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Asthma, Staub und Gesundheitsschädlichkeit am Arbeitsplatz

Kategorie: Allergien » Expertenrat Allergie | Expertenfrage

15.05.2018 | 16:53 Uhr

Sehr geehrte Expertin, sehr geehrter Experte,

Ich habe an ständige Kopfschmerzen für länger als 2 Jahre gelitten. Ich habe oft jeden Tag Paracetamol einnehmen müssen, ansonsten konnte ich nicht einmal schlafen.

Ich habe mir vor Monaten einen Pulsoxymeter gekauft, und ich würde jede Nacht ca 80% SPO2 erreichen, manchmal 72% für kurze Periode (1-2 Minuten, im Tiefschlaf).  Ich hatte den Verdacht an Schlafapnoe (wie mein Vater und mehrere seiner Brüder).  Im Schlaflabor war der Test unauffällig.

Vor 2 Monaten wurde ich von Asthma und Allergie vor Staub diagnostiziert.  Ich war positiv bei allen 3 Arten Milben die getesten wurden. Das war das Problem!: jetzt inhaliere ich Kortikoide 2x/Tag und ich habe heutzutage kaum Kopfschmerzen.

Früher hatte ich keine Ahnung, dass ich tatsächlich so schlecht geatmet hatte.  Und der Staub neben mir hatte mir nicht aufgefallen.  Zu hause habe ich leider Teppichboden aber ich habe seit immer jede Woche staubgesaugt. 

 

Das Problem ist im Büro: ich arbeite auf Teppichboden, den man ein paar Mal in der Woche saugt, aber das ist alles was man putzt. Weil wir arbeiten mit elektronischen Geräten, und jemand hat sich mal vom Putzmann beklagt, dass er ihre elektronische Montagen kaputt gemacht hat. 

Zusammenfassung: in meinem Arbeitsplatz putzt man ausschließlich den Boden. Alles andere ist voller Staub. Man könnte Kartoffeln wachsen. 

Ich habe mit der Verantwortlichen für Personal gesprochen, und sie hat quasi über mich gelacht, und hat mein Problem ganz heruntergespielt.

Ich habe ihr ein paar mal geschrieben, ein mal mit vielen kleinen Vorschlägen, und sie ignoriert mich. Letzte Woche habe ich bestellt, in ein Zimmer ohne Teppichboden umzuziehen, aber sie sagte, das ist unmöglich. Das wollen sie nicht, weil sie wollen, dass ich mit meinem Projektgenossen arbeite. Und weil, vor allem, sie kein Problem mit der Hygiene finden.

Der Allergologe hat die Bilder gesehen, und er hat die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen.  Er meinte, ich soll mit dem Betriebsrat (den gibt es hier nicht), oder mit dem Betriebsarzt (auch nich). Er sah bereit aus, mir krankzuschreiben, bis die Firma das Problem löst. 

Den starken Geruch nach Staub fühle ich jeden Tag. Wenn man die Fenster sehr viel öffnet, do dass der Wind fließt, wird das Problem besser, aber wenn es nur ein bisschen geöffnet ist, geht es mir schlechter, anscheinend weil die Luft die Allergenen aufwühlt.

Einen Tag habe ich vergessen, am morgen zu inhalieren, und innerhalb einer Stunde (!) am Arbeitsplatz  konnte ich den Atemnot fühlen, ich habe langsam wieder Kopfschmerzen gekriegt. Wenn ich zu Hause bin inhaliere ich manchmal später (wenn ich spät aufstehe), und ich leide daran nicht. 

Was kann ich tun? Gibt es eine Amt, die sich um diese Dinge kümmert?  Existieren die Inspektionen nach Sauberkeit in Büros? 

Wie kann es so wenig Bewusstsein über diese Krankheit geben?

Vom Vorstellunggespräch in dieser Firma kann ich mich an höllische Kopfschmerzen erinnern.  Die vorherige Firma hatte auch Teppichboden und sogar einen Hund der da lag während der Besitzer arbeitete, und ich hatte auch schreckliche Kopfschmerzen schon am Vorstellungsgespräch. Meine nächste Firma darf bestimmt keinen Teppichboden haben. 

Vielen Dank im Voraus,

Raúl

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Bisherige Antworten
Experte-Barczok
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15.05.2018, 21:49 Uhr
Antwort von Experte-Barczok

Hallo,

in ihrer langen Mail beschreiben Sie sehr eindringlich den von ihnen beobachteten Zusammenhang zwischen Bürostaub und Kopfschmerzen und führen dies auf eine Hausstaubmilbenallergie zurück.
Für mich ist ein Stück weit das Problem, dass eine Hausstaubmilbenallergie Schnupfen, manchmal auch Asthma machen kann, nicht typischerweise aber Kopfschmerzen. Außerdem sind im trockenen Bürostaub nicht unbedingt Hausstaubmilben zu finden, das sollte noch geklärt werden, bevor etwa juristische Konsequenzen gezogen werden können. Außerdem wäre dann auch von Vorteil, durch eine gezielte sogenannte Provokation-Testung den Zusammenhang zwischen ihren Beschwerden und dem infrage kommenden Bürostaub zweifelsfrei darzustellen. Was sie ansonsten machen können, ist, die Berufsgenossenschaft einzuschalten, bei der Sie versichert sind. Schließlich handelt es sich bei Ihnen um Beschwerden, die durch ihre berufliche Tätigkeit entstehe. Dies abzustellen oder Sie dafür zu entschädigen, fällt in das Tätigkeitsgebiet der zuständigen Berufsgenossenschaft. Voraussetzung dafür ist aber immer, dass der Zusammenhang zwischen Arbeitsplatz und Erkrankung eindeutig bewiesen ist.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Barczok

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