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Tollwut durch Fledermaus

Kategorie: Infektionen » Expertenrat Infektions- und Reisemedizin | Expertenfrage

29.10.2019 | 07:54 Uhr

Sehr geehrter Dr. Leidel,

ich habe eine Frage an Sie. Gestern abend ca. 19 Uhr in der Dunkelheit habe ich auf dem Weg von der Garage in das Wohnhaus eine Berührung gemerkt an der Hand und mir nichts dabei gedacht. Abend dann nach dem Händewaschen sah ich einen leichten Kratzer an der Rechten Handaussenseite, welcher nicht Blutete aber "rot" war, also eine oberflächliche Verletzung. Heute morgen ist diese wieder verschwunden.

Kann soewas ein Risiko Kontakt mit einer Fledermaus gewesen sein da es ja im Beipackzettel von Rabipur beispielsweise steht, dass jede Exposition gefährlich ist.

Nun bin ich mir sehr unschlüssig und erbitte um Ihren Rat.

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Experte-Leidel
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29.10.2019, 13:43 Uhr
Antwort von Experte-Leidel

Guten Tag,

es ist für mich, der ja nicht dabei war und weit weg ist, sehr schwierig, Ihnen da einen zuverlässigen Rat zu geben.

Ein nicht blutender, oberflächlicher Kratzer durch eine Fledermaus kann durchaus ein Grund für eine postexpositionelle (nachträgliche) Impfung (PEP) sein, allerdings ohne Gabe von Antiseum. Aber wir wissen ja beide nicht, ob es tatsächlich eine Fledermaus war. Das ist eigentlich eher unwahrscheinlich, da Fledermäuse sehr sichere Flugtiere sind, die eigentlich Hindernissen gut auszuweichen vermögen. Aber absolute Sicherheit kann ich Ihnen von meinem Schreibtisch aus natürlich nicht geben.

Ich möchte Ihnen empfehlen, sicherheitshalber auch Ihren Hausarzt bzw. Ihre Hausärztin anzusprechen und um Rat zu bitten.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Jan Leidel

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29.10.2019, 14:54 Uhr
Antwort

vielen Dank für Ihre Antwort. Mein Hausarzt meint es gibt hier keine Tollwut mehr in Bayern/Oberpfalz. 

Bitte geben Sie mir als Experte daher einen für mich verlässlichen Rat. 

 

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29.10.2019, 14:55 Uhr
Antwort

Bereits heute morgen konnte man den Kratzer nicht mehr erkennen Wo dieser war. Somit sollte es sich ja um eine sehr oberflächliche Verletzung gehandelt haben?

Experte-Leidel
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29.10.2019, 15:20 Uhr
Antwort von Experte-Leidel

Tatsächlich ist die Fledermaustollwut in Süddeutschland sehr viel seltener als z. B. in der Norddeutschen Tiefebene, aber sie kommt vor.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie tatsächlich von einer Fledermaus gestreift und oberflächlich verletzt wurden, ist äußerst gering. Und selbst wenn es eine gewesen wäre, ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese tatsächlich mit Tollwut infiziert war, wiederum sehr gering. Seit über 50 Jahren ist in Deutschland kein Mensch durch eine tollwütige Flerdermaus  zu Schaden gekommen. Und selbst wenn es sich um eine tollwutkranke Fledermaus gehandelt haben sollte, wäre das Risiko wegen der Bagatellverletzung (die ich aber natürlich nicht kenne) wiederum eher sehr gering. Ich würde bei mir wahrscheinlich nichts unternehmen.

Aber diese Verantwortung kann ich für Sie nicht übernehmen. Sie könnten beim zuständigen Veterinäramt nachfragen, ob in Ihrem Kreis Fälle von Fledermaus-Tollwut bekannt sind. Wenn dies verneint wird, wäre das Risiko nochmal geringer. Aber wenn Sie 100%ig sicher sein wollen, bleibt nur die PEP.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Jan Leidel

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