht wegen Glaukom und Katarakt kaeme erst bei aelteren Patienten in Frage. Ich soll lieber zu viel als zu wenig nehmen, sonst geht die Entzuendung gar nicht weg und brodelt so vor sich hin. Ich war waehrend der Entzuendungen und Kortisonbehandlungen woechentlich bei ihm zur Kontrolle. Allerdings wurden immer nur die Augen mit der Lampe kontrolliert, was in 1 - 2 Minuten abgehandelt war, keine Augeninnendruckmessung, keine weiteren Untersuchungen, nur mit der Lampe, ob die Entzuendung noch da ist oder nicht. Nachdem ich gestern auf einer ausfuehrlichen Untersuchung incl. Augeninnendruckmessung bestanden habe, hat sich ein Augeninnendruck von 36 herausgestellt. Durch Augentropfen konnte dieser Wert auf 22 gesenkt werden. Gesichtsfeld und Sehnerv/Augenhintergrund wurden auch untersucht, (angeblich) ohne negativen Befund, ohne Schaedigung. Meine Fragen: Ist der erhoehte Augeninnendruck reversibel nach Absetzen der Kortisonbehandlung? Oder muss ich jetzt lebenslang Tropfen nehmen, um den Druck zu senken? Wie wahrscheinlich ist es, dass der erhoehte Augeninnendruck von den Kortisontropfen kommt? Eine erhoehte familiaere Belastung duerfte bei mir nicht gegeben sein. Kann ich dem Arzt noch vertrauen oder soll ich eine zweite Meinung einholen? Vielen Dank im voraus fuer Ihre Hilfe! Gruss, Sandra

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12.09.2001, 10:09 Uhr
Antwort

Cortisonhaltige Augentropfen beinhalten die Gefahr der Augeninnendruckerhöhung. Es gibt Personen, die dazu neigen auf das Cortison sehr schnell mit einer Druckerhöhung zu reagieren. (Sogenannte Cortison-Responder). Bei einer Entzündung im Augeninnern kommt man meist jedoch nicht ohne Cortison aus, so daß man diese unerwünschte Wirkung in Kauf nehmen muss. Eine Kontrolle des Augendruckes unter Cortisontherapie halte ich deshalb für sinnvoll. In jedem Fall ist die Behandlung der Entzündung wichtiger (weil für das Auge akut bedrohlicher). Ob die Augentropfen in Ihrem Fall den erhöhten Augendruck ausgelöst haben oder ob Sie nicht schon vorher ein unerkanntes Glaukom hatten lässt sich vermutlich nicht mehr klären. Auch die Entzündung selber kann eine Druckerhöhung auslösen. Wichtig ist jetzt das dran bleiben: Ist der Druck nach Beendigung der Thgerapie besser? Bleibt er gut? Ich würde Ihnen regelmäßige Kontrollen empfehlen. Viel Erfolg!

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16.09.2001, 02:09 Uhr
Antwort

Liebe Sandra, die Frage wurde auch noch an mich weitergeleitet. Wesentliches steht ja schon in der Antwort der Kollegin. Der Augendruck muß in jedem Fall gesenkt werden. Das heißt nicht, dass Sie jetzt immer drucksenkende Tropfen nehmen müssen. Wie schon gesagt, es gibt Menschen die auf Cortison mit einer Druckerhöhung reagieren (Cortison responder), die Druckerhöhung kann aber auch von der Entzündung kommen. Wichtig sind jetzt weitere regelmäßige Kontrollen. Da Ihr Augenarzt die Vorbefunde schon kennt, bietet es sich an ,weiterhin dort kontrollieren zu lassen. Sprechen Sie mit ihm. Gute Besserung.

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