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Hunde-Allergie

Kategorie: Allergien » Expertenrat Allergie | Expertenfrage

26.07.2019 | 13:26 Uhr

Hallo, mit 13 Jahren (1990) wurde bei mir ein Prick-Test durchgeführt, weil meine Nase oft verstopft war. Reaktionen zeigte ich auf Katzen, Pferde, Hausstaub und Gräserpollen. Wirklich Beschwerden verursachten mir viele Jahre nur Pferde. Ich bin mit Katzen aufgewachsen und besitze auch jetzt welche. Pferde verursachen bei mir Schnupfen und Niesanfälle. Die Gräser-Allergie ist erst in den letzten Jahren symptomatisch geworden und äußert sich durch Schnupfen, Niesen, tränende bzw juckende Augen und Krabbeln im Hals. Auch momentan brennen mir die Augen, und vor allem nachts ist meine Nase verstopft. (ich habe in einigen Wochen einen Termin beim Allergologen, um alles neu testen zu lassen).

Nun möchten wir uns einen Hund kaufen. Ich habe noch nie auf einen Hund reagiert, selbst wenn ich mehrere Stunden mit ihm zusammen in einem Raum bin. Vorgestern haben wir uns einen Welpen angeschaut, und auch dort traten keine Symptome auf, obwohl ich eine Stunde intensiven Kontakt hatte. Hinterher war mein Hals etwas wund, gestern dann stärker, heute habe ich ein Gefühl von Wundsein beim Atmen (bekomme aber trotzdem gut Luft), der Hals ist gerötet. Gleichzeitig brennen mir weiterhin die Augen und die Nase ist immer mal wieder verstopft.

Nun meine Frage: kann dies noch mit dem Hundekontakt von vorgestern zusammenhängen? Oder mit den Pollen (oder einer anderen Allergie)? Oder klingt das eher nach einem Infekt?

 

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Experte-Barczok
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01.08.2019, 17:30 Uhr
Antwort von Experte-Barczok

Hallo,

zunächst einmal entschuldige ich mich für die verspätete Beantwortung Ihrer Frage. Was konkret ihre Beschwerden jetzt verursacht, lässt sich nicht sagen, am wahrscheinlichsten doch der Pollenflug. Grundsätzlich kann man aber zu ihrem Problem, nämlich der Frage, ob Sie sich als Allergikerin einen Hund zulegen können oder nicht, schon etwas Klarheit schaffen. Sie wurden weder mit einer Pollen-, noch mit einer Katzen-, noch mit einer Hunde-Allergie geboren, sondern ihr Immunsystem neigt dazu, bei Kontakt mit bestimmten Stoffen nach einer oft ganz unterschiedlichen Zeitdauer allergisch zu reagieren. Wenn Sie erstmals einen intensiven Hundekontakt haben, reagieren sie nicht, da ihr Immunsystem mit Hunden noch nichts anfangen kann. Das kann auch über Wochen, Monate oder Jahre so bleiben. Eines Tages kann es jedoch passieren, dass sie plötzlich auf Hundehaare reagieren beispielsweise mit der Haut, den Augen oder ihren Atemwegen. Das gleiche gilt für eine Vielzahl von anderen Tieren, die ebenfalls in der Lage sind, Allergien auszulösen, Kaninchen, Meerschweinchen, Mäuse etc. Dass sie bei einem 1. Kontakt nicht reagieren besagt also leider nichts. Sie werden erst in ein paar Jahren wissen, ob sie auf Hundehaare reagieren werden oder nicht. Man kann zwar sagen, dass die Wahrscheinlichkeit, auf einen Hund zu reagieren niedriger ist, als bei besagten Mäusen oder auch Katzen, sie liegt aber immerhin bei etwa 20-40 % für einen Zeitraum von 5-10 Jahren. Wollen Sie daher sicher gehen, kann ich Ihnen nur raten, sich keinen Hund anzuschaffen, zumal davon auszugehen ist, dass in ihrer Familie weitere Allergiker unterwegs sein dürften. Ansonsten müssen Sie das Risiko eingehen, wobei die Abschaffung eines Hundes, den man nach einigen Jahren ins Herz geschlossen hat schon ein besonderes Problem für alle Beteiligten, einschließlich Hund darstellen kann.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Barczok

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