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Brain Fog und verstopfte Nase

Kategorie: Allergien » Expertenrat Allergie | Expertenfrage

03.11.2021 | 15:36 Uhr

Hallo liebes Forum,

 

kurz zu meinem Problem. Ich zeige auf der Arbeit allergische Symptome. Eine manuelle Messung eines Luftraummessungsinstituts, welche aber nicht als Gutachten tauglich ist, ergab eine erhöhte Konzentration von Isooctan und Hexan. Wenn ich den Gang betrete, dann ist meine Nase innerhalb von Sekunden verstopft und ich kann mich nicht mehr richtig konzentrieren. Eine Art Brain Fog.

 

Im Büro ist auch ein alter Industrieteppich. Mit Teppichböden habe ich im Allgemeinen ein Problem, mehrfache Allergietests ergaben aber nur eine Haustaubmilbenallergie 1+. So gesehen also relativ gering. Vielleicht sind es auch eher die Faser. Generell habe ich auch mit Wollklamotten, also mit Wollpullovern und Wollsocken ein Problem. Auch rauhe Innenseiten von Kaputzenpullis oder Wollmützen. Es ist aber nicht so, dass ich an der jeweiligen Stelle eine Art Kontaktallergie habe und irgendetwas rot oder entzündet ist. Sondern es schwillt eigentlich vor allem meine Nase zu.

Ähnlich ist es beispielsweise wenn ich Räume mit Heizungsluft betrete. Innerhalb von Sekunden schwillt meine Nase leicht an.

 

Ich habe auf der Arbeit schon unterschiedliche Allergiemedikamente, wie Anihistaminika ausprobiert. Die frei verkäuflichen wirken leider kaum. Selbst ein lokales Cortisonspray für die Nase wirkt nicht gut. Letztendlich wirkt nur eine Cortisontablette in Kombination mit Reactin Duo. Das kann aber natürlich nicht langfristig das Ziel sein. Aber so entsteht kein Brain Fog und keine verstopfte Nase.

 

Ich frage mich nur, warum meine Nase innerhalb von Sekunden in bestimmten Räumen zuschwillt. Kann es sein, dass unabhängig von der „Allergie“ die Botenstoffe sehr schnell in meinem Körper im Gegensatz zu anderen transportiert werden? Gibt es eine Art Wollallergie, auch wenn man den Teppich nicht direkt berührt?

 

Bisher bringen normal HNO-Tests und Provokationstests kein Ergebnis.

Zum Glück ist in ca. 1.5 Jahren seitens der Firma ein Umzug angedacht. Die Planung läuft. Aber bis dahin muss ich da wohl oder übel durch. Meine Arbeitskollegen klagen über diese starken Symptome nicht.

 

Welchen Ansatz soll ich fahren. Stärkere Antihistaminika? Weiterhin Cortison. Oder liegt es vielleicht am Mastzellaktivierungssyndrom, dass ich so schnell die Botenstoffe ausschütte?

 

Viele Grüße

 

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Lifeline Gesundheitsteam
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03.11.2021, 22:46 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo Mike1977,

Mastzellaktivierungssyndrome sind schwierig zu diagnostizieren. Falls wirklich eines sicher diagnostiziert wurde, könnte es die Symptome natürlich erklären, allerdings wäer das sicherlich nicht sonderlich typisch im Verlauf.
Um zu überprüfen, ob es wirklich "nur" an Fasern liegt, können Sie einmal versuchen, in der Arbeit eine FFP2-Maske zu tragen. Dadurch sollten sich die Symptome deutlich bessern. Falls nicht, liegt es eher an kleineren Molekülen oder Chemikalien. Eine Allergie kann theoretisch auf alles bestehen.
Sollte sich dann zeigen, dass tatsächlich eine Allergie in irgendeiner Form vorliegt, sollte natürlich antiallergisch vorgegangen werden. Antihistaminika sind vor allem in der Dauertherapie besser verträglich als Cortison, weshalb das bevorzugt werden sollte. Das sollten Sie aber mit Ihrem Arzt besprechen.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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10.11.2021, 15:51 Uhr
Kommentar

Vielen Dank für die Antwort und die Informationen. :-)

In anderen Zimmern innerhalb der Abteilung habe ich auch Symptome, aber nicht so stark. Ich gehe neben dem geringeren Problem der Fasern vor allem davon aus, dass es an den zwei flüchtigen Stoffen liegen kann.

Was interessant ist in Bezug auf die aktuelle Räumlichkeit: Nehme ich Cortison in Verbindung mit einer Reacin Duo, habe ich von Anfang an keine verstopfte Nase und auch tagsüber fast keinen "Gehirnnebel" bzw. Konzentrationsstörungen. Es muss aber am Cortison liegen, da Reactine Duo alleine nicht hilft. Bei Antihistaminika, auch in größerer Dosis, ist das leider schon der Fall (Gehirnnebel). Selbst bei einer dreifachen Menge.

Ich befürchte, dass Antihistaminika bei den "flüchtigen Stoffen" nicht hilft.

Prednisolin 20mg pro Tag und eine Reactin Duo hilft gut. Ich beachte dabei die Tipps mit der wenig salzhaltigen und fettarmen Ernährung, dem zusätzlich benötigtem Calcium etc.

Und nehme die Kombination auch nur wenn ich weiß, dass ich auch wirklich im Büro bin. Also ca. 4 mal in der Woche. Sobald ich aus den Räumlichkeiten bin benötige ich es auch nicht. Aber wie gesagt, ich kann das aktuell nicht vermeiden. Bis zum Umzug in 1,5 Jahren muss ich da noch durch.

Gibt es auch andere Medikamente, die ähnlich wie Cortison wirken?

 

 

Lifeline Gesundheitsteam
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14.11.2021, 00:51 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo Mike1977,

Insgesamt ist aufgrund der Symptomatik naheliegend, dass Sie irgendeine Art Reizung der Schleimhäute erfahren. Das dafür flüchtige Substanzen ursächlich sind, ist sehr naheliegen.
Dabei muss es sich auch nicht unbedingt um eine Allergie engeren Sinne handeln. Auch andere Entzündungsauslösungen wären vorstellbar. Das würde erklären, warum Cortison so gut wirkt.
Cortison ist an sich ein sehr gutes Medikament, um akute Entzündungen zu behandeln. Langfristig bringt es aber leider eben Nebenwirkungen mit sich. Deshalb empfehlen wir Ihnen, nochmals mit dem Arzt Rücksprache zu halten. Es ist wichtig, dass eine länger andauernde Kortisontherapie ärztlich überwacht wird.
Streng genommen sollte eigentlich auch die Arbeitsmedizin hinzugezogen werden. Eventuell handelt es sich bei den reizenden Substanzen nämlich um welche, bei denen die maximale Konzentration am Arbeitsplatz (MAK) gesetzlich reguliert ist.
eine richtige Alternative Medikation gibt es leider nicht. Deshalb sollte noch mal kontrolliert werden, was dort eigentlich vorliegt.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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18.11.2021, 10:34 Uhr
Kommentar

Guten Morgen,

 

vielen Dank für die Antwort und die Informationen. Ich werde in nächster Zeit nochmal einen Arzt bzw. Umweltmediziner konsultieren.

Zusätzlich werde ich mich an den Arbeitsschutz wenden.

Viele Grüße

Mike

 

Lifeline Gesundheitsteam
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18.11.2021, 11:38 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo Mike1977,

sehr gerne, bei weiteren Fragen dürfen Sie sich dann gerne wieder an uns wenden.

Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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